Die Zeiten der Eltern, die keine Ahnung von Videospielen haben, sind längst vorbei. Die Kinder, die früher gezockt haben, sind erwachsen geworden und erziehen jetzt ihren eigenen Nachwuchs. Dazu gehört auch das Heranführen der Kleinen an ein gesundes Verhältnis zu Videospielen.
Vor zwölf Jahren berichtete ein Reddit-User stop_drop_roll, dass er heimlich die Pokémon seines 6-jährigen Sohns levelte, damit die Arenaleiter leichter zu besiegen sind. Damit löste der Vater damals eine Grundsatzdebatte darüber aus, wie viel »Arbeit« man seinen Kindern beim Spielen abnehmen sollte.
Jetzt meldet sich der Account erneut mit einer Nachricht des Sohns, der mittlerweile erwachsen ist. Wir dröseln die ganze Geschichte für euch auf.
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12:02
»Mama, ich bin auf Fortnite« - Wie sollten Eltern mit dem Spielverhalten der Kinder umgehen?
Die Grundsatzdebatte
Stop_drop_roll postete damals einen Screenshot von Pokémon Y, mit den Worten »Ich grinde Level für die Pokémon meines Sohnes, während er schläft, damit Arenaleiter leichter für ihn werden.« Er tue das, weil sein Sohn manchmal wütend das Spiel beenden würde, wenn er zu häufig in Arenen verliere.
Der Post sammelte damals über 6.000 Upvotes und mehr als 700 Kommentare. Während einige User seine Unterstützung lobten, kritisierten viele das Verhalten des Vaters:
- »Willst du einen künftigen Rage Quitter erziehen? Denn genau so erzieht man einen künftigen Rage Quitter« - CobaltSmith
- »Hör auf, dein Kind zu verhätscheln. Es muss Fehler machen, um daraus zu lernen.« - indoobitably
- »Du raubst ihm das Erlebnis.« - leupboatmaster
Nutzen wir mal die Gelegenheit und fragen euch. Wie seht ihr das? Wie viel sollten Eltern in das Spielerlebnis ihrer Kinder eingreifen?
Wir haben selbst mal einen umfassenden Report zum Thema Gaming und Elternschaft für euch erarbeitet. Dort sprachen wir mit Medienpädagoginnen und -Pädagogen darüber, wie ihr eure Kinder am sichersten an das Hobby heranführen könnt.
Ein Thema dabei war das Frustpotenzial von Videospielen, denn häufiges Scheitern wirkt sich natürlich auch auf den Gemütszustand aus. Je häufiger etwas misslingt, desto mieser wird die Laune - das kennen wir auch im Erwachsenenalter noch zu gut.
Deshalb sei es wichtig, den eigenen Kindern Frusttoleranz beizubringen. Sollte sich beim Kind ein Wutanfall abzeichnen, ist es ratsam, das Spielen direkt zu beenden. Parallel dazu helfen Gespräche darüber, wie man sein eigenes Spielverhalten reflektiert, wann und in welcher Form Ärger über Misserfolge angebracht ist und wann man lieber Abstand zu Videospielen nehmen sollte.
Das Verhalten von stop_drop_roll war also nicht inhärent verkehrt, gerade bei einem Kind, das erst sechs Jahre alt ist. Dennoch ist der Kontext bei diesem Thema ausschlaggebend.
Zwei Updates von Vater und Sohn
Sechs Jahre nach dem originalen Post meldete sich stop_drop_roll das erste Mal mit einem Update. Sein Sohn war zu diesem Zeitpunkt zwölf Jahre alt und wurde mittlerweile mit ADHS und Autismus diagnostiziert.
Videospiele seien weiterhin ein wichtiger Teil seines Lebens, der Vater achte aber sehr darauf, welche Titel seinem Alter angemessen sind. Alles in allem habe sein Kind ein gesundes Verhältnis zu Spielen. Trotzdem antworteten in den Kommentaren dieses Posts weiterhin User, die seinen Ansatz falsch fanden.
Jetzt meldete sich stop_drop_roll ein drittes Mal zu Wort. Seit dem Ursprungspost sind zwölf Jahre vergangen, der Sohn ist inzwischen 18 Jahre alt und schreibt dieses Mal selbst über seine Erfahrungen mit Gaming:
Link zum Reddit-Inhalt
In letzter Zeit habe ich viel darüber nachgedacht, wie sich meine Beziehung zu Videospielen im Laufe der Jahre gewandelt hat. Rückblickend betrachtet waren Spiele nicht bloß ein Hobby, sondern gewissermaßen ein roter Faden durch mein Leben - eine Entwicklung, die mich von einem Kind, das einfach nur auf Knöpfe drückte, zu jemandem gemacht hat, der die Kunst, die Geschichten und die Herausforderungen dahinter wirklich zu schätzen weiß.
Pokémon Y habe vor zwölf Jahren seine Liebe zu dem Hobby in Gang gebracht. Sein Vater habe ihn danach an Spiele wie Zelda und Kingdom Hearts herangeführt. Und auch extrem schwierige Spiele wie Cuphead und Hollow Knight landeten in seinem Spielekatalog. Offenbar hat die Nacht-und-Nebel-Aktion seines Vaters damals nicht allzu viel geschadet. Heute weiß er die Herausforderung durch solche Spiele zu schätzen und übt sich mit ihnen in Geduld.
Dieses Mal fallen die Kommentare deutlich positiver aus. Viele sinnieren über ihre eigenen Erfahrungen, die sie als Kinder mit ihren Eltern machten, wenn es um Gaming ging. Wie sieht es denn bei euch aus? Wie standen eure Eltern damals zu Videospielen und wie handhabt ihr das mit euren eigenen Kindern? Schreibt es uns in die Kommentare und führt gerne auch eure Gedanken zur Debatte weiter aus!
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