Aktuell arbeite ich am Test des neuen MacBook Pro M5. Bisher kann ich schon verraten, dass das Gerät eine tolle Weiterentwicklung ist. In meinem Test zum MacBook Pro M4 hatte sich herausgestellt, dass das Gerät in vielen Disziplinen schon fast herausragend gut ist. Das Pro M5 ist sogar noch besser.
Rein optisch hat sich nichts getan, man könnte also sagen: Ein MacBook ist ein MacBook ist ein MacBook… Diese Beständigkeit und kontinuierliche Weiterentwicklung finde ich gut.
Es gibt aber Dinge, die mich bei Apple wirklich nerven. Den größten Kritikpunkt, dass im Einstiegsmodell viel zu wenig Arbeitsspeicher verbaut wird, hat man mittlerweile einigermaßen behoben. Selbst das kleinste Pro-Modell besitzt nun zumindest 16GB RAM.
Apple war schon immer etwas teurer
Ein ewiges Ärgernis sind die absurd hohen Preise für Hardware-Upgrades. Beispiele gefällig? Wenn ihr das Basis-MacBook-Pro mit M5-Prozessor erwerben möchtet und dazu gerne 32 GB statt der serienmäßigen 16 GB RAM haben wollt, kostet euch diese Verdopplung mal eben schlanke 500 Euro!
Ja richtig gelesen, 500 Euro für 32 GB, nicht etwa für 64 GB (und selbst das wäre noch überteuert). Klar, der Arbeitsspeicher sitzt direkt auf dem Chip, aber mal ehrlich, niemand kann mir erzählen, dass es in der Fertigung so verdammt teuer ist, einen oder zwei zusätzliche Chips zu integrieren.
Ihr möchtet vielleicht eine größere SSD, weil euch die Basis-SSD mit 512 GB zu klein ist? Viel Spaß, für das sinnvolle Upgrade auf 1 TB zieht euch Apple saftige 250 Euro aus der Tasche.
Zum Vergleich: Für eine Samsung 990 Pro M.2 SSD mit einer Kapazität von 1 TB werden lediglich 95 Euro fällig. Über die Preise für noch größere SSDs muss man eigentlich nicht reden, ich tue es trotzdem. Für 2 TB legt ihr 750 Euro auf den Tisch und für 4 TB sogar unfassbare 1.500 Euro. Dafür bekommt man schon fast drei komplette Mac Minis mit M4-Prozessor.
Wo ist das Netzteil?
Aber gut, diese Preise sind im Hause Apple nichts Neues mehr, wir kennen das ja schon seit Jahren. Allerdings schießt das Unternehmen den Vogel beim MacBook Pro M5 jetzt komplett ab.
Als ich das Gerät für den Test ausgepackt hatte, habe ich nach einem Netzteil gesucht. Ja, ich habe sogar in der Umverpackung nachgeschaut, aber es liegt keins bei. Hallo Apple? Kein Netzteil bei einem Laptop?
Dass es bei Smartphones keine mehr gibt (vielen Dank an dieser Stelle an Samsung, die haben damit angefangen) ist ja leider schon normal. Die Ausrede, dass jeder zuhause noch mindestens zehn passende Steckernetzteile in der Schublade liegen hat, kennen wir ja alle. Oft stimmt es sogar, aber bei einem Notebook?
Aber keine Sorge, Apple macht euch natürlich auch hier ein verlockendes
Angebot, ein Netzteil mit 70 Watt bekommt ihr für nur
65 Euro, die stärkere Version mit 96 Watt ist für 85 Euro zu haben.
Ganz ehrlich, ich würde die Netzteile schon aus Prinzip nicht kaufen, weil für mich ein Netzteil bei einem Notebook integraler Bestandteil des Lieferumfangs ist. Ich habe euch unten mal ein gutes 70-Watt-Modell verlinkt, das nur etwas mehr als die Hälfte kostet, wenn es nicht gerade im Angebot ist.
Ernsthaft, Apple, was kommt als Nächstes? Soll der Kunde vielleicht künftig noch einen Aufpreis von 50 Euro für die Verpackung bezahlen, wenn er das Gerät nicht persönlich im Apple Store abholen möchte? Dort könnte man das teure Gerät ja in Zeitungspapier eingeschlagen überreichen...
Fazit
Ich könnte das alles irgendwo noch verstehen, wenn Apple jetzt um sein Überleben kämpft. Aber das Unternehmen hat Asche ohne Ende!
Hier wird gerade ausprobiert, wie viel man dem Kunden für Dinge, die eigentlich zum normalen Lieferumfang gehören sollten, noch zusätzlich aus der Tasche ziehen kann. Ich finde die Entwicklung bedenklich, denn wenn Apple damit durchkommt, werden viele andere Unternehmen folgen.

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