Smartwatch adé: Warum ich nach 5 Jahren mit der Apple Watch wieder eine klassische Armbanduhr trage [Best of GameStar]

Ich hatte die Apple Watch Series 2 und die Apple Watch Series 4 – doch schließlich bin ich zurück zu meiner guten, alten G-Shock.

Die Apple Watch ist für mich Geschichte. Die Apple Watch ist für mich Geschichte.

Ich hatte sie fast vergessen – diese einfache, robuste Uhr aus den 90ern. 2016 wechselte ich in die digitale Zukunft mit der Apple Watch Series 2. Und heute?

Heute habe ich sie wieder, meine G-Shock. Keine smarten Benachrichtigungen, kein Ping beim Erreichen der Bewegungsziele, keine überflüssigen Funktionen – nur die Zeit. Warum habe ich mich von der vermeintlichen Zukunft verabschiedet?

Der Anfang: Die Apple Watch Series 2

Es war 2016: Apple stellte seine zweite Apple Watch vor, und ich, noch immer im Besitz meiner abgenutzten G-Shock aus den 90ern, hatte nicht die geringste Vorstellung davon, warum ich zu einer smarten Uhr wechseln sollte. Schließlich kostete die Apple Watch mehrere Hundert Euro – viel zu viel für etwas, das ich eigentlich nicht brauchte.

Aber, wie es bei mir oft so ist: Ich ließ mich von der Technologie verlocken. Ich verbrachte Stunden damit, mich mit der Uhr auseinanderzusetzen, und dann war der Bestellknopf auch schon gedrückt.

Also zog die Apple Watch Series 2 bei mir ein. Anfangs war ich begeistert – die Möglichkeit, Nachrichten und Anrufe direkt am Handgelenk zu empfangen, war neu und spannend. Doch die Begeisterung verflog nach einigen Wochen. 

Die Uhr war träge, Apps öffneten sich quälend langsam, und immer wieder wurden für mich nützliche Apps, wie die DHL-App oder Facebook, eingestellt. Eine eigenständige App für die Apple Watch lohnte sich offenbar nicht mehr.

Zweiter Versuch – Die Apple Watch Series 4

Zwei Jahre später war ich kurz davor, die Apple Watch zu verkaufen und wieder zu meiner G-Shock zurückzukehren.

Was hielt mich zurück? Die Apple Watch Series 4. Ein größerer Bildschirm, eine verbesserte Performance. Also gab ich der Smartwatch eine zweite Chance. Und zu Beginn war es tatsächlich ein gutes Gefühl. Ich begann außerdem, mich auch mit den Sportfunktionen auseinanderzusetzen.

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Die ersten Monate war ich sehr motiviert. Ich schloss die Ringe täglich, freute mich über die Mitteilung Längste Erfolgsserie und war stolz auf die Fortschritte. Ich ging sogar bei Platzregen nach draußen, nur um noch schnell meine Schritte zu sammeln. Das hat rund sechs Monate geklappt.

Dann habe ich aber an einem Tag nicht aufgepasst: Längste Erfolgsserie kaputt. Es scheiterte an drei fehlenden Kalorien! Der Frust war groß.

Rückkehr zur G-Shock

Ich habe die Apple Watch noch ein paar Monate getragen. Ich habe auch versucht, wieder eine solche Bewegungsstrecke aufzubauen. Dann entdeckte ich in meiner Schublade aber etwas, das mich an früher erinnerte, an eine einfachere Zeit. An meine G-Shock-Zeit.

Ich habe die alte, vergilbte Uhr also aus der Schublade gekramt. Zuerst war ich etwas zurückhaltend, dann jedoch entdeckte ich etwas, das ich offenbar verloren hatte: Den Fokus auf das Wesentliche. Die Zeit.

Denn genau das war es, was mich neben der Bewegungsringsache an der Smartwatch störte: Die ständigen Benachrichtigungen! Das Vibrieren am Handgelenk, der Blick auf die Uhr aus Angst, etwas zu verpassen. Sie zog mich aus der Gegenwart und schlang mich in ein Netz von vermeintlichen Verpflichtungen.