Apple schließt Milliarden-Deal mit Google: 3 Gründe, warum Gemini die richtige Wahl ist, um Siri »intelligent« zu machen

Apple lagert Siris Gehirn ausgerechnet an Google aus. Der Suchmaschinen-Riese bringt auch einfach gute Argumente mit.

Apple vermählt sich mit Google für eine intelligente Siri. Ich finde: Bestimmt kein Match Made in Heaven, aber logisch. Apple vermählt sich mit Google für eine intelligente Siri. Ich finde: Bestimmt kein Match Made in Heaven, aber logisch.

Apple gibt auf – gut so: Nachdem die Firma lange dem aktuellen KI-Hype mit dem Versuch eines eigenen Large-Language-Models hinterher gehechelt ist, wendet sie sich nun an die Profis: Die Grundlage für die nächste Siri wird Googles Gemini sein.

Dass sich Apple hier ausgerechnet den Internet-Riesen als Partner auserkoren hat, ist indes kein Zufall: Keine Firma ist aktuell so weit, wenn es um das geht, was eine intelligente Siri braucht. Doch wird Siri mit dem Gehirn von Google der Assistent, den Apple vor gut 15 Jahren vollmundig versprochen hat?

Um zu verstehen, wie es zu dieser Partnerschaft kommen konnte, die momentan für Apple zumindest technisch gesehen die aktuell bestmögliche ist, muss man unter die Haube der künftigen Siri schauen: Googles Gemini 3.

Apple vermählt sich mit Google – um Siri 2.0 zu gebären

Es ist offiziell: Nachdem sich schon im November vergangenen Jahres die Gerüchte gehäuft haben, trocknet nun die Tinte auf dem Vertrag: Wie CNBC berichtet verkündeten Apple und Google Anfang der Woche in einem gemeinsamen Statement:

Nach sorgfältiger Prüfung sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass Googles Technologie das leistungsfähigste Fundament für die Apple Foundation Models bietet.

Googles KI Gemini wird also künftig das Gehirn hinter Apples Sprach-Assistenten Siri sein. Kostenpunkt: Laut Marktbeobachtern fließt künftig rund eine Milliarde US-Dollar pro Jahr von Apple an Google.

Das ist zuerst einmal ein Eingeständnis des Smartphone-Riesen, es zumindest was Sprach-KI angeht, eben doch nicht alleine zu schaffen. Dass sich Apple dabei ausgerechnet mit Google verpartnert, ist aus meiner Sicht indes eine logische Folge der Innovationen, die Google in den letzten Monaten für Gemini entwickelt hat.

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Kurzum: Wenn es um die Basis für einen persönlichen Assistenten geht, hat Google bewiesen, an der Spitze zu stehen. Und das liegt vor allem an drei Punkten:

1. Geminis Thinking Mode: Vom Raten zum Planen

Mit dem Release von Gemini 3 Pro im November 2025 hat Google den Thinking-Modus zum Standard gemacht. Das bedeutet zuerst einmal: Bevor Gemini auf eure Anfrage wild darauf los generiert, pausiert das Modell und denkt nach. Es gibt sich also selbst zuerst logische Schritte vor, wie es eure Anfrage bestmöglich beantwortet.

Dr. Anil K. Shukla beschreibt das in seiner Kolumne auf Medium mit dem bezeichnenden Titel Gemini 3: Die erste KI, die denkt, bevor sie spricht als Ansatz weg vom Vorhersagen hin zum Planen. Ein normaler KI-Chatbot fängt eine Antwort stark an, neigt dann aber zum Goal Drift, auf Deutsch gesagt, den Faden zu verlieren.

Warum ist das wichtig für Siri? Apple legt Siri als einen persönlichen Assistenten an, verspricht laut MacRumors tiefere Steuerung innerhalb einzelner Apps . Genau das macht Google mit einer immer tieferen Integration von Gemini, etwa in Gmail, gerade vor.

Persönliche Assistenten müssen komplexe Aufgaben ausführen:

Hey Siri, mein Zug hat 40 Minuten Verspätung. Schau, ob ich den Anschluss in Salzburg noch kriege. Wenn nicht, such mir die nächste Verbindung und schreib dem Hotel, dass ich erst nach 22 Uhr einchecke erfordert mehrere Schritte, bei der ein persönlicher Assistent eines auf keinen Fall tun sollte: Unterwegs den Faden verlieren.

