Zum Thema » Age of Empires Online Zum ursprünglichen Test » Overview-Trailer So funktioniert das Spiel » Free2Play-Kanal Alles zum Thema F2P Age of Empires Online ab 1,65 € bei Amazon.de Als Age of Empires Online im August 2011 erschien, war das Geschäftsmodell mit »seltsam« noch ziemlich wohlwollend umschrieben. Während Free2Play-Spieler an allen Ecken und Enden durch teils gravierende Einschränkungen zu Strategen zweiter Klasse degradiert wurden, mussten zahlende (also konkurrenzfähige) Spieler absurd tief in die Tasche greifen.

20 Euro wollte Microsoft für eine Premium-Kultur sehen, fünf Euro für ein hübsches Gebüsch, und für schlappe 100 Euro kamen »Season Pass«-Käufer in den zweifelhaften Genuss, sechs Monate lang alle neuen Inhalte zum Vorzugspreis erwerben zu dürfen. Das Resultat war weder Fisch noch Fleisch: Umsonst-Spieler beklagten zu Recht die kapitalen Restriktionen, zahlende Kunden ebenso zu Recht den Umstand, dass die kostenpflichtigen Inhalte in keinem Verhältnis zum geforderten Preis standen. Schade drum, fanden wir damals im Test, denn Spaß machte Age of Empires Online schon -- wenn da bloß dieses seltsame Geschäftsmodell nicht wäre.

Kontrollbesuch mit neuer Wertung
Wir haben Age of Empires Online bereits zum Start im August 2011 getestet (Test lesen). Die zwischenzeitliche Umstellung auf ein echtes Free2Play-Modell und neue Inhalte überprüfen wir diesem im Kontrollbesuch. Beides schlägt sich in der neuen Wertung (73 statt 70) nieder.

Age of Empires Online
Als Premium-Kultur wie hier die neu eingeführten Babylonier starten wir direkt auf Stufe 20 und sparen viel Zeit.

Pay-to-Win?

Im Juni dieses Jahres zog Microsoft schließlich die Reißleine und stellte Age of Empires Online auf ein echtes Free2Play-Modell um. Im Mittelpunkt stehen dabei die so genannten Imperiumspunkte. Die durften vor der Umstellung zwar alle Spieler sammeln -- aber nur Premium-Kunden konnten sie anschließend auch wieder ausgeben. Inzwischen darf jeder diese Punkte investieren; zum Beispiel in eine ehemals kostenpflichtige Premium-Kultur. Wer vor dem Update bereits ein Konto besaß, dem spendiert Age of Empires Online 500 Punkte Startguthaben. Neue Spieler erhalten immerhin 100 Punkte.

Das klingt nach viel -- ist es aber nur bedingt. Eine Premium-Kultur wie die Perser oder die frisch eingeführten Babylonier beispielsweise kostet 900 Punkte (umgerechnet rund 10 Euro) -- und die spielen sich je nach Startguthaben nicht mal eben an einem langen Wochenende zusammen. Zwar erhalten wir eine gewisse Zahl von Punkten für das Leveln unserer Hauptstadt sowie für eine festgelegte Zahl von Quests, wirklich effektives Sammeln ist aber erst mit der Maximalstufe 40 drin -- und mit den ebenfalls neu eingeführten Bündniskriegen.

In diesen teambasierten Wettkämpfen schließen wir uns einer von drei Allianzen an und sammeln beispielsweise durch das Erledigen von Missionen oder die Kloppereien im PvP Allianzpunkte für unser Team. Gleichzeitig aktiv sind immer drei Wettkämpfe: ein täglicher, ein wöchentlicher und ein monatlicher. Am Ende eines Wettkampfes winken dann die begehrten Imperiumspunkte. Je mehr wir zum Teamerfolg beigetragen haben, je länger der betreffende Wettkampf dauert und je besser unsere Allianz dabei abschließt, desto mehr Punkte erhalten wir.

Zeit ist Echtgeld

Bis dahin allerdings ist es ein recht weiter Weg -- jedenfalls mit einer Umsonst-Kultur, denn wenn wir eine Premium-Zivilisation kaufen, dann legt die bereits auf Stufe 20 los und hat Zugriff auf teils sehr mächtige Berater, die den Fortschritt spürbar erleichtern und beschleunigen. Zeit ist bei Age of Empires Online also inzwischen (Echt-)Geld -- wie bei einem Free-to-Play-Spiel üblich. Wer keinen müden Pfifferling investieren will, der kann sein Volk auch kostenlos ins Endgame-Stadium leveln, sollte dafür aber je nach Zeitaufwand mehrere Wochen oder Monate einplanen.

Age of Empires Online : Das Hochleveln einer kostenlosen Kultur (hier die Kelten) bringt schnell ein paar Empire Points. Das Hochleveln einer kostenlosen Kultur (hier die Kelten) bringt schnell ein paar Empire Points.

Da trifft es sich gut, dass das grundlegende Spielprinzip immer noch Spaß macht. In der Hauptstadt nehmen wir Missionen an, landen anschließend auf einer typischen Echtzeit-Karte, ziehen neue Gebäude hoch, schicken die Dorfbewohner auf Nahrungssuche oder zum Holzhacken und bilden eine Armee aus, die wir anschließend gegen die KI (oder im PvP auch gegen menschliche Gegner) ins RTS-Getümmel werfen. Wer jemals ein Age of Empires gespielt hat, der findet sich auch in der Online-Variante ruckzuck zurecht.