Ich bin ganz ehrlich: Das letzte Anno, das ich wirklich gespielt habe, war Anno 1503. Es ist also mehr als 20 Jahre her, dass ich einen Titel der Reihe privat genossen habe.
Dennoch verbinde ich mit Anno besondere Gefühle, die nun durch den Fortschritt der Technik und eine besondere Tastenkombination in dem Spiel ganz neue Begehrlichkeiten in mir wecken, auch in Bezug auf Spiele im Allgemeinen.
Warum Anno einen so großen Platz in meinem Spieler-Herzen einnimmt:
- Einerseits, weil ich die wohligen Erinnerungen von damals an das stete Wachsen meiner kleinen Inselreiche nie vergessen werde.
- Andererseits, weil ich mir immer vorgenommen habe, mir mal wieder die Zeit für einen Anno-Titel zu nehmen und es nie geschafft habe, obwohl ich so große Lust darauf hätte. Aber Anno ist eben auch heute noch ein echter Zeitfresser.
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Testvideo: Anno 117 ist nicht perfekt - kann es aber noch werden
Dass ich immer mal wieder mit Anno loslegen wollte, ist auch deshalb der Fall, weil mir allein aufgrund meines Jobs stets klar war, wie sehr sich die Reihe sowohl spielerisch als auch technisch im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat.
Durch die Ego-Perspektive in Anno 117 ist mir der Fortschritt der Technik nun so stark bewusst geworden wie noch nie. Auf dem PC ruft ihr sie mithilfe der drei Tasten Strg + Shift + R auf.
Aber was genau fasziniert mich im neuesten Teil der Anno-Reihe so sehr daran?
Die Grafik funktioniert aus beiden Perspektiven
Ich finde es beeindruckend, wie gut ich in Anno 117 nahtlos von der hauptsächlich verwendeten Draufsicht aus weiter Ferne in die Rolle eines Bewohners meiner Inselreiche schlüpfen kann.
Das kennen wir zwar sowohl aus dem Vorgänger als auch aus Spielen wie Manor Lords bereits. Doch grafisch klappt das in Anno 117 noch einmal deutlich besser als in Anno 1800, und der Maßstab der Welt ist ein ganz anderer als in Manor Lords.
Klar, das Spiel ist nicht hauptsächlich darauf ausgelegt, in der Ego-Perspektive (oder Third-Person-Ansicht) zu funktionieren.
Aber das macht es nur noch eindrucksvoller, wie gut das insgesamt klappt – von diversen kleinen Schnitzern mal abgesehen (siehe auch das Bild oben).
- Das liegt einerseits an der grafischen Qualität, die selbst aus nächster Nähe inzwischen noch geboten wird. Texturen weisen genug Details auf, die Beleuchtung stimmt größtenteils und gerade weite Blicke in die Ferne könnten oft glatt aus einem Third-Person-Rollenspiel stammen.
- Andererseits fügen sich all die Häuser, Felder und Wege, die man weit von oben in die Welt setzt, auch aus nächster Nähe organisch in die Natur ein. Man hat also nicht das Gefühl, durch eine künstliche Welt zu laufen, sondern durch eine lebendige, echte Welt.
Der Elefant auf der Insel
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Anno 1800: Flaniert mit uns in der Egoperspektive durch die Stadt
Wie sich am oben zu sehenden Video zu der Ego-Perspektive in Anno 1800 von der lieben Géraldine bereits erahnen lässt, hat auch das Pendant in Anno 117 so seine Probleme.
Von Clipping-Fehlern über skurril aussehende Charaktere bis hin zu teils arg simplen Objekten ist hier so manches dabei, das schnell erkennen lässt, aus welcher Perspektive man Anno 117 größtenteils spielt.
Doch Fortschritte gegenüber Anno 1800 sind klar erkennbar, etwa mit Blick auf die polygonreicheren Charaktere, Treppen, die jetzt wirklich welche sind (wenn auch immer noch viel zu steil) oder die Auflösung und den Detailgrad von Texturen.
Ein kleines Detail, das deutlich macht, wie viel sich insgesamt doch bei der Grafik zwischen Anno 117 und Anno 1800 getan hat.
So sieht Anno 117 in der Egoperspektive aus
Damit ihr euch selbst einen Eindruck davon verschaffen könnt, wie die Ego-Perspektive in Anno 117 aussieht (und in Anno 1800), habe ich viele Screenshots dazu aufgenommen (siehe unten).
Sie geben zwar nur einen begrenzten Einblick in das, was ihr in der Spielwelt so alles aus dem neuen Blickwinkel entdecken könnt. Zumal die Freude daran sicher am größten ist, wenn man die eigenen Städte erkundet, die man in mühsamer Kleinarbeit aufgebaut hat.
Aber ich denke, die zahlreichen Bilder vermitteln dennoch gut, wieso ich mir von mehr Spielen wünschen würde, so einen Perspektivwechsel zu ermöglichen.
Liebe Entwickler, schenkt uns mehr Kamerafreiheit!
Wie cool wäre es, sich die Welt eines gigantischen Open-World-Rollenspiels mal mit freier Kamera aus der Vogelperspektive anschauen zu können? Einen Ego-Shooter aus der Iso-Perspektive zu steuern (aber bitte mit Aim-Assist)? Oder ein Fußballspiel aus der Ego-Perspektive?
Ich weiß, dass es teilweise schon Möglichkeiten dazu gibt, sei es per Mod, Cheat oder von den Entwicklern selbst.
Ebenso klar ist mir, dass das optisch nicht immer gut funktionieren würde (und spielerisch wohl allermeistens nicht).
Aber ich wünsche mir dennoch, dass uns mehr Spiele zusätzliche Freiheit in Sachen Kameraperspektive bieten so wie Anno 117, um ihre Welten mal aus einem ganz anderen Blickwinkel erleben zu können.
Es dient ja nur zum Spaß, und genau dafür sind Spiele doch letztlich da.
Lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, ob es euch da genau so geht wie mir und was ihr von der Ego-Perspektive in Anno 117 haltet!

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