A Knight of the Seven Kingdoms kommt bei den Kritikern zwar durchaus gut an. Trotzdem könnte man sagen, das neue Spin-off aus der Fantasywelt des amerikanischen Autors George R.R. Martin hat einen wahrlich beschissenen Start.
Und das meinen wir ausdrücklich nicht wertend, sondern buchstäblich, denn in einer der ersten Szenen der frisch gestarteten Serie beobachten wir Hauptcharakter Ser Duncan dabei, wie er hinter einem Baum seinen Darm entleert und damit die bekannte GoT-Intromelodie geräuschvoll abwürgt.
Damit macht A Knight of the Seven Kingdoms gleich zu Anfang klar, dass hier bewusst mit den Erwartungen der Zuschauer gebrochen wird. Statt des gewohnt ernsten Tons von Game of Thrones und House of the Dragon erwartet uns hier ein kurzweiliges Spin-off mit Comedy-Anleihen, das auch vor Fäkalhumor nicht zurückschreckt.
Das dürfte nicht jedem Zuschauer gefallen; doch gerade die angesprochene Intro-Szene dient nicht allein als stumpfer Gag. Tatsächlich steckt vielmehr dahinter, wie Showrunner Ira Parker kürzlich im Interview mit dem Hollywood Reporter erklärte.
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A Knight of the Seven Kingdoms: Kurz vor dem Release des neuen Spin-Offs von Game of Thrones lernen wir die Hauptfigur besser kennen
In der angesprochenen Eingangsszene der ersten Folge trägt Ser Duncan seinen Lehnsherren und Mentor Ser Arlan vom Hellerbaum zu Grabe. Obwohl Duncan vom Tod seiner Vaterfigur mental ziemlich mitgenommen und unerfahren ist, beschließt er, an einem Turnier teilzunehmen, um sich in Westeros einen Namen zu machen.
Als er sich endlich aufrafft, beginnt das Game-of-Thrones-Intro - nur um dann gleich wieder von Duncans geräuschvollem Durchfall unterbrochen zu werden. Die grafische Detailliertheit, in der die Szene ausgeführt ist, hat selbst Autor George Martin kalt erwischt: Ja, das hat auch mich überrascht
, sagte Martin dem Hollywood Reporter.
Ich will damit nicht sagen, dass meine Charaktere nicht auch mal scheißen, aber normalerweise schreibe ich darüber nicht im Detail. Als ich den Rohschnitt der Folge sag, habe ich mir notiert: Was soll das? Und woher kommt das? Ich war mir nicht sicher, ob wir den Mist wirklich brauchen. Aber Showrunner Ira Parker wollte die Szene aus irgendeinem Grund drin behalten.
- George R.R. Martin (Autor, Game of Thrones)
Ein schwacher Magen
Jetzt kennen wir auch den Grund dafür: Denn wie Parker erklärt, soll die Szene verdeutlichen, wie unerfahren und zartbesaitet Duncan eigentlich ist. Denn der bisherige Knappe habe noch nie eine große Schlacht geschlagen. Die Aussicht, sich jetzt in einem Tournier mit namhaften Rittern messen zu müssen, würde ihm schlichtweg den Darm durcheinanderbringen:
Im Drehbuch heißt es da: Duncan hört in seinem Kopf das Helden-Theme. Er würde diesen Ruf zu großen Taten hören, den wir alle hören, wenn wir uns entschließen, etwas wirklich Schwieriges zu tun, was wir noch nie zuvor getan haben. Es ist ein bisschen angsteinflößend, [...] doch er nimmt das Schwert und denkt ernsthaft darüber nach. Doch dann erwischt ihn die Realität; wie schwierig es ist; wie beängstigend das ist. Das dreht ihm den Magen um.
Denn noch ist er kein Held. Und genau das wollen wir mit dieser Szene sagen: Noch ist Duncan einfach ein nervöser Junge mit einem nervösen Magen. Und so sehr man auch etwas Großes erreichen will, sobald man es tatsächlich tun muss, wird es schwieriger. Und genau darum geht es für ihn in der gesamten Staffel.
- Ira Parker (Showrunner)
Doch nicht nur in seiner Tonalität soll sich A Knight of the Seven Kingdoms deutlich von den bisherigen Westeros-Serien unterscheiden. So sind die Folgen des neuen Spin-offs mit einer Laufzeit von nur rund 35 Minuten allesamt deutlich kürzer als die von Game of Thornes. Eine perfekte Länge
, wie Parker sagt. Denn dadurch habe man die Kurzgeschichten-Vorlage für die Serie nicht unnötig strecken müssen.
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