Seit 20 Jahren gibt es Philips Ambilight in Fernsehern, mich hat es jahrelang aber gar nicht gereizt. Das lag nicht nur am hohen Preis der Geräte, sondern auch an der Technik selbst. Warum sollte ich so viel mehr Geld ausgeben, um die Wand hinter meinem TV bunt zu beleuchten?
Dabei bin ich smarten Lichtern sonst sehr aufgetan. Seit 2016 ist etwa Philips Hue ein fester Bestandteil meines Zuhauses. Was mit ein paar Glühbirnen begann, hat sich über die Jahre zu einem umfangreichen Beleuchtungssystem entwickelt.
Ich schätze es, die Lichter nicht mehr von Hand an- und ausschalten zu müssen und die Lichtfarbe an meine aktuelle Stimmung und Situation anpassen zu können.
Ende 2023 habe ich mein Wohnzimmer renoviert und wollte neue Akzente setzen. Also installierte ich Shapes und Elements von Nanoleaf, die für angenehme Lichtstimmungen sorgen. Im Laufe des Jahres kam dann immer wieder das Gefühl auf, dass ich Ambilight vielleicht doch eine Chance geben sollte.
Ambilight zum Nachrüsten mit Philips Hue Sync Box
Gesagt, getan: Obwohl die Anschaffungskosten mit 350 Euro für die Philips Hue Sync Box 8K und einen TV Play Gradient Lightstrip hoch waren, wollte ich es probieren. Eine deutlich günstigere Alternative wäre Nanoleaf 4D ab 100 Euro gewesen, die setzt aber auf eine Kamera, was mich etwas abgeschreckt hat.
Die Installation des Starterpacks war in zehn Minuten abgeschlossen. Ich musste lediglich die Klebepads an der TV-Rückseite anbringen und den Lightstrip einlegen, bevor ich ihn in der Hue-App einpflegen konnte.
Grundsätzlich war es das schon. Ich lege euch aber ans Herz, die Lichter zu konfigurieren, Höhen und Abstände zum TV festzulegen und das bestmögliche Ergebnis zu erzielen – wenn man das Geld schon ausgibt, dann sollte man das Produkt auch richtig nutzen.
Einmal eingerichtet, funktionierte das System tadellos und erweiterte den Bildschirm mit einem tanzenden Farbspiel auf die Wand dahinter. Für mich und meine smarten Lampen besonders spannend: Neben den Leuchten um den TV habe ich zusätzlich die Hue-Lampe über dem Wohnzimmertisch integriert. Das Ziel: Ambilight auf den ganzen Raum ausweiten, um mehr Immersion beim Schauen zu schaffen.
Ambilight im ganzen Raum: Ich bin beeindruckt
Was soll ich sagen? Als ich das erste Mal einen Film mit dem neuen Setup schaute, war ich schlichtweg überwältigt. Das Lichtspiel im gesamten Raum verwandelte mein Wohnzimmer in einen Kinosaal. Die Farben passten sich nahtlos den Bildern auf dem Bildschirm an und schufen eine Atmosphäre, die ich so nicht erwartet hatte.
Noch stärker fand ich den Effekt bei Spielen, ausprobiert etwa beim bunten Astro Bot und dem weitläufigen Red Dead Redemption 2.
Die einzelnen Szenen wurden tatsächlich zu einem Erlebnis. Am stärksten in Erinnerung blieben mir explosive Action-Momente, in denen der Raum in dynamischen Rot- und Orangetönen flackerte. Glänzen konnte meine Beleuchtung aber auch bei großen Flächen, etwa Meeren und Wäldern. Die fühlten sich durch die Erweiterung des Lichts über den Display-Rand hinaus noch einmal weiter an.
Mit meinem Gefühl war ich dabei nicht allein. Auch Freunde, die zu einem Filmeabend zu Besuch kamen, zeigten sich beeindruckt: Das ist ja wie im Kino!
Kurzgesagt: Ja, Ambilight hat mich verdammt nochmal überzeugt. Also Ende gut, alles gut? Kauft euch einfach Ambilight und Lampen von Philips Hue und hebt eure Wohnzimmer-Beleuchtung aufs nächste Level? Na ja, ganz so einfach ist es nicht.
Was mir an meinem Ambilight-Experiment noch nicht gefällt
Zum einen kann man es mit den Lichtern auch übertreiben, wie ihr euch vielleicht auch bei dem Bild weiter oben gedacht habt. Da habe ich testweise einmal den gesamten Raum integriert, aber das war einfach zu viel des Guten und hat mich immer wieder aus dem Erlebnis gerissen.
Ein weiteres Problem ist die Latenz: Ich saß nicht selten kurz in völliger Dunkelheit, da die kleine Box lange benötigte, um die Signale umzuschalten. Währenddessen werden nämlich alle Lichter abgeschaltet.
Der größte Kritikpunkt ist aber der des Ökosystems: Es fehlt die Unterstützung für andere Lichtsysteme. Vielen wird es da wie mir gehen: Wenn man bereits mehrere Smart-Home-Produkte sein Eigen nennt, dann sind die selten alle vom selben Hersteller.
Ich würde sehr gerne meine Nanoleaf-Panels integrieren, aber das geht leider nicht, obwohl die Hue-Bridge via HomeKit, Google Home und sogar Matter in das Smart Home eingebunden werden kann. Von Philips Hue selbst gibt es so ein Produkt gar nicht.
Warum ich trotzdem überzeugt bin
Zusammenfassend bin ich froh, Ambilight und die Philips Hue Play HDMI Sync Box 8K ausprobiert zu haben. Obwohl es einige Hürden gibt – wie den hohen Preis, technische Einschränkungen und die fehlende Integration mit anderen Systemen – hat mich das System überzeugt.
Ich hoffe, dass zukünftige Updates und die Weiterentwicklung von Standards wie Matter eine bessere Kompatibilität ermöglichen.
Für Technikbegeisterte und Ambilight-Interessierte kann ich das Nachrüsten aber auch jetzt schon empfehlen – vor allem, wenn ihr bereits auf kompatible, smarte Beleuchtung setzt. Wie mein Praxistest gezeigt hat, merkt man den Unterschied beim immersiven Filmeschauen spürbar.
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