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Ace Combat 8 geht mit Wings of Theve in eine neue Dogfight-Runde
Bekanntes und Fehlendes aus den Vorgängern
Kurz vor und auch während der Missionen bleibt Ace Combat 8 sehr traditionell. Wir bekommen ein Briefing, schalten nach und nach neue Flugzeuge und Upgrades frei und legen auch die Ausrüstung unserer Wingmen vor den Einsätzen fest. Wir können die Flugzeuge diesmal sogar per Knopfdruck waschen lassen, was aber spielerisch völlig egal ist.
Im Flug geben wir den Kollegen dafür jetzt wieder rudimentäre Befehle, das fehlte ja bei Ace Combat 7. Allerdings gibt’s keine freischaltbaren Großangriffe wie bei Ace Combat 6, wo wir uns mit eigenen Abschüssen dann auch noch weitere Unterstützung verdienen konnten.
Und auch sonst gab es im Fundus der Ace Combat Serie durchaus noch die eine oder andere Funktion, die auch das neue Spiel bereichert hätte, beispielsweise das Moral-System aus Ace Combat Zero: The Belkan War.
Ace Combat Zero gibt’s für Vorbesteller übrigens bei Ace Combat 8 auf PC, PS5 und Xbox Series Konsolen gratis dazu. Aus Lizenzgründen werdet ihr das Spiel später nicht separat kaufen können. Das ist in meinen Augen nicht gerade die ideale Lösung, wenn man einen der besten Teile der Reihe bewahren will. Aber andererseits ist diese Version auch wirklich nur ein sehr einfacher Port des 2006 veröffentlichten PS2-Originals. Ihr bekommt also höhere Auflösungen, 16:9-Unterstützung und eine stabile Framerate, aber das gibt’s zumindest auf dem PC auch per Emulator.
Aber zurück zu Ace Combat 8.
In der Luft sieht Ace Combat 8 hervorragend aus (links). Ihr solltet nur nicht zu nah an den Boden ran (rechts).
Schicke Grafik
Der neue Teil der Reihe sieht wirklich toll aus, auch wenn die Bodentexturen und auch manche Explosionsgrafiken stellenweise etwas zu matschig sind.
Im Vergleich zu Ace Combat 7 werden Bodenobjekte jetzt aber viel weiter weg dargestellt. Auf dem PC konnte man das zwar auch beim Vorgänger durch eine kleine Änderung in einer ini-Datei schon hochschrauben, aber jetzt ist es auch auf Konsolen von Hause aus dabei - zumindest im richtigen Modus.
Auf der normalen PS5 müsst ihr die 60 FPS im Performance-Modus nämlich mit einer niedrigen Bildauflösung und mitunter extrem starken Detail-Pop-Ins erkaufen. Im Qualitätsmodus hingegen werden Gebäude und Vegetation viel sauberer dargestellt, allerdings kommt es dort dann öfter zu Rucklern im Gameplay und in den Zwischensequenzen und ich habe wegen der niedrigen Framerate bei Drehungen tatsächlich nach kurzer Zeit Kopfschmerzen bekommen.
Auf der PS5 Pro sieht die Sache viel besser aus. Hier ist der Performance-Modus der Sweetspot, denn die Landschaftsdetails sind alle da und das Bild bleibt trotzdem flüssig. Der Qualitätmodus verspricht zwar eine noch höhere Auflösung, aber das lohnt sich meiner Meinung nach nicht, weil ihr dann sofort wieder auf 30 FPS beschränkt seid.
Noch viel mehr Optionen gibt’s natürlich auf dem PC und da läuft Ace Combat 8 auch schon mit einer Mittelklasse-Grafikkarte wie der normalen RTX 4070 sehr gut, ohne dass ihr Abstriche bei der Grafik machen müsst. Allerdings kann es auf dem PC trotz Shader-Kompilierung am Anfang immer mal wieder zu kleinen Rucklern beim Übergang zwischen Gameplay und Zwischensequenzen kommen. Die Cutscenes sind ohnehin etwas Hardware-hungriger als das eigentliche Gameplay.
