Android Auto vs. Apple CarPlay: Das sind die größten Unterschiede der beiden Systeme

Wie bei Smartphones stellt sich auch bei Autos häufig die Frage: Android oder Apple? Wie sich die Autosysteme unterscheiden, haben wir für euch herausgefunden.

Android Auto und Apple CarPlay unterscheiden sich stark. Doch gibt es ein besseres System? (Bildquelle: Apple) Android Auto und Apple CarPlay unterscheiden sich stark. Doch gibt es ein besseres System? (Bildquelle: Apple)

Wenn es um den Kauf eines neuen Handys geht, lautet die Frage in den meisten Fällen: Android oder iOS. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile.

Während sich Smartphones mit Android meist freier anpassen und komplett nach eigenen Wünschen gestalten lassen, setzt Apple auf ein geschlossenes System. Dieses ist tief in den Apple-Kosmos eingebunden, wodurch die Geräte der Marke besonders aufeinander abgestimmt sind.

Bei den Autosystemen von Google und Apple sieht das nicht anders aus. Für Endnutzer erlaubt Google seit jeher mehr Anpassungen der Android-Oberfläche, während Apple an seiner bewährten Formel festhält. Wie sich die Systeme für das Auto genau unterscheiden, erfahrt ihr im Folgenden.

Video starten 7:14 Android Auto wird smarter: Google stellt umfangreiches Update mit Gemini-Integration vor

Die größten Unterschiede zwischen den Autosystemen

Vor dem direkten Vergleich stellt sich die Frage, was die beiden Systeme überhaupt können. Im Endeffekt spiegeln sowohl Android Auto als auch Apples CarPlay die Inhalte wider, die ihr auf eurem Handy installiert habt. Nur eben auf einem im Auto verbauten Display, das euch das Tippen am Handy abnimmt und verschiedene Vorteile mit sich bringt.

So könnt ihr auf dem Display etwa Apps starten – beispielsweise zum Telefonieren oder Abspielen von Musik –, aber natürlich auch navigieren. Die Funktion steht im Zentrum des Systems und hat in vielen Fällen das klassische Navi ersetzt. Unter anderem, weil Kartendienste wie Google Maps oft als Stau- und Baustellenmelder verwendet werden.

CarPlay vs. Android Auto: Die Freiheit der Kartendienste

Ab Werk setzt Android Auto standardmäßig auf Google Maps als Kartendienst. Apple CarPlay hingegen auf die hauseigene Karten-App. Beide Dienste lassen sich jedoch jederzeit durch andere Navigations-Apps ersetzen.

So bietet euch Android Auto etwa die Möglichkeit, zu Diensten wie Waze, HERE WeGo oder OsmAnd zu wechseln. Bei Apple könnt ihr unter anderem zwischen Waze, TomTom GO oder auch Google Maps wählen. Diese gehören zumindest zu den mitunter am meisten heruntergeladenen Kartendiensten fürs Auto.

Unterschiede im Design

Während die Oberfläche von CarPlay ihren Fokus auf eine einzelne App legt, könnt ihr bei Android Auto mit dem Multi-Window-Design mehrere Anwendungen zeitgleich nutzen. Für die Fahrt könnt ihr bei Android zudem festlegen, wo genau Karten, Medienwiedergabe und Widgets auf dem Bildschirm erscheinen sollen.

Die Gestaltung liegt also ganz bei euch.

Apple versucht, diese Lücke zu schließen, und hat die Oberfläche bereits mit dem Update auf iOS 26 umgestaltet, bleibt jedoch immer noch eingeschränkter als Android. Zwar könnt ihr App-Raster anpassen und es gibt einen Split-Screen für Karten und Musik, doch andere Funktionen, wie etwa das Festlegen eines Hintergrundbilds, bleiben eingeschränkt. Wo ihr CarPlay dennoch anpassen könnt, hat euch Marinus erklärt.

Der Vorteil bleibt bei Apples CarPlay jedoch, dass das Design stark an den vertrauten Funktionen des iPhones orientiert ist. Als iPhone-Nutzer solltet ihr daher besonders schnell lernen und die Steuerung intuitiv verstehen.

Android Auto Apple CarPlay Android Auto Apple CarPlay

Apple und Google haben ihren Autosystemen vor kurzem ein Update verpasst und vor allem die Gestaltung verändert. (Bildquelle: Google (li.); Apple (re.))

