Auf der Computex 2026 wurde die nächste Generation der Intel-Handhelds gezeigt. Geräte, wie die MSI Claw 8 EX AI+ oder der Acer Predator Atlas 8, wollen die neue Spitze bei Leistung und Effizienz markieren – doch sie treiben auch den Preis auf die Spitze.
Die neuen Handhelds sind zwar leistungstechnisch beeindruckend, doch kaum einer wird einen dreistelligen Preis besitzen können – außer einer.
Acer hat neben dem leistungsstarken Predator Atlas 8 auch den Streaming-Handheld Nitro Blaze Link vorgestellt – und er könnte jetzt für viele genau das Richtige sein.
Was ist der Acer Nitro Blaze Link?
Der Acer Nitro Blaze Link ist ein Streaming-Handheld, der Spiele nicht nativ auf dem Gerät selbst berechnet. Stattdessen wird das Videobild von eurem Gaming-PC, eurer Konsole oder aus der Cloud auf den Handheld gestreamt.
In diese Kategorie der Handhelds fallen Geräte wie das PlayStation Portal oder die Logitech G Cloud.
Handhelds mit ähnlichem Konzept: das PS Portal und die Logitech G Cloud. (Bildquelle: Duy Linh Dinh, Alana Friedrichs/GameStar Tech)
Der Acer Nitro Blaze Link ist das neueste Mitglied dieser Familie. Der Handheld soll voraussichtlich folgende technische Daten aufweisen:
- Bildschirm: 7-Zoll 1920 x 1200p, 16:10-Seitenverhältnis, Touchscreen
- CPU: unbekannt
- Arbeitsspeicher: 1 GB LPDDR4-2133
- Speicherkapazität: 8 GB eMMC (Erweiterbarkeit unbekannt)
- Betriebssystem: Debian Linux
- Akku: 18 Wh
- Konnektivität: Wi-Fi 6 (80 MHz-Kanal)
- Gewicht und Maße: 287 x 110 x 34 mm, 464 g
- Preis und Verfügbarkeit: unbekannt (Verkaufsstart ist voraussichtlich Q4 2026)
1 GB RAM und nur 8 GB Speicher: Die technischen Daten klingen geradezu lächerlich – doch das ist nicht schlimm. Nicht nur begrüße ich diese moderaten Specs, ich hoffe, es werden noch mehr Handhelds wie dieser erscheinen.
Warum Streaming-Handhelds mehr als eine Notlösung sind
Sehr viele Spieler und Spielerinnen, die sich ein Steam Deck gekauft haben, besaßen schon vorher einen Gaming-PC oder einen Gaming-Laptop. Immerhin hat man mit dem Handheld Zugriff auf die eigene Steam-Bibliothek, die viele von uns über mehrere Jahre aufgebaut haben.
Ein Handheld ist daher für einen großen Teil der Community eher ein Zweitgerät für das Spielen abseits vom Schreibtisch, etwa auf dem Sofa, im Bett oder im Garten.
Für solche Zwecke ist es in der Regel nicht notwendig, zu einem High-End-Gerät zu greifen, das über 1.000 Euro kostet.
Mehr als eine Notlösung: Die handfesten Vorteile
Hier kommt der Nitro Blaze Link ins Spiel. Ein Streaming-Handheld mag auf den ersten Blick wie ein reines Downgrade wirken, doch das Konzept bringt handfeste Vorteile mit sich, die native Handhelds schlicht nicht bieten können:
- Der unschlagbare Anschaffungspreis: Da keine teure Grafikeinheit, keine riesigen SSDs und keine komplexen Kühlsysteme verbaut werden müssen, spart der Hersteller bei den Produktionskosten (vor allem bei RAM und Speicher). Das schont am Ende auch unsere Geldbeutel.
- Federleichtes Gaming: Während aktuelle Handhelds oft schwer in der Hand liegen, ist der Nitro Blaze Link mit seinen 464 Gramm ein echtes Leichtgewicht. Stundenlanges Spielen im Bett oder auf der Couch funktioniert hier, ohne dass einem nach kurzer Zeit die Handgelenke einschlafen.
- Das Strom- und Hitzedilemma clever gelöst: Native Handhelds werden unter Last oft heiß und die Lüfter fangen an zu fönen. Beim Streaming bleibe solche Geräte meistens vollkommen lautlos und kühl. Beim Stromverbrauch gibt es zudem ein interessantes Zusammenspiel: Ja, der hungrige Gaming-PC muss laufen und zieht Energie aus der Steckdose. Dafür verbraucht der Handheld selbst kaum Strom. Der kleine 18-Wh-Akku dürfte für überraschend lange Sessions ausreichen, da im Grunde nur das Display und das Wi-Fi-Modul versorgt werden müssen.
Noch dazu spielt ihr mit hohen Grafikeinstellungen, die selbst auf den schnellsten Handhelds von heute nicht möglich wären – vorausgesetzt, euer PC ist entsprechend ausgestattet.
Wo Licht ist, ist auch Schatten: Die Nachteile des Streamings
Natürlich darf man die Augen vor den typischen Schwachstellen der Technologie nicht verschließen. Wer sich für ein solches Gerät entscheidet, muss mit gewissen Kompromissen leben:
- Latenz und Netzwerk-Abhängigkeit: Jede Eingabe muss erst zum PC und das fertige Bild zurück zum Handheld geschickt werden. Selbst mit gutem Wi-Fi 6 bleibt eine minimale Verzögerung spürbar. Für kompetitive Shooter oder extrem schnelle Actionspiele ist das Konzept daher ungeeignet.
- Instabile Bildqualität: Bricht die WLAN-Rate ein, etwa weil die Familie parallel streamt oder man sich zu weit vom Router entfernt, verwandelt sich das knackige 1200p-Bild schnell in einen unschönen, ruckelnden Pixelbrei.
- Smartphones als Konkurrenz: Man muss ehrlich sein: Einen Streaming-Handheld kann man sich heute schon selbst »bauen«. Ein Smartphone und ein Mobile-Controller bieten oft sogar ein besseres OLED-Display und erfüllen exakt denselben Einsatzzweck.
Ob Spiele-Streaming für euch eine Alternative zu einem nativen Handheld sein kann, ist zudem von vielen Faktoren in euren vier Wänden abhängig – etwa auch, ob ihr durch Wände hindurch streamen müsst. Die Erfahrung kann sich stark von Person zu Person und Ort zu Ort unterscheiden.
Passend zum Thema: Preisexplosion beim Steam Deck: Mit diesen 6 Alternativen kann sie euch egal sein
Der Preis entscheidet über den Erfolg
Warum hat Acers neuer Ansatz trotzdem eine echte Chance verdient? Es läuft am Ende alles auf das Preisschild hinaus.
Sollte dieser Handheld für einen Preis zwischen 200 und 300 Euro erscheinen, wäre er eine fantastische Option für eine ganz bestimmte Zielgruppe: PC-Spieler und -Spielerinnen, die bereits einen starken PC zu Hause stehen haben und ihre Spiele einfach unkompliziert abseits des Schreibtischs genießen wollen (ohne 780 Euro für ein Steam Deck auf den Tisch legen zu müssen).
In diesem Preissegment wären Handhelds, wie der Acer Nitro Blaze Link, keine bloße Notlösung für die Hardware-Krise, sondern eine smarte Ergänzung für das bestehende Gaming-Setup.

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