Der USB-Stick feiert 25-jähriges Jubiläum, doch vorgezeichnet war der Erfolgsweg nicht

Zum Jubiläum des beliebtesten Massenspeichergeräts der Welt schauen wir auf dessen Entstehung und ehemalige Konkurrenten.

Das wahrscheinlich erfolgreichste unter den tragbaren Massenspeichermedien der Welt: Der USB-Stick. (Bildquelle: Esa Riutta via Pixabay) Das wahrscheinlich erfolgreichste unter den tragbaren Massenspeichermedien der Welt: Der USB-Stick. (Bildquelle: Esa Riutta via Pixabay)

Der USB-Stick ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Ob Bilder, Musik, Videos oder andersartige Dateien: Wer einen handlichen, schnell verfügbaren Zwischenspeicher braucht, der setzt auf den kleinen, meist quaderförmigen Helfer. Außerdem werden so ziemlich alle äußeren Komponenten, die man sich vorstellen kann, mittlerweile über die Schnittstelle angeschlossen: Laufwerke, Kopfhörer, Tastaturen, Mäuse, Drucker, Scanner, (externe Festplatten).

Wir blicken zurück auf eine bewegte Historie.

Der Startschuss

Wer den USB-Stick letzten Endes erfunden hat, ist bis heute unsicher. Sicher ist: Im Jahr 1996 wurde der Universal Serial Bus (USB) in der Version 1.0 mit einer Datenübertragungsrate von höchstens 12 Mbit/s eingeführt. Für den Stick selbst ging es dann im Jahr 2000 mit der Version 2.0 los. Die bot 480 Mbit/s, also eine Steigerung um 4.000 Prozent.

Mittlerweile steht man mit den Versionen 3.1 Gen 2 von 2014 bei 10 Gbit/s und 3.2 von 2017 bei 20 Gbit/s. USB4 ist zwar seit 2019 als Schnittstelle veröffentlicht worden und bietet in der Gen 2 von 2022 rund 80 Gbit/s als symmetrische Übertragungsrate, aber USB-Sticks gibt es für diese Ausführung noch nicht.

Diese USB-Anschlüsse sind gängig

Es gibt viele Varianten des USB-Anschlusses. Hier diejenigen, welche ihr häufig antreffen werdet:

  • Standard ist noch der USB-Typ-A-Anschluss, häufig in der Variante 2.0, die aber in Sachen der Geschwindigkeit längst von 3.0 und 3.1 überholt worden ist. Letztere sind am farbigen USB-Schacht des Laptops oder Computers – meist blau – zu erkennen.
  • Neuer Standard soll der USB-Typ-C-Anschluss werden, weil es endlich gleichgültig ist, wie herum der Stecker angeschlossen wird. Vor allem Smartphones, mittlerweile auch iPhones, nutzen ihn breit.
  • USB-Typ-B 2.0 ist nach wie vor der übliche Anschluss für Drucker sowie Scanner und fast viereckig. Es gibt ihn auch in der 3.0-Variante – meist blau.
  • USB-Micro-B 3.0 ist gängig für externe Festplatten, vor allem im Terrabyte-Bereich. Die Kabel münden in den Rechner, überwiegend in einem USB-Typ-A-Stecker.

Eine Schnittstelle, viele Form-Faktoren für die Stecker: Der USB-Anschluss und seine Typen. (Bildquelle: VectorMine - adobe.stock.com) Eine Schnittstelle, viele Form-Faktoren für die Stecker: Der USB-Anschluss und seine Typen. (Bildquelle: VectorMine - adobe.stock.com)

PS/2, Apple Lightning und Thunderbolt

Tastaturen wurden früher oft über den PS/2-Anschluss mit dem Rechner verbunden, der einen gewaltigen Vorteil besaß: Keine Limitierung des Key Rollover, was bedeutet, dass jede Taste einzeln von der Hardware registriert wird. Damit werden die Buchstaben beim Schreiben immer in der korrekt gedrückten Reihenfolge wiedergegeben und das berüchtigte Ghosting wird vermieden. Dieses führt dazu, dass, beim Drücken mehrerer Tasten gleichzeitig, ein Signal falsch gedeutet wird und eine nicht gedrückte Taste dennoch als ausgelöst registriert wird.

Lange Zeit der Standard für Tastaturen, wie die berühmten IBM Model M: der PS2-Anschluss. (Bildquelle: satoshi.o - adobe.stock.com) Lange Zeit der Standard für Tastaturen, wie die berühmten IBM Model M: der PS/2-Anschluss. (Bildquelle: satoshi.o - adobe.stock.com)

Ein anderer gewichtiger Grund, warum noch PS/2-Anschlüsse in manchen Motherboards verbaut werden: Das ermöglicht in Unternehmensumgebungen, die stark gesichert werden sollen, die Deaktivierung aller USB-Schnittstellen, ohne auf Eingabegeräte verzichten zu müssen, wodurch keine verseuchten USB-Geräte angeschlossen werden können.

Apple hat den Lightning-Anschluss mittlerweile zum alten Eisen legen müssen. USB-C hat sich durchgesetzt. Apple hat den Lightning-Anschluss mittlerweile zum alten Eisen legen müssen. USB-C hat sich durchgesetzt.

Die Firma Apple ging gern eigene Wege und hat vor allem den Apple Lightning als Anschluss mit den iPhones groß gemacht, während die Android-Geräte meist einen USB- und oft zusätzlich einen Klinken-Anschluss für Kopfhörer boten.

Ab 2018 stattete Apple verschiedene Geräte ausschließlich mit USB-C aus und im Jahr 2022 beschloss die EU-Kommission, dass bis Ende 2024 alle elektronischen Geräte innerhalb der Union einen USB-C-Anschluss besitzen müssen. Daher stellte Apple ab dem iPhone 15 auch die Smartphones auf USB-C um.

Ein weiterer, ehemaliger Rivale nennt sich Thunderbolt. Dieser Anschluss wurde von Apple und Intel entwickelt und entspricht einer Mischung aus DisplayPort und PCI-Schnittstelle. Er kann Daten, Strom, Bild und Ton übertragen, weswegen er vorrangig für Monitore und (externe) Festplatten benutzt wird. Seit 2011 ist Thunderbolt erhältlich, doch seit Version 3 wird USB-C als Stecker-Format benutzt und USB4 wurde sogar auf Basis von USB 3.2 und Thunderbolt 3 entwickelt. Auch die Lizenzen zu Thunderbolt übergab Intel an das USB Implementers Forum.

Wie ihr seht, war es alles andere als eine ausgemachte Sache, dass der USB-Standard sich zum Platzhirsch entwickelt hat. Doch wegen der EU-Vorgabe bezüglich USB-C und der Integration von USB-Schnittstellen und Thunderbolt sind die letzten Rivalen beinahe verschwunden. Auch der USB-Stick, der keinen wirklichen Gegner kennt und den Datentransport stark vereinfachte, hat dafür gesorgt, dass die USB-Schnittstelle an und für sich zum weltweiten Standard für die meisten Stecker geworden ist.

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