Spätestens durch Nvidias neue und extrem schnelle Geforce RTX 4090 rückt das Thema Spielen in 8K
wieder mehr in den Fokus. Passende PC-Monitore sucht man zwar noch vergeblich und Fernseher mit dieser Auflösung sind nur recht wenige auf dem Markt, aber dank moderner (Treiber)-Technik ist es auch ganz ohne 8K-Bildschirm möglich, in dieser Auflösung zu spielen. Bleibt nur die Frage, was das bringt?
Eine Annäherung an die Antwort darauf wage ich mit einem kleinen Experiment: Sieht man einen Unterschied, wenn man auf einem Full-HD-Fernseher per Downsampling von der nativen Full-HD-Auflösung (1920x1080) zu 4K (3840x2160) und sogar zu 8K (7680x4320) wechselt?
Bei genauem Hinsehen lautet die Antwort überraschend klar Ja!
, wie die beiden Vergleichsvideos weiter unten zeigen. Warum das in der Spielepraxis aber letztlich unbedeutend ist, erfahrt ihr in diesem Artikel. Den Fernseher, der dabei zum Einsatz kommt, liebe ich auch nach über zwölf Jahren immer noch. Wieso, könnt ihr in diesem Artikel nachlesen:
Rahmenbedingungen und Einschränkungen
Nachdem ich bereits erste 8K-Gehversuche mit einem 4K-Monitor in 32 Zoll für den PC gewagt habe, nutze ich hier zur Abwechslung einen 46-Zoll-Fernseher mit Full-HD-Auflösung.
Damit sind wir gleichzeitig bei einer wichtigen Einschränkung dieses Experiments: Für den Bildeindruck ist es sehr entscheidend, wie groß der verwendete Monitor ist, welche native Auflösung er besitzt und in welchem Abstand ihr euch dazu befindet. Das macht allgemeingültige Aussagen fast unmöglich, vom Faktor subjektive Wahrnehmung
ganz abgesehen. Interessant finde ich die Testergebnisse dennoch.
Als Grafikkarte kommt die Radeon RX 6900 XT zum Einsatz. Nach Aktivierung der Funktion Virtual Super Resolution
(VSR) ermöglicht es der AMD-Treiber auch auf einem Full-HD-Monitor, die 8K-Auflösung in Spielen auszuwählen. Dazu müssen sie allerdings im exklusiven Vollbildmodus laufen. Upscaling-Techniken wie DLSS und FSR nutze ich in diesem Experiment nicht.
Der Nvidia-Treiber bietet als Pendant zu VSR die DSR-Funktion an, standardmäßig liegt das Maximum hier aber bei der vierfachen nativen Auflösung. Mit einem Full-HD-Monitor ist so maximal 4K möglich, Abhilfe kann jedoch das Custom DSR-Tool schaffen. Wählt darin einfach jeweils für die X- und die Y-Achse eine Vervierfachung aus, was dann insgesamt der 16-fachen Pixelmenge und damit 8K entspricht.
Der Unterschied kann groß sein, aber...
Erstes Testobjekt ist Cyberpunk 2077 mit hohen Details ohne Raytracing - andernfalls würden die FPS spätestens in 8K völlig in die Knie gehen (dazu im Abschnitt Der große Haken bleibt gleich
mehr).
Zwischen Full HD und 4K ist auch bei meinem normalen (und ziemlich hohen) Sitzabstand zum Fernseher von fast vier Metern ein Unterschied zu erkennen, das Bild wirkt ruhiger und etwas schärfer. Der Wechsel zu 8K verändert das Bild auf den ersten Blick so gut wie gar nicht, bei etwas Bewegung durch die Spielwelt und genauem Hinsehen gibt es aber doch klare Unterschiede, wie das folgende Video zeigt:
0:12
8K gegen 4K und 2K - Sieht man in Cyberpunk 2077 einen Unterschied?
Besonders prägnant ist die transparente Zaunstruktur in der Mitte. In Full HD sehen wir ein einziges Geflimmere, in 4K wird es besser, aber immer noch nicht wirklich gut. Erst in 8K herrscht die Bildruhe, die ich mir wünschen würde - auch wenn dabei die sehr niedrigen, einstelligen FPS helfend hinzukommen.
Die Leuchtröhren im oberen Bereich des Bildes profitieren ebenfalls sichtbar von der 8K-Auflösung: Sie flimmern weniger und ihre tatsächliche Leuchtkraft ist erst in 8K wirklich zu sehen. In 4K und Full HD sieht es dagegen durch den steilen Winkel fast schon so aus, als wären sie gar nicht an.
Auch beim zweiten Testobjekt Shadow of the Tomb Raider zeigen sich klare Unterschiede, aber erneut gilt das nur bei genauer Betrachtung der Szene. Achtet im folgenden Video vor allem auf den Baumstamm und die Palmenblätter:
0:15
8K gegen 4K und 2K - Sieht man in Shadow of the Tomb Raider einen Unterschied?
Das Flimmern der Vegetation in Bewegung wird bereits in 4K deutlich weniger, aber erst in 8K ist wirklich gut zu erkennen, dass sich an dem Baumstamm Lianen befinden. Außerdem heben sich die einzelnen Palmblätter besser erkennbar voneinander ab als in 4K und in Full HD.
Der große Haken bleibt gleich
Wie immer, wenn es um das Thema 8K-Gaming geht, ist das große Problem auch in diesem Fall die Performance. Zwar verbessert sich das Bild wie oben zu sehen sogar auf meinen Full-HD-Fernseher durch die 8K-Auflösung tatsächlich noch, aber wirklich auffällig ist das eben erst bei sehr genauem Hinsehen.
Letztlich leidet die Leistung wie in den folgenden Benchmarks zu sehen so stark unter der extrem hohen Auflösung, dass die zwar vorhandenen, aber nicht relevant genug ausfallenden Verbesserungen der Bildqualität in meinen Augen nicht für eine Rechtfertigung reichen.
8K gegen 4K und 2K
Radeon RX 6900 XT, Ryzen 9 7900X, 32,0 GByte DDR5-6000, Windows 10
- 2K (1920x080)
- 4K (3840x2160)
- 8K (7680x4320)
- 0
- 36
- 72
- 108
- 144
- 180
Allerdings könnten die Verbesserungen der Bildqualität in anderen Szenarien durchaus relevanter ausfallen, selbst wenn der Performance-Verlust in 8K gegenüber 4K und Full HD stets sehr hoch sein wird. Damit meine ich etwa andere Bildschirmgrößen, eine native 8K-Auflösung und variierenden Sitzabstand.
Weitere 8K-Experimente bei GameStar Tech sind für die Zukunft bereits fest eingeplant, zunächst auf einem 8K-Fernseher und sobald verfügbar auch auf einem 8K-Monitor für den PC. Abseits von Spielen ist 8K-Material bislang aber noch mehr als rar gesät, ihr müsst euch also auch in dieser Hinsicht keine Sorgen machen, etwas zu verpassen.
Ob man den Unterschied zwischen 4K und 8K sieht, hat übrigens bereits im Jahr 2020 eine Studie näher untersucht. Mehr dazu erfahrt ihr im folgenden Artikel:
8K gegen 4K im Blindtest - Sieht man den Unterschied überhaupt?
Wie steht ihr zum Thema 8K-Auflösung? Die unausweichliche Zukunft, auf die ihr euch freut, eine völlig unnütze Entwicklung oder etwas dazwischen? Schreibt es gerne in die Kommentare!
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