2. Geminis Sehvermögen: Die On-Screen Awareness

Unsere Organisation und Terminplanung läuft heute nicht mehr nur über reine Sprache, sondern ist multimedial: Ihr habt euren Kuchen im Ofen versaut? Vermutlich werdet ihr ein Foto davon machen und es eurer Großmutter schicken: Hey Oma, wie kann ich den Kuchen noch retten?

Laut MacRumors will Apple Siri mithilfe von Google genau für solche Momente mit einer tiefgreifenden on-screen awareness ausstatten – sozusagen einer visuellen Intelligenz, die eben nicht nur mit Text umgehen kann.

Google hat Gemini 3 zu seiner Veröffentlichung mit einem besonders starken nativen multimodalen Verständnis beworben. Dr. Shukla beschreibt das in seiner Kolumne als den entscheidenden Meilenstein für das Verständnis von Benutzeroberflächen:

„Gemini 3 interpretiert zuverlässig Dashboards, Diagramme, UI-Elemente, Protokolle, Tabellen und visuelle Strukturen.“

Das bedeutet konkret: Mit Gemini als Auge kann Siri nicht nur Bilder beschreiben, sondern etwa auch Verstehen, wo der Senden-Knopf in einer App ist. So könnte Siri vom passiven Zuhörer zum aktiven Mitspieler auf eurem Display werden.

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3. Gemini Flash: Schnelles Denken mit wenig Latenz

Siri ist kein Chatbot, sondern ihr sprecht mit ihr – und gesprochene Sprache funktioniert anders als Text auf einem Bildschirm. Das Problem hierbei: Die Latenz.

Wenn ihr ein paar Sekunden darauf wartet, dass ChatGPT euch einen Text generiert, entsteht vielleicht eine gewisse Spannung. Wenn eure Siri auf »Wie ist das Wetter heute?« mit sekundenlangem Schweigen reagiert, dann denkt ihr, eure Siri ist kaputt.

Im Dezember 2025 legte Google mit dem neuen Gemini 3 Flash Modell hier sogleich nach. Das Versprechen: Adaptives Denken. Das Modell wählt also anhand der Schwierigkeit der Anfrage aus, wie viel Denkleistung sie erfordert.

Man muss sich vor Augen halten: So intelligent die Ergebnisse von Large-Language-Models (LLMs) wirken, sie bedienen nicht automatisch die Funktionen, die Siri bereits hat. Genau dieses Problem brachte Rohit Prasad, damaliger Chef-Wissenschaftler für Alexa, in der Financial Times (zitiert via Ars Technica) auf den Punkt:

Er verglich den Umbau der alten Alexa hin zu einer intelligenteren Version mit einer riskanten Gehirntransplantation. Das Dilemma: Die neue Intelligenz darf die banale Verlässlichkeit von Licht an nicht durch Denkpausen opfern.

Google verspricht hier mit seiner Adaptivität viel, wie natürlich und fehlerfrei die Interaktion dann aber tatsächlich wird, muss sich erst zeigen.

Fazit: Bei Apple hat der Pragmatismus den Stolz geschlagen

Apple hat eingesehen: Für ein echtes KI-Gehirn reicht bahnbrechendes Design nicht aus. Dass die Wahl auf Google fiel, ist die logische Konsequenz aus dem, was der Suchmaschinen-Konzern seit 20 Jahren am besten kann: Riesige Datenmengen strukturieren.

Während OpenAI Ressourcen in rechenintensive AI-Slop-Generatoren wie Sora pumpt, liefert Google das, was Siri wirklich fehlt: Ein riesiges Weltwissen in Echtzeit mit der nötigen Logik-Tiefe.

Apple wiederum verspricht seinen sicherheitsbewussten Kunden dafür, wie CNBC berichtet, dass die Modelle weiterhin auf Apple-Geräten und dem Private Cloud Compute des Unternehmens ausgeführt würden. Man mietet sich bei Google also das Gehirn, die Daten bleiben bei Apple.

Doch Gemini bleibt ein Large-Language-Model – und die haben Fehler. Ob die intelligente Siri also tatsächlich eure Flüge umbucht und Kuchen rettet oder doch nur schlauere Halluzinationen liefert, wird der Alltag zeigen müssen.

Fest steht: Mit diesem Pakt kommt Siri fast 15 Jahre nach ihrer Premiere dem einen entscheidenden Schritt näher, was Apple damals versprochen hat: Einen intelligenten persönlichen Assistenten.

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