Das Social-Media-Unternehmen Meta steht im Kreuzfeuer der Kritik: Wie das Portal 404media (via Engadget) berichtet, nutzt der Konzern künstliche Intelligenz, um automatisch SEO-optimierte Überschriften und Beschreibungen für Instagram-Posts zu generieren. SEO steht hierbei als Abkürzung für Suchmaschinenoptimierung und bezeichnet Maßnahmen zur Verbesserung der Sichtbarkeit auf Google und Co.
Das Problem dabei ist nicht nur, dass dies ohne das Wissen oder die Zustimmung der Nutzer geschieht – die generierten Titel sind oft völlig irreführend und verfälschen die eigentliche Aussage der Posts. Immerhin gibt es zwei Wege, wie ihr dies abschalten könnt.
»Ich würde niemals so etwas Mittelmäßiges schreiben«
Wie 404media ausführt, fiel dies erstmals dem Autoren Jeff VanderMeer auf, der ein einfaches Video eines Bananenfressenden Hasen veröffentlichte. Die von Meta hierzu generierte Überschrift: »Treffe den Hasen, der Bananen liebt – ein nahrhafter Snack für dein Haustier«.
- Ein anderes Beispiel betrifft eine Bibliothek aus Massachusetts (Boston, USA), deren Post zu einer Lesung mit dem erfundenen Titel »Begleite Jeff VanderMeer auf ein spannendes Abenteuer am Strand« versehen wurde.
- Auch der Cosplayer Brian Dang berichtet von ähnlichen Problemen: Ein Video erhielt plötzlich eine Überschrift über die besten Cosplay-Locations in Seattle – obwohl der eigentliche Inhalt damit nichts zu tun hatte.
Den grundsätzlichen Kritikpunkt erklärt Dang gegenüber 404media wie folgt:
Ich würde niemals so mittelmäßigen Text schreiben, und es ist offensichtlich, dass dies mit einem Sprachmodell im großen Stil autogeneriert wurde. Das wird problematisch, wenn die Headline oder Beschreibung mich auf eine Weise darstellt, die nicht meiner eigenen Selbstbeschreibung entspricht.
Wie ihr die Fake-Titel verhindern könnt
Gegenüber Engadget bestätigte Meta, dass der Konzern seit »kürzlich damit begonnen hat, KI für die Generierung von Beitragsüberschriften zu verwenden, die in Suchmaschinenergebnissen auftauchen können«. Dies soll allerdings nur bei öffentlichen Beiträgen von »Professional«-Konten geschehen, wie das Unternehmen erklärt.
Solltet ihr zu dieser Gruppe gehören – oder allgemein nach dem Rechten sehen wollen –, habt ihr zwei Möglichkeiten, die Indexierung zu verhindern.
Methode 1: Suchmaschinen-Indexierung abschalten
Der direkte Weg beinhaltet das Abschalten der zugehörigen Einstellung – wenn Google eure Inhalte nicht sieht, kann die Suchmaschine diese auch nicht indexieren.
- Öffnet die Instagram-App und geht auf euer Profil.
- Tippt oben rechts auf das Dreipunktmenü (≡) und wählt »Einstellungen und Privatsphäre«.
- Navigiert zum Bereich »Wer deine Inhalte sehen kann« und öffnet »Kontoprivatsphäre«.
- Schaltet die Einstellung »Zulassen, dass öffentliche Fotos und Videos in Suchmaschinenergebnissen angezeigt werden« aus.
Methode 2: Eigenen Alt-Text eingeben
Falls ihr damit d'accord seid, dass Google eure Beiträge anzeigt, ihr aber sicherstellen wollt, dass der richtige Text angezeigt wird, habt ihr eine etwas andere Möglichkeit. Schreibt ihr nämlich euren eigenen Alternativtext, gibt es für die KI nichts mehr zu raten; stattdessen gebt ihr selbst vor, wie euer Inhalt beschrieben werden soll.
- Ladet euer Foto auf Instagram hoch und klickt nach der grundsätzlichen Bearbeitung auf »Weiter«.
- Wollt ihr ein bereits hochgeladenes Foto so bearbeiten, müsst ihr stattdessen auf eurem Beitrag auf »Optionen« sowie anschließend »Bearbeiten« gehen.
- Klickt auf den anschließenden Schalter »Bedienhilfe« und schreibt den Alternativtext in das zugehörige Feld. Nach dem Teilen steht dieser anstelle der KI-generierten Überschrift in den Suchergebnissen.
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