AMD Ryzen Threadripper - War heimliches Projekt von Entwicklern in der Freizeit

Die neuen Threadripper-Prozessoren von AMD waren gar nicht auf der Roadmap vorgesehen, sondern ein anfangs privates Projekt engagierter Entwickler.

von Georg Wieselsberger,
07.09.2017 09:39 Uhr

Das "Hobbyprojekt" AMD Ryzen Threadripper 1950X neben einem Ryzen 5 1400.Das "Hobbyprojekt" AMD Ryzen Threadripper 1950X neben einem Ryzen 5 1400.

Mit den Prozessoren der Ryzen-Threadripper-Serie macht AMD Intel selbst im Höchstleistungsbereich bei den Desktop-PCs und Workstations starke Konkurrenz - doch das war laut Aussagen von AMD-Mitarbeitern ursprünglich gar nicht so geplant. Sarah Youngbauer erklärte gegenüber Forbes:

"Das ist keine Geschichte von Roadmaps und langfristiger Planung oder großen Forschungs- & Entwicklungsbudgets - es ist viel persönlicher als das und stammt von einem »Geheimprojekt« und einer kleinen Gruppe von AMD-Angestellten, die eine Vision von einem Prozessor hatten, den sie wirklich für einen Hochleistungs-PC haben wollten."

Ein Jahr als Hobby-Projekt

Die Mitarbeiter hätten in ihrer Freizeit an diesem Projekt gearbeitet und für rund ein Jahr sei es praktisch ein Hobby gewesen. Erst dann hätten die Entwickler nach der Zustimmung des Managements gefragt, was sehr ungewöhnlich sei. Den Mitarbeitern sei das Projekt wirklich wichtig gewesen und das Ergebnis war dann einige Jahre später Ryzen Threadripper.

Ryzen Threadripper 1950X im GameStar-Test

Laut dem Senior Product Manager James Prior hätten er und einige Entwickler, die in einem Team schon verschiedene Projekte bearbeitet hatten, damals die ersten Hinweise auf die Zen-Architektur, deren Leistung und Effizient erhalten und dabei eine Lücke zwischen Ryzen und dem Server-Prozessor Epyc entdeckt.

Die Entwickler hätten dann aber auch bemerkt, dass ein Prozessor mit mehr Speicherbandbreite, Kernen und PCIe-Anschlüssen aufgrund der Zen-Architektur nicht allzu viele Veränderungen benötigen würde. Also habe man ein Team für ein Skunkworks-Projekt (Geheimprojekt) zusammengestellt, um herauszufinden, wie man das mit den vorhandenen Möglichkeiten von Zen erreichen könnte. Das sei im Jahr 2015 gewesen.

Threadripper war der Name, den das Team verwendete

Jim Anderson, der früher selbst CPU-Architekt war und nun General Manager bei AMD ist, war begeistert, als er dem Team beitrat und herausfand, dass die Idee tatsächlich schnell umsetzbar war. Eigentlich wollte das Team Threadripper erst 2018 auf den Markt bringen, doch Anderson forderte dann einen Termin im Sommer 2017 - obwohl es nie einen offiziellen Geschäftsplan dafür gab. Das Team habe damals auch den Namen Threadripper erfunden, den später auch das Marketing übernommen hat.

"Wir haben es entwickelt, weil wir wussten, dass es fantastisch war, weil wir es konnten und um das bestmögliche Produkt zu erschaffen, musste auch der Name selbst groß sein."

Weil man Ryzen-Dies verwenden konnte, habe das Design keine Millionen Dollar gekostet und aus einem existierenden, großartigen Produkt sei etwas noch Mächtigeres geworden. Selbst die Größe der CPU sei im Endeffekt ein Segen gewesen, da AMD so den längst entwickelten Epyc-Sockel mit einigen Anpassungen nutzen konnte. So konnten auch die Mainboard-Hersteller leichter überzeugt werden.

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