Die Welt wird von Monstern heimgesucht, einem fiesen Bösewicht regiert oder steht kurz vor dem Untergang, aber was macht der Held? Er sitzt in der Taverne und spielt Karten, sammelt staubige Artefakte in längst vergessenen Gruften oder piesackt die Stadtbewohner mit fiesen Streichen, anstatt endlich seinen Job zu machen!
Die typische Open-World-Krankheit hat uns wohl alle schonmal befallen. Eigentlich hätten wir eine wirklich dringende Aufgabe, aber die Welt liegt uns zu Füßen und wir wollen doch viel lieber erkunden! In welchen Spielen es uns am schlimmsten erwischt hat, verraten wir euch hier.
Just Cause 3
Peter Bathge: Im Land der unbegrenzten Explosionen spielt die Story definitiv die kleinste Rolle. Just Cause 3 ist so ein herrlicher Abenteuerspielplatz, in dem ich mich per Gleitschirm und Greifhaken in wenigen Augenblicken von einer zu zerstörenden Basis zur nächsten ziehen kann, dass ich gar nicht auf die Idee komme, mich mit den Hauptmissionen aufzuhalten. 130 Orte gibt’s auf der Weltkarte zu befreien und ich darf sie anschließend sogar zurücksetzen, um mit anderen Waffen alles noch einmal zu machen - das sollten viel mehr Open-World-Spiele für ihre Außenposten kopieren!
Die Geschichte um einen bösen Diktator, der die Bevölkerung unterdrückt … bla bla bla, das haben wir schon x-mal gesehen. Immerhin gibt’s ein paar coole Gags mit einer Kuh in den Zwischensequenzen. Aber die hat man nach fünf Minuten wie alle Dialoge auch schon wieder vergessen. Denn zu der Zeit hängt Held Rico kopfüber an einem Helikopter und tackert Zivilisten an einen Traktor, den er anschließend mit einer Sprengladung 50 Meter in die Luft katapultiert. Yay!
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Just Cause 3 - Test-Video zum explosiven Open-World-Kracher
Valheim
Miffy Höftmann: Ich könnte hier so ziemlich jede Open World nennen, die ich kenne, aber da ich gerade komplett in Valheim versumpfe, passt das Survival-Spiel wie das Met in meinen Wikingerbauch.
Hier sind es nicht etwa Nebenquests, die mich von meiner eigentlichen Hauptaufgabe ablenken, sondern mein innerer Bauarbeiter. Statt mich von einem Bosskampf in den nächsten zu stürzen, verbringe ich Stunden um Stunden einfach zu Hause und baue mein Dorf aus. Ich zimmere Hütten, die thematisch zu Berufen passen (die dann alle von mir ausgeübt werden), errichte imposante Türme und stelle Verteidigungsanlagen auf, die mein Werk vor Angriffen schützen.
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Valheim 1.0 - Test-Video zum fertigen Survival-Hit
Regelmäßig komme ich dabei leider an einen Punkt, der mich dann doch an die Waffe zwingt. Denn neue Bauobjekte schalte ich nur mit Ressourcen frei, für die ich den Loot besagter Bosse brauche. Aber gut, solange ich dadurch noch mehr bauen kann, unterbreche ich meine Zimmermannsorgien gerne mit dem Vermöbeln von riesigen Miesepetern.
Elden Ring
Schmiffy Schmöftmann: Elden Ring und ich haben eine lange Geschichte. Zum Release im Jahre 2022 habe ich knapp 160 Stunden in meinen ersten Spieldurchlauf investiert und hab dabei noch nicht einmal die ganze Karte aufgedeckt. Vier Jahre später habe ich den nächsten Versuch gewagt, dieses Mal mit dem DLC Shadow of the Erdtree als üppige Beilage. Sagen wir es mal so: Die 160 Stunden von damals waren nur ein Vorgeschmack auf die Länge meiner Reise durch die Zwischenlande (Zwischenstand: 190 Stunden kurz vor Ende des DLC).
Ich habe mich so dermaßen in den letzten Winkeln von Limgrave, Liurnia und den Schattenlanden verirrt, dass ich irgendwann schon gar nicht mehr wusste, weshalb ich überhaupt hier war – und darüber war ich auch irgendwie froh.
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6 Geheimnisse im DLC zu Elden Ring, die uns überrascht haben!
Denn erst durch die verwaisten Dörfer und die letzten Einwohner des am Abgrund stehenden Kontinents entfaltet sich die emotionale Bandbreite von Elden Ring. Hinter jedem Bösewicht, jedem Monster und jeder geschundenen Länderei verbirgt sich eine Geschichte.
Und die wird einem eben nicht auf die Nase gebunden. Es gibt nur selten NPCs, die Klartext reden. Vieles muss man sich selbst aus der Umgebung, Items oder Ausrüstung zusammenreimen. Das mag für viele anstrengend sein, ich finde es aber deutlich authentischer als Map-Marker und Charaktere mit Ausrufezeichen über dem Kopf.
Ich habe mir gern die Zeit genommen, die Welt von selbst wirken zu lassen. Und vielleicht lasse ich den Endboss sogar noch ein Weilchen länger leben als nötig. Nur, um noch ein bisschen bleiben zu können.
The Elder Scrolls 5: Skyrim
Dennis Zirkler: Ich habe in Skyrim schon so ziemlich alles gemacht. Ich bin in dutzende Häuser eingebrochen, habe unzähligen Drachen die Kauleiste poliert und mehr Zeit in irgendwelchen Diebeshöhlen verbracht, als mir lieb ist. Nur die Hauptgeschichte habe ich bis heute nie durchgespielt.
Schuld daran ist nicht nur die Open World, sondern vor allem die Modding-Community. Ich habe über die Jahre unzählige Mods ausprobiert und Skyrim damit teilweise so stark verändert, dass vom ursprünglichen Spiel kaum noch etwas übrig war.
Meine beste Zeit hatte ich aber mit der Mod Skyrim at War. Die verwandelt den eher unspektakulären Bürgerkrieg zwischen Kaiserlichen und Sturmmänteln in einen richtigen Krieg. Überall marschieren Truppen durch die Landschaft, die sich bei Begegnungen teilweise riesige Schlachten liefern. Die Kämpfe entstehen dabei dynamisch, weil die Patrouillen tatsächlich aufeinandertreffen.
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Skyblivion: Die Riesenmod für Skyrim zeigt euch fast eine halbe Stunde Gameplay
Plötzlich fühlte sich Himmelsrand wie eine Welt an, in der tatsächlich Krieg herrscht. Statt irgendwelche Quests abzuarbeiten, bin ich stundenlang durch die Gegend gezogen, habe mich in Schlachten gestürzt oder einfach nur zugeschaut, wie sich die beiden Fraktionen gegenseitig vermöbeln.
Dass ich das Ende nie gesehen habe, hat mich übrigens nie gestört. Skyrim muss ich nicht durchspielen. Viel wichtiger ist, dass ich gerne dahin zurückkehre, auch wenn ich mehr Zeit mit dem Installieren von Mods als mit dem eigentlichen Zocken verbringe. Und nach 15 Jahren erwartet mich Alduin garantiert ohnehin nicht mehr.
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