Ein Mann rettete 7.000 Apple-Computer, um sie in Zukunft zu verkaufen: Das Unternehmen nahm sie zurück und beschloss, sie zu vergraben

Wir schauen zurück auf eine kuriose Geschichte aus den Anfangszeiten der Personal Computer und von Apple.

Der kaum erfolgreiche Vorreiter des Apple Macintosh: Apples Lisa-Computer, der Anfang der 1980er erschienen ist. (Bild: stock.adobe.com - photology1971) Der kaum erfolgreiche Vorreiter des Apple Macintosh: Apples Lisa-Computer, der Anfang der 1980er erschienen ist. (Bild: stock.adobe.com - photology1971)

Apple-Hardware war nicht immer so ein großer Erfolg beschienen, wie es heutzutage meist der Fall ist. Ein Beispiel dafür sind die Apple-Computer mit dem Namen Lisa, die im Jahr 1983 auf den Markt kamen.

Ihr Misserfolg war der Grund dafür, dass ein Mann namens Bob Cook 7.000 dieser Rechner von Apple übernommen hat, um sie zu überarbeiten und gewinnbringend weiterzuverkaufen.

Doch am Ende entschied sich Apple um, nahm die Rechner wieder zurück und verschrottete sie.

Wie genau es dazu kam, erfahrt ihr jetzt.


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Apple greift mit Lisa daneben

Grundsätzlich war Lisa ein durchaus vielversprechendes Projekt, an das Apple nach einem Aktiendeal mit der Firma Xerox herangekommen ist.

Das für die damalige Zeit Besondere daran: die grafische Oberfläche, die per Maus bedient werden konnte. Heutzutage ist das völlig selbstverständlich, in den Anfangszeiten der Personal Computer sah das aber noch anders aus.

Doch dass ein gutes Konzept alleine nicht reicht, um eine Rechner erfolgreich zu machen, zeigte Lisa deutlich aufgrund mehrerer Probleme, wie Mac History berichtet.

  • Der Preis war selbst für damalige Verhältnisse mit 10.000 US-Dollar beziehungsweise 30.000 Mark viel zu hoch.
  • Der Prozessor in Form eines Motorola 68000 mit fünf Megahertz konnte mit dem innovativen Betriebssystem Lisa OS nicht wirklich Schritt halten.
  • Das Diskettenlaufwerk machte technische Probleme und funktionierte nicht immer richtig.

Gepaart mit starker Konkurrenz durch IBM oder auch von Apple selbst in Form des ersten Macintosh aus dem Jahr 1984, war Lisa damit quasi von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

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Wie Bob Cook ins Spiel kam

Nachdem Apple das Projekt Lisa im Jahr 1985 endgültig eingestellt hat, musste entschieden werden, was mit den 7.000 Restexemplaren der Computer passiert.

  • Da Bob Cook mit seiner Firma Sun Remarketing bereits im Falle des Apple III alte Hardware der Firma erfolgreich übernommen und mit Gewinn weiterverkauft hat, war der Plan für Lisa zunächst der gleiche und Cook lagerte die 7.000 Modelle ein.
  • Um sie trotz der Probleme möglichst gut verkaufen zu können, rüstete Cook die Geräte für insgesamt 200.000 US-Dollar auf, unter anderem durch ein besseres Diskettenlaufwerk, mehr Arbeitsspeicher und eine größere Festplatte.
  • Doch die nun Lisa Professional genannten Computer wurden nie verkauft, weil Apple sich im Jahr 1989 dazu entschied, sie alle von Cook zurückzuholen und zu entsorgen. Möglich machte das wohl eine passende Klausel im Verkaufsvertrag.

Wie viel Apple die Rücknahme gekostet hat und ob Cook für seine Aufrüstkosten entschädigt wurde, ist unseres Wissens nach nicht bekannt.

Warum hat Apple das getan?

Dazu gibt es verschiedene Erklärungsansätze, wie auch aus einem Video von The Verge zu dem Fall hervorgeht.

  1. Apple hätte weiter für den Service der Geräte aufkommen müssen, auch wenn sie von Sun Marketing verkauft und gewartet wurden.
  2. Die Zerstörung der Computer hat Apple im Ausgleich Steuervergünstigungen eingebracht.
  3. Apple wollte schließlich doch dafür sorgen, dass der Misserfolg mit Lisa möglichst schnell wieder in Vergessenheit gerät.

Auch wenn sich wohl nicht mehr sicher klären lässt, was am Ende wirklich ausschlaggebend für die Entscheidung von Apple war, steht eines ganz unabhängig davon fest: Die Computer alle einfach wegzuwerfen, war aus ökologischer Sicht sowie unter Recycling-Aspekten eine sehr schlechte Wahl.

Hinweis: Dieser Artikel ist in einer früheren Version bereits auf GameStar.de erschienen.

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