Um mal eben das legendäre »Club Nintendo«-Magazin aus der Ausgabe 4/1990 zu zitieren:
»Game Boy, was ist das? Eine Revolution der Videospielsysteme erscheint von Nintendo – der Game Boy! Es ist ein tragbares Videospiel, bei dem jedes Spiel mit Stereo Sound und schnellen, detaillierten Grafiken ausgerüstet, und so aufregend wie Nintendos Heimsystem, dem Nintendo Entertainment System ist.«
Der leicht holprigen Sprache und dem inhaltlichen Nichtssagen zum Trotz war dieser Artikel extrem wichtig. Denn er läutete die Veröffentlichung des Game Boy in Europa ein, nachdem er in Japan bereits anderthalb Jahre und in den USA ebenfalls bereits mehr als ein Jahr lang erhältlich war. 169 DM war damals die unverbindliche Preisempfehlung, was heute inflationsbereinigt etwa 180 Euro entspricht.
Ein wirklich guter Preis für das System, und damals hat Nintendo seinen neuen Konsolen auch noch ordentlich was beigelegt: Neben dem Game Boy befanden sich in der voluminösen Packung ein Spiel (Tetris), ein Satz Kopfhörer, ein Link-Kabel sowie vier R6-Batterien.
Also alles, was man brauchte, um sofort loslegen und nie wieder die Hände davon lassen zu können. Oder wie der Spiegel es am 9. Dezember 1990 formulierte: »Spielcomputer im Taschenrechnerformat sind Verkaufsschlager im Weihnachtsgeschäft«, während im selben Artikel Tetris als »Einstiegsdroge« bezeichnet wird.
Vor dem Game Boy
Die Geschichte des Game Boy beginnt lange vor seiner Veröffentlichung und ist vor allem mit einem Namen verbunden: Gunpei Yokoi. Der Erfinder begann in den 60er Jahren als Ingenieur bei Nintendo und entwickelte da abgefahrene Spielsachen wie die »Ultra Hand« oder den »Love Tester«.
Der Legende nach fuhr Yokoi eines Tages im Schnellzug Shinkansen und sah dort einen Geschäftsmann, der auf einem Taschenrechner mit LC-Display herumtippte. Das gab ihm die Idee für ein simples, tragbares Videospielsystem auf LCD-Basis. Und diese Idee führte 1980 zum ersten »Game&Watch«, eine Mischung aus supersimplem Spiel und einer Uhr – der Name versprach da echt nicht zu viel.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.