Im Spätsommer des Jahres 2001 erschien ein Rollenspiel, das bis heute einen ganz besonderen Platz im Genre einnimmt. Entwickler Troika Games (Vampire: The Masquerade - Bloodlines) versuchte damals, die Grenzen spielerischer Freiheit radikal neu zu definieren.
Ihr größtes Wagnis war im Rückblick betrachtet wohl einfach zu ambitioniert.
Arcanum: Von Dampfmaschinen und Magie sollte auf ewig ein ungeschliffener Diamant bleiben. Veraltete Technik, eine sperrige Benutzeroberfläche und zahlreiche Kinderkrankheiten machten es Neueinsteigern über Jahrzehnte hinweg schwer, die brillante Substanz unter der rauen Schale zu erleben.
Ein Remake könnte Arcanum jetzt doch noch die berechtigte Anerkennung verschaffen. Dafür baut ein Solo-Entwickler den Klassiker von Grund auf neu in der Unity-Engine nach. Wir haben uns das Projekt für GameStar Plus genauer angeschaut.
Das Vermächtnis von Troika Games
Um die Faszination hinter diesem Vorhaben zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf das Original. Nach ihrem Weggang von Interplay Entertainment gründeten die Fallout-Schöpfer Tim Cain, Leonard Boyarsky und Jason Anderson ihr eigenes Studio namens Troika Games.
Ihr Debüt trug den Titel Arcanum: Of Steamworks & Magick Obscura. Die Prämisse war für damalige Verhältnisse beispiellos mutig: Statt auf klassische High-Fantasy zu setzen, trafen in dieser Welt die Gesetze der Magie auf die Umwälzungen der industriellen Revolution, quasi eine Mittelalter-Variante von Shadowrun.
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