Aus Angst vor Ryzen 4000? Intel reduziert angeblich die CPU-Preise

Im zweiten Halbjahr 2020 sollen die Preise für Intel-Prozessoren fallen. Ist AMDs Zen-3-Architektur alias Ryzen 4000 der Grund?

von Alexander Köpf,
22.01.2020 12:36 Uhr

Der Druck von AMD auf Intel wächst weiter, ein Ende ist vorerst nicht in Sicht. Der Druck von AMD auf Intel wächst weiter, ein Ende ist vorerst nicht in Sicht.

Intel wird die Preise für seine Prozessoren im zweiten Halbjahr 2020 senken, wie die taiwanische DigiTimes (Paywall, via Toms Hardware) in Berufung auf industrienahe Quellen berichtet.

Ein ungewöhnlicher Schritt für Intel-Verhältnisse, denn historisch betrachtet haben die Kalifornier nur selten die Preise reduziert. Wie realistisch ist ein Preisschnitt also?

Intel geriet zuletzt zunehmend unter Druck

Intel war bereits bei Server- und Workstation-CPUs aufgrund des Drucks durch AMDs Ryzen 9 3950X mit sechzehn Kernen, die Ryzen Threadripper 3000 und Epyc Rome gezwungen, deutliche Preisnachlässe zu gewähren, um konkurrenzfähig zu bleiben.

So wurden die Cascade Lake-X-CPUs (Core-i-10000X) im Preis gegenüber der Vorgänger-Generation (Core-i-9000X) halbiert. Für das Topmodell Core i9 10980XE mit achtzehn Kernen beispielsweise werden 979 US-Dollar aufgerufen, während der Core i9 9980XE noch für 1.999 US-Dollar in den Markt startete.

Achtzehn Kerne von Intel für unter 1.000 US-Dollar - der Druck durch AMD machts möglich. Achtzehn Kerne von Intel für unter 1.000 US-Dollar - der Druck durch AMD machts möglich.

Aus der Cascade Lake Xeon-Reihe (Server) wurde die M-Serie (Medium Memory Support, bis zu 2 TB) gänzlich gestrichen und die L-Serie (Large Memory Support, bis zu 4,5 TB) von knapp 8.000 auf 3.000 US-Dollar im Preis reduziert, um mit AMDs Epyc Rome konkurrieren zu können.

Preissenkungen wegen AMDs Zen 3?

Ende 2020 wird AMDs nächste Iteration der Zen-Architektur erwartet. Zen 3 verspricht mit neuem Kern-Design und 7 nm EUV(Extreme Ultraviolet)-Verfahren 7nm+ erneut deutliche Leistungszugewinne.

Mit Ryzen 4000 wird daher allgemein erwartet, dass Intel auf dem Desktop-Markt noch weiter in Bedrängnis gerät, weshalb Preissenkungen möglicherweise das einzige Mittel sein könnten, um dem Druck AMDs einigermaßen standzuhalten. Für Server- und Workstation-CPUs könnte dies ebenfalls zutreffen.

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