Das ist passiert: Ich bin 2020 in eine neue Wohnung gezogen und konnte meine alte Stereoanlage nicht mitnehmen.
Ich hatte damals schon seit Längerem mit dem Gedanken gespielt, mir einen HomePod zu kaufen, weil ich als iPhone-Nutzer irgendwie heiß auf diese smarten Lautsprecher war.
Corona hatte mich seinerzeit zum Dauergast in den eigenen vier Wänden gemacht – da klang die Idee mit dem HomePod optimal: kompakt, smart und angeblich klanglich top.
Gesagt, getan. Noch am selben Tag landeten zwei HomePods in meinem Wohnzimmer. Die Vorstellung, damit gleichzeitig eine Musikanlage und TV-Soundbar zu ersetzen, war einfach verlockend.
Die erste Ernüchterung
Ich war einige Zeit schwer begeistert von den kompakten Speakern, allerdings kehrten bald schon Zweifel an dem Nutzen ein.
Es gab mehrere Dinge, die mich störten:
- TV-Sound gab es nur über den Apple TV – über meinen Kabelreceiver? Fehlanzeige.
- Der Bass war so dominant, dass mir meine Nachbarn in der hellhörigen Wohnung leid taten (Apple führte die »Bass reduzieren«-Option erst ein Jahr später per Update ein).
- AirPlay-Limits: Keine Option für CD-Player, kein Tapedeck, kein Plattenspieler.
Trotzdem: Fürs Streaming war das Setup im Grunde in Ordnung. Und auch die Sprachsteuerung war irgendwie cool, um meine damals neu angeschafften smarten Glühbirnen zu steuern. Aber ...
Der Heimkino-Traum ist geplatzt
Als ich vor einiger Zeit erneut umgezogen bin, kam der Gamechanger für mich. Ich wollte im Wohnzimmer nämlich ein richtiges Surround-Soundsystem.
Da wurde deutlich, was den HomePods in dieser Disziplin fehlt:
- Ein durchrüttelnder Bass: Ja, in der anderen Wohnung hatten mir die HomePods zu viel Bass, aber im Heimkino brauchte ich dann einfach einen echten, durch Mark und Bein gehenden Bass!
- Ein räumlicher Sound, der nicht nur von vorn kommt.
- Die Möglichkeit, auch mal richtig laut aufzudrehen bei Filmen oder Musik. Die maximale Lautstärke der HomePods ist begrenzt.
Ich habe mir daher ein »echtes« Surround-Soundsystem samt Subwoofer zugelegt, nicht nur für den Heimkino-Sound, sondern natürlich auch für Musik.
Die HomePods verstaubten fortan neben dem Fernseher.
Ich wollte einen der Speaker eigentlich als Küchenradio verwenden, aber tat auch das nie. Beim Kochen nutzte ich meist mein iPad oder für UKW-Radio eine klassische Boombox.
Warum ich zur Musikanlage zurückkehrte
Letztlich waren es vier Gründe, die mich zur Rückkehr zu einer stationären Anlage trieben:
- Der Klang
Zugegeben: Für kompakte Smart Speaker klingen HomePods richtig gut. Aber gegen große Lautsprecherboxen mit viel Resonanzraum? Kein Vergleich, ob nun bei TV oder Musik. - Ich bin kein reiner Streamer
Vinyl, Kassetten, CDs – all das geht mit AirPlay nicht. Mein Verstärker hat zudem Bluetooth und AirPlay, falls ich doch mal streamen will. Neuerdings wird über AirPlay sogar Apple Music mit Dolby Atmos unterstützt. - Sound aus verschiedenen Quellen
Warum muss ich für TV-Sound zwingend den Apple TV und IPTV nutzen? Warum kann ich keine HiFi-Bausteine anschließen, wie es bei Sonos möglich ist? - Das Ritual beim Musikhören
Den Tonarm auf die Platte setzen, physische Regler drehen, die Haptik von Knöpfen – auch das fehlte mir durchaus beim Musikhören.
Natürlich: Mein Soundsystem ist im TV-Betrieb im Wortsinne keine klassische Stereoanlage, sondern eine Surround-Anlage.
Allerdings bei Musik schon, denn da kommt der Sound nur aus den beiden vorderen Standlautsprechern – wenn nicht gerade eine Dolby Atmos-Abmischung über Apple Music läuft.
Zudem habe ich noch eine kompakte, »echte« Stereoanlage im Büro, die nur zwei Lautsprecher besitzt.
Ich setze dabei auf ein Zusammenspiel aus Alt und Modern: Ich verwende den FiiO R7. Der Streamer bietet auf der Rückseite diverse Anschlüsse für Zuspieler.
Daran hängen bei mir zwei Aktivlautsprecher sowie ein CD-Player und zwei Kassettendecks. So kann ich klassisch Musik hören, aber auch Songs vom PC oder über Musik-Streaming-Dienste hören.
Die HomePods haben auch ihre Vorteile
Verteufeln will ich die HomePods nicht, denn die smarten Speaker haben ihre Vorteile:
- Kompakter als meine klassische Anlage
- Multiroom-Betrieb in verschiedenen Räumen einfach umsetzbar
- Der Zugriff auf Siri, wenn iPhone oder iPad nicht in der Nähe sind
- Agiert als Smart Home-Hub, wenn kein iPad oder Apple TV vorhanden ist
- Die aktuelle Generation hat einen Temperatur- und Feuchtigkeitssensor integriert.
Vor Kurzem kam bei mir trotzdem der Punkt, an dem ich mir dachte: Ich nutze die HomePods doch ohnehin nicht mehr, dann kann ich sie auch verkaufen.
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Beide Speaker zu veräußern, habe ich jedoch nicht übers Herz gebracht. Ich dachte mir, dass ich einen HomePod vielleicht doch noch irgendwann und irgendwo einsetzen kann.
Einer der beiden Speaker ist aber inzwischen bei einem anderen, hoffentlich glücklichen, Besitzer im Einsatz.
Schlussgedanke
Der HomePod ist das perfekte Audiosystem – für Menschen, die keine Audiosysteme lieben. Wer aber Gänsehaut beim Musikhören oder Filmschauen will oder abends gern mal eine Platte auflegt, kommt um Knöpfe, Kabel und klassische Technik nicht herum. Manchmal ist alte Technik also vielleicht doch ziemlich smart.
Wie steht ihr zu smarten Lautsprechern? Nutzt ihr sie nur noch statt einer klassischen Anlage, weil die Vorteile überwiegen oder setzt ihr weiterhin auf das klassische System mit Verstärker, Lautsprechern und möglicherweise weiteren HiFi-Bausteinen? Teilt mir eine Meinung gerne in den Kommentaren mit.
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