Wenn euch gute Grafik und stabile Performance wichtig sind, dann empfehle ich trotzdem die PC-Version, auch weil sie zukunftssicherer ist. Auf Platz 2 folgt aber direkt der Performance-Modus der PS5 Pro, auch da macht Ace Combat 8 eine sehr gute Figur.
Keine Überraschungen
Das Missionsdesign klappert in Ace Combat 8 die üblichen Verdächtigen ab. Es gibt große Luftschlachten, Geleitschutz-Missionen, Bodenoffensive, Flüge unter dem Radar und so weiter. Ein paar Klassiker fehlen aber auch, beispielsweise ein Einsatz in einem richtig starken Sturm oder eine klassische Aufklärungsmission. Die spielerische Abwechslung bleibt allgemein zwar überschaubar, doch der Story-Rahmen und die verschiedenen Locations sorgen immer wieder für Abwechslung.
Bei der Steuerung könnt ihr dabei wieder zwischen dem normalen und dem Experten-Modus wählen. Im Experten-Modus könnt und müsst ihr völlig frei in alle Richtungen fliegen und die Kamera nimmt die Bewegungen voll mit. Beim normalen Modus bleibt die Kamera hingegen deutlich stabiler am Horizont und die Steuerung verknüpft Gieren und Rollen zu einer Eingabe.
Welchen Modus man bevorzugt ist am Ende Geschmackssache, allerdings ist mir im Experten-Modus eine sehr starke Eingabeverzögerung aufgefallen, die es so bei Ace Combat 7 noch nicht gab und die hoffentlich mit Updates nach dem Release noch abgeschwächt wird.
Das oft ganz schön überladene HUD kann man immer noch nur entweder komplett aus- oder anschalten, da fehlen sämtliche Zwischenstufen oder wenigstens Scalierungs-Möglichkeiten, die heute zum Quality-of-Life-Standard in einer großen Produktion dazu gehören sollten. Auch eine Field-of-View-Einstellung vermisse ich auf allen Plattformen, während ich Motion Blur immerhin auf dem PC deaktivieren kann.
Ach ja, und wenn man schon eine teure Live-Action-Serie als Prequel zum Spiel veröffentlicht, warum kann man die eigentlich nicht direkt im Spiel anschauen? Jetzt gerade bekommt man deren Release vielleicht noch halbwegs mit, aber wenn es bis zum nächsten Ace Combat wieder sieben Jahre dauert, ist diese Serie für spätere Käufer doch längst wieder vergessen.
Link zum YouTube-Inhalt
Und wenn ich schon mal beim Meckern bin, schicke ich gleich mal ein paar Klassiker der Serie hinterher.
- Es gibt wieder keine deutsche Sprachausgabe, wer kein gutes Englisch oder Japanisch drauf hat, muss also während der Daueraction extrem viel Text mitlesen.
- Die Speicherpunkte liegen mitunter extrem weit auseinander.
- Einige Missionen wirken sehr gestreckt.
- Der Kampf gegen einige der Ace-Piloten oder gegen Super-Düsenjets verkommt oft zu einem wilden Glücksspiel, weil die Maschinen so übertrieben krasse Manöver fliegen dürfen.
So, jetzt aber genug mit meinem Gemecker, da könnte man ja fast den Eindruck gewinnen, ich hätte keinen Spaß mit Ace Combat 8 gehabt. Aber so war es nicht, im Gegenteil. Ace Combat 8 hat mich als Fan der Serie sehr gut bedient. Klar gibt es ein paar Schwächen, aber nach so langer Wartezeit kann ich die Probleme schnell verzeihen.
Ich bin wirklich froh, dass es diese Serie überhaupt noch gibt, allein schon für die hohe Produktionsqualität, die man Ace Combat im Gameplay und aber diesmal besonders auch in den Zwischensequenzen ansieht.
Nach langer Pause war der Sommer 2026 ein wahres Geschenk für Ace-Combat-Fans. Ein solider Port von Ace Combat Zero, dank der rekompilierten Version endlich ein sehr guter, inoffizieller PC-Port von Ace Combat 6 und jetzt auch noch Ace Combat 8, dass zwar oft auf Nummer sicher geht, aber damit auch fast immer ins Schwarze trifft. Genau so macht man Fans glücklich!
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