Ich selbst bin großer Fan von ANC (aktivem Noise Cancelling), mehr noch, wenn ich im Flugzeug oder der Bahn sitze. Da möchte ich einfach nur meine Ruhe.
Vor einigen Jahren noch war Noise Cancelling der Oberklasse vorbehalten. Mittlerweile gibt’s das Feature auch bei Einsteigermodellen.
Wenn ihr gute und günstige Kopfhörer mit Fokus auf Noise Cancelling sucht, habe ich drei Empfehlungen für euch.
Hinweis: Bevor ich euch im Detail auf die Kopfhörer eingehe, erkläre ich Noise Cancelling. Falls ihr direkt zu meinen Empfehlungen springen wollt:
Aktives Noise Cancelling erklärt
Wie der Name schon sagt, filtert Noice Cancelling Umgebungsgeräusche heraus. Man unterscheidet dabei zwischen zwei Arten:
- Passives Noise Cancelling
- Aktives Noise Cancelling
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Sony ist für viele der Noise-Cancelling-König, jetzt wurde eine neue Generation vorgestellt
So funktioniert passives Noise Cancelling: Als solches bezeichnet man Kopfhörer, die besonders gut abschließen oder hohen Anpressdruck besitzen. Das können sowohl Over-Ear-, On-Ear- als auch In-Ear-Geräte sein.
So funktioniert aktives Noise Cancelling: Aktives Noise Cancelling (ANC abgekürzt) arbeitet mit Mikrofonen an den Kopfhörern aktiv gegen Umgebungsgeräusche.
Kopfhörer mit ANC erzeugen mit ihren Mikrofonen Antischall im Ohr, der gegen den Umgebungslärm steuert und ihn so gut es geht neutralisiert. Dadurch wird der Lärm, der euer Trommelfell erreicht, vermindert.
3 Kopfhörer für unter 100 Euro mit starkem ANC
Meine drei Empfehlungen haben eines gemeinsam: Ihr Fokus liegt vor allem auf ANC. Sprich: Der Klang steht erstmal hinten an; Ruhe ist Kredo Nummer 1.
Nothing Ear (a)
Dass mich mal ein Handyhersteller mit preiswerten In-Ears beeindrucken würde, hätte ich auch nicht gedacht – bis die Nothing Ear (a) daherkamen.
Klangqualität: Obwohl die die Kopfhörer auf Kunststoff- anstatt Keramiktreiber setzen, bieten sie einen ausgewogenen Sound. Wahlweise dürft ihr via App mittels Presets und einem Equalizer noch nachhelfen – das ist bei dieser Preisklasse rar.
Mein Kollege Linh hat sich in seinem Test zur Aussage hinreißen lassen, dass die Klangqualität mit zu den besten gehört, die er je im Ohr hatte.
ANC: Die Funktion lässt sich bei den Nothing Ear (a) in drei Stufen einstellen: niedrig, mittel und hoch. Besonders gut filtern die Kopfhörer niedrige Töne heraus (etwa das Brummen im Flugzeug), bei höherer Frequenz sickern Töne eher durch, sind aber leiser.
Besonderheiten:
- Trageerkennung
- Hi-Res-Codecs
- Multipoint für mehr als eine Verbindung
Was ihr sonst noch wissen müsst: Rundum machen die Nothing Ear (a) eine gute Figur, allerdings ist der Transparenzmodus nicht optimal. Zu leise und zu dumpf. Darüber müsst ihr hinwegsehen können.
Preis: Die Nothing Ear (a) bekommt ihr bereits ab 69 Euro im Handel, nice (via Geizhals).
JLab JBuds Lux ANC
Wenn In-Ears nichts für euch sind, habe ich auch einen Over-Ear in petto. Durch die geschlossene Bauweise schirmen Bügelkopfhörer von Natur aus Lärm von außen besser ab.
Klangqualität: Klanglich machen die JBuds Lux vor allem bei Pop und Rock eine gute Figur. Der Klang ist insgesamt recht warm und weich, wodurch die Klangweite ein wenig leidet. Out of the box ist mir der Over-Ear ein wenig zu schwachbrüstig bei den Mitten und zu dominant beim Bass, da lässt sich jedoch entgegensteuern – und das empfehle ich euch auch.
Es gibt einen Equalizer in der App sowie diverse Klangprofile, die ich euch ans Herz lege, wenn ihr mehr aus dem Kopfhörer herausholen wollt.
ANC: In Sachen Noise Cancelling sind diese Kopfhörer recht ähnlich zu den Nothing Ear (a): Sehr stark im Tieftonbereich, weniger gut, je höher die Frequenz geht. Das ist im Übrigen ein notorisches Verhalten von ANC-Kopfhörern.
Besonderheiten:
- Lange Akkulaufzeit von bis 70 Stunden (mit ANC weniger)
- Multipoint für mehr als eine Verbindung
- Spatial-Audio-fähig
Was ihr sonst noch wissen müsst: Und noch eine Verbindung zu den Nothing Ear (a): Auch die JLab JBuds Lux ANC machen beim Transparenzmodus keine allzu gute Figur. Außerdem könnte das Modell für Menschen mit großen Köpfen zu eng sein.
Preis: Die JLab JBuds Lux ANC bekommt ihr ab rund 80 Euro (via Geizhals).
Cambridge Audio Melomania M100
Die ersten Earbuds von Cambridge Audio habe ich eine ganze Weile lang getragen. Die britische Soundschmiede hat mich damals aus dem Stand heraus mit guter Klangqualität beeindruckt.
Klangqualität: Die Melomania M100 sind im besten Sinne neutral. Manch einer würde es als langweilig bezeichnen, ich sehe darin eine Stärke. Bei nahezu jedem Musikgenre machen die Knöpfe eine gute Figur. Zudem gibt es ausnahmsweise keinen prädominanten Bass, mir gefällt das.
Gerade in Sachen Klangbühne und Details liefern die In-Ears für den Preis ab, da habe ich mit den Ohren geschlackert.
ANC: Beim Noise Cancelling sehe ich die Melomania M100 ein Eckchen besser als die beiden Vorgänger. Mehr ist da aber auch nicht zu wollen, für richtig starkes ANC braucht es mehr Mikros und eine potentere, softwareseitige Verarbeitung. Da darf man bei unter 100 Euro auch nicht zu viel erwarten.
Besonderheiten:
- Eigene App mit Equalizer
- 5 Eartips im Lieferumfang
- Lange Akkulaufzeit (über 10 Stunden)
Was ihr sonst noch wissen müsst: So gut die Melomania M100 auch sind, sie passen nicht in jedes Ohr – wortwörtlich. Sowohl die Knöpfe selbst als auch der Teil, den ihr euch in die Ohrkanäle schiebt, sind recht groß. Das dichtet gut ab, aber kleine Ohren haben da keine Chance; es tut auf Dauer weh. Daher: Unbedingt ausprobieren, wenn ihr könnt.
Preis: Die Cambridge Audio Melomania M100 bekommt ihr ab 99 Euro (via Geizhals).
Zum Schluss noch ein paar allgemeine Tipps, wenn es um die richtigen Kopfhörer geht.
- Seid euch klar darüber, worauf euer Fokus liegt: gutes ANC? Starker Klang? Oder doch eine bestimmte Funktion?
- Nicht jedes ANC funktioniert gleich gut. Grob gesagt gilt: Je mehr Mikros verbaut sind, die Umgebungsgeräusche einfangen, desto besser ist die Neutralisation.
- Probiert Kopfhörer immer vorher aus, wenn ihr könnt. Dabei geht es vor allem um Tragekomfort und nichts ist ärgerlicher, als ein tolles Paar Kopfhörer, das nach kurzer Zeit wehtut.
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