Ganz unter uns: Ja, ein Surroundsystem scheppert jede Soundbar qualitativ an die Wand, wenn ich aber die Wahl habe, greife ich zur Klangstange.
- Kein ewiges Einmessen
- Schnelle und unkomplizierte Installation
- Allemal besser als der Blechsound, den TVs von sich geben.
Aber auch bei Soundbars gibt es nicht wenige Stolperfallen, in die ihr treten könnt – vielleicht auch deshalb, weil die Geräte so simpel erscheinen.
Ich verrate euch drei Sünden, die ihr nicht begehen solltet und wie ihr sie spielend leicht umschifft.
1. Sünde: Viel hilft viel
Ihr geht in den Elektrofachhandel eures Vertrauens und seht auf der Packung einer 200-Euro-Soundbar riesig stehen: »1.000 Watt!«. Ganz schön viel Leistung, oder?
Ja, aber nur theoretisch. Dort wird meist der PMPO-Wert (Peak Music Power Output) angegeben. Das ist ein potenzieller, hochgerechneter Spitzenwert, den die Soundbar nie erreichen wird, weil sonst die Membran der Treiber reißen oder das Netzteil in Rauch aufgeht.
Das ist wie, als würde man sagen, dass ein Auto theoretisch (ohne Luftwiderstand) bis zu 800 km/h erreichen könnte – wenn man es eine Klippe runterschubst, die tief genug ist.
Den Wert, auf den ihr wirklich achten solltet: RMS (Root Mean Square). Das ist die durchschnittliche, saubere Dauerleistung, die der Lautsprecher über einen langen Zeitraum ohne Verzerrungen liefern kann. Ihr lasst eure Soundbar ja nicht über Stunden bei Volume 100 rennen, sondern für einen Film auf Zimmerlautstärke.
2. Sünde: Wattzahl ≠ Klangqualität
Bleiben wir kurz bei der Power. Ihr erinnert euch an den prominenten 1.000-Watt-Sticker auf der Verpackung. Angenommen, die Soundbar packt so viel Saft, ohne zu zerreißen: Wer garantiert euch, dass es am Ende auch gut klingt?
Die Wattzahl sagt lediglich aus, wie viel Strom in den Lautsprecher hineinfließt – aber nicht, wie gut der Klang ist, der herauskommt.
Wichtig ist vor allem die Beschaffenheit der Treiber.
- Billige Treiber bestehen gerne mal aus billigem Kunststoff mit schwachen Magneten. Läuft hier viel Leistung (Watt) ein, fängt die Membran an, unkontrolliert zu vibrieren. Am Ende kommen verzerrter Klang, zischende Stimmen und undefinierbarer Klangbrei dabei heraus.
- Hochwertige Treiber nutzen Material mit einer hohen Steifigkeit, wie etwa Kevlar oder beschichtetes Aluminium. Das kombiniert mit starken Magneten sorgt dafür, dass die Membran nicht flattert, und so Sound präzise wiedergegeben wird.
Um es auf den Punkt zu bringen: Ein exzellenter Treiber klingt mit 20 Watt um Welten besser als ein schlechter Treiber mit 100 oder – Trommelfell bewahre – 1.000 Watt.
3. Sünde: Größe spielt keine Rolle
Ihr kennt sicher die Handys, die Dolby Atmos im Datenblatt stehen haben. Wie viel 3D-Klang kann aus so einer Flunder herauskommen? Und haargenau das solltet ihr euch bei Soundbars auch fragen.
Eine größere Soundbar bedeutet:
- Bessere Kanaltrennung und Treiberplatzierung: Je größer die Soundbar, desto klarer lassen sich die Treiber für die verschiedenen Kanäle physisch voneinander trennen. Das sorgt für eine breitere Klangbühne und verbessert die Stereo-Ortung.
- Mehr Platz für dedizierte Treiber: Es finden ausgewiesene Hoch-, Mittel- und Tieftöner Platz. Das führt zu einem detailreichen Klangbild und deckt das Frequenzspektrum besser ab.
- Breitere Soundstage: Durch die größere physische Breite können Treiber weiter auseinander platziert werden. Das sorgt dafür, dass der Sound voluminöser wirkt, weil der Schall physisch betrachtet von weiter auseinanderliegenden Quellen kommt. Das Ergebnis: mehr Räumlichkeit.
- Stabile Pegelfestigkeit und höhere Maximallautstärke: Größere Treiber und robustere Verstärker in großen Soundbars erreichen oft höhere Lautstärken ohne Verzerrungen oder Kompression. Vor allem bleiben sie stabil und schwingen weniger, wenn es laut wird. Dadurch wird die Chance auf Misstöne nicht nur verringert.
- Bessere Basswiedergabe: Große Soundbars haben einen, nun, großen Klangkörper; sie erzeugen mehr Resonanzvolumen. Das bedeutet: Es entsteht ein tieferer, kräftigerer und präziserer Bass.
Es sei natürlich noch erwähnt, dass auch euer Platz zu Hause vorgibt, wie groß die Soundbar denn sein darf. Als Faustregel gilt: größer ist tendenziell immer besser.
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Hand aufs Herz: Ich habe noch eine ganze Bibel voller Soundbar-Sünden, doch das hier sind meiner Meinung nach die drei wichtigsten. Wollt ihr noch mehr hören, dann schreibt es gerne in die Kommentare, denn mit schlechtem Klang im Heimkino muss heutzutage nun wirklich niemand mehr leben.







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