Ein 18-Jähriger machte in einem Monat über 250.000 Euro Umsatz mit dem Verkauf von Bierzubehör, dank 3D-Drucker und Social Media

Der auch »Beerzooka« genannte Cruise Cup aus dem 3D-Drucker hat überschaubaren praktischen Nutzen, aber er kommt offenbar trotzdem gut an.

Michael Satterlee hat eine ungewöhnliche Idee für Bierdosen in die Tat umgesetzt. (Bild: Cruise Cup, kotte-zeller.de) Michael Satterlee hat eine ungewöhnliche Idee für Bierdosen in die Tat umgesetzt. (Bild: Cruise Cup, kotte-zeller.de)

In Deutschland trinkt man Bier hauptsächlich aus der Flasche oder dem Glas. In den USA sieht das anders aus. Dort dominieren Dosen den Markt.

In dem Land hat es nun ein junger Unternehmer mit einem Bierzubehör aus dem 3D-Drucker geschafft, für einige Aufmerksamkeit und durchaus bemerkenswerten Umsatz in nur einem Monat zu sorgen (via entrepreneur.com).

  • Es geht um den Cruise Cup, der in Videos seines Erfinders Michael Satterlee auf Instagram auch als Beerzooka bezeichnet wird.
  • Satterlee ist 18 Jahre alt und stammt aus Clifton Park, das etwa 270 Kilometer nördlich von New York City liegt. Er hat die High School inzwischen abgeschlossen und konzentriert sich seitdem auf seine Online-Geschäfte mit 3D-Drucken.
  • Seinen Angaben nach hat er mit dem Cruise Cup allein im November 2025 einen Umsatz von 315.000 US-Dollar beziehungsweise über 250.000 Euro gemacht.

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Wofür ist das Zubehör da?

Es handelt sich um einen Dosenhalter, den es in verschiedenen Ausführungen zu Preisen zwischen etwa 13 und 35 Euro gibt. Manche davon erlauben auch das Halten von zwei Dosen gleichzeitig.

Die möglichen Vorteile davon können Folgendes sein:

  • besserer Halt
  • man hat den Halter in der Hand statt der kalten Dose selbst
  • man muss seltener zum Kühlschrank gehen (gilt nur für die größeren Varianten für zwei Dosen)
  • das Bier bleibt länger kühl (gilt primär für die noch nicht verfügbare Edelstahl-Version)

Ein sehr wichtiger Aspekt für den Erfolg des Cruise Cups dürfte das Nachladen darstellen. Ermöglicht wird es dadurch, dass der Halter nicht nur oben, sondern auch unten offen ist. Die erfolgreichsten Instagram-Videos dazu von Satterlee haben zusammen etwa 200 Millionen Aufrufe erzielt.

Als Gastgeber einer Party wird man wohl hoffen, dass die Besitzer des Cruise Cups ihre Dosen stets ganz leer trinken, schließlich fliegen sie beim Nachladen potenziell im hohen Bogen heraus. Und wer sie fängt, bringt sie natürlich direkt zum nächsten Mülleimer (oder Pfandautomaten).

Nicht der erste Erfolg des Jungunternehmers

Zuvor hatte Satterlee bereits mit einem anderen Angebot auf Basis von 3D-Drucken Erfolg: Solefully. Sein bevorzugter 3D-Drucker ist der Bambu Lab A1, der in einem Preisbereich von etwa 300 Euro liegt.

Dabei handelt es sich um einen Shop für Crocs-Zubehör. Aktuell ist aber nur noch ein Produkt im Shop verfügbar, wohl da sich Satterlee ganz auf die Produktion der Cruise Cups konzentriert.

Auch aus dem 3D-Drucker könnte das Figdet-Gadget Infinity Cube stammen. Mehr dazu erfahrt ihr im Artikel Mein bester Kauf für das Home Office seit Ewigkeiten ist ein kleines Gadget für nur 10 Euro.

So geht es für Satterlee weiter

Um zu wachsen und eine im besten Fall steigende Nachfrage in angemessener Zeit bedienen zu können, plant Satterlee die externe Produktion des Cruise Cups, wie er auf entrepreneur.com angibt:

Selbst mit 150 Maschinen, wenn wir maximal 400 Cruise Cups pro Tag produzieren und ein Video in den sozialen Medien viral geht und uns Tausende von Dollar an Umsatz einbringt, haben wir einen Rückstand. Bei der Massenproduktion kann ich einfach 10.000 Einheiten im Voraus bestellen. Der Versand nach Übersee dauert vielleicht 30 Tage, aber zumindest können wir die Nachfrage bewältigen.

Er hofft vor allem auf einen Erfolg der Edelstahl-Variante, da die Nachfrage ohne das Weihnachtsgeschäft und neue Social-Media-Erfolge deutlich gesunken ist. Im Januar 2026 lag der Umsatz mit Verkäufen bisher nur noch bei etwa 25.000 Euro.


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Zu den größten Herausforderungen für ihn gehört es indes, gutes Personal zu finden. Dennoch rät er anderen, ihr Glück auf ähnliche Weise zu versuchen wie er:

Es kostet viel Geld, ein Produkt zu entwickeln, das es noch nicht auf dem Markt gibt. Aber soziale Medien und 3D-Druck sind ein kostenloser Spielplatz, um Werbung und Produkte zu testen: Wenn man die 3D-gedruckte Version verkaufen kann, kann man auch die hergestellte Version verkaufen.

Ich würde jedem jungen, aufstrebenden Unternehmer raten, so viele Ideen wie möglich zu testen. Probieren Sie einfach alles aus und schauen Sie, was funktioniert. Denn man weiß nie, was funktionieren wird, und selbst wenn eine Idee in Ihrem Kopf dumm klingt, schadet es nicht, sie auszuprobieren.

Eine interessante neue Idee aus einem völlig anderen Bereich konnte sich unser Autor Jan Stahnke im letzten Jahr ansehen: Für ein paar hundert Euro würde ich mir gleich zwei in die Wohnung stellen: Xeo Pod auf der CES ausprobiert.

Was haltet ihr von der Idee des Cruise Cup? Könntet ihr euch vorstellen, euch ein solches Modell zu kaufen? Oder eine der anderen Varianten, etwa den Ultimate Cruise Cup 3.0 mit integrierten Halterungen für weitere Gegenstände wie Zigaretten und einen Verdampfer? Und habt ihr selbst noch Ideen für praktisches Zubehör, das man mit einem 3D-Drucker herstellen könnte? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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