Eine größere Auswahl an Apps

Da ihr die Apps über euer Smartphone auf das jeweilige Autosystem ladet, gibt es für Android ein größeres Angebot als bei Apple. Das liegt einfach an der offeneren Gestaltung des Google-Betriebssystems sowie am leichteren Zugang zum Play Store.

Auch die Limitierung der Autosysteme spielt hierbei eine Rolle. Denn während Apple nur strikt freigegebene Apps zulässt, könnt ihr bei Android Auto mit dem Entwickler-Modus zahlreiche Anwendungen hinzufügen.

Zwar schränkt auch Google die Apps im Google Play Store ein, aber wenn ihr eine nicht von Google freigegebene App nutzen oder Apps aus unbekannten Quellen zulassen möchtet, könnt ihr diese im Entwicklermodus einfach per Sideloading installieren.

Neben dem Installieren zusätzlicher Apps ermöglicht euch der Entwicklermodus bei Android Auto praktische Features. Darunter etwa die Möglichkeit, die Standard-Videoauflösung zu ändern, den Tag- oder Nachtmodus zu verschiedenen Zeiten zu erzwingen oder kabelloses Android Auto ein- und auszuschalten.

Für iPhone-Nutzer gibt es ein solches Menü leider nicht, da Apple schlichtweg nicht möchte, dass Nutzer derart tief in das System eingreifen.

Gemini und Siri: Die KI-Assistenten im Auto

Seit Mitte 2025 ist Gemini der offizielle Sprachassistent in Android Auto. Mit diesem verspricht Google einen besseren Zugriff auf Maps, eine leichtere und vor allem Handy-freie Interaktion auf Nachrichten sowie einen vereinfachten Zugriff auf andere Google Dienste wie Gmail.

Bei Fahrzeugen, die Android Auto nativ im System eingebunden haben, gibt es zudem zahlreiche exklusive Vorteile.

Zum aktuellen Zeitpunkt ist in CarPlay noch die alte Siri-Assistentin verbaut. Außerhalb der EU ist dieser bereits durch das intelligentere KI-Modell ausgetauscht. Solltet ihr in der EU leben, müsst ihr mit einem verzögerten Release leben.

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Grund dafür ist ein anhaltender Streit zwischen Apple und der EU-Kommission wegen des geltenden Gesetzes über digitale Märkte (Digital Markets Act). Dieser zwingt Apple, sein Betriebssystem für andere Anbieter öffnen zu müssen, um Konkurrenten denselben Zugang zur Plattform zu ermöglichen wie den eigenen Diensten.

Im Mai 2025 kündigte Apple bereits ein CarPlay Ultra-System an, mit dem die Apple-KI tief in die Systeme der Autos eingreifen kann. Etwa indem es das komplette Cockpit übernimmt und Informationen zu Tacho, Drehzahlmesser und Klimaanzeige liefert und verwaltet. Im gleichen Atemzug zur Ankündigung folgte jedoch die Ernüchterung, dass das System vorerst nur für Luxusautos von Aston Martin vorgesehen ist.

Unregelmäßige Updates

Beide Dienste bekommen immer wieder Updates, wobei es einen deutlichen Unterschied in der Regelmäßigkeit gibt. Während Android Auto immer wieder unabhängig vom Android-Betriebssystem aktualisiert wird, müssen CarPlay-Nutzer immer bis zum nächsten iOS-Release warten.

Android Auto bekommt dadurch immer wieder neue Funktionen und Anpassungen, die von Google meistens schrittweise veröffentlicht werden. Apple-Fans müssen hingegen längere Zeiten überbrücken, bis eine Verbesserung nachgeliefert wird.

Vergleichsfazit: Der übliche Kampf der Marken

Der Kampf zwischen Android Auto und Apple CarPlay unterscheidet sich nicht vom Duell zwischen Android-Smartphones und dem iPhone. Apple schränkt sein Angebot stärker ein, verspricht dadurch aber ein vertrautes System, das vor allem eines macht: funktionieren.



Android hingegen bleibt offener und lässt sich deutlich freier anpassen. Hinzu kommen regelmäßige Updates und eine Anpassung, die sich vor allem an den Google Apps orientiert – sei es Maps oder Gemini.

Welches System am Ende das bessere ist, hängt also nicht zwangsläufig von eurem Geschmack, sondern viel mehr von dem Gerät ab, das ihr benutzt. Apple CarPlay ist für iPhones gedacht und Android Auto für alle, die ein Gerät mit Android verwenden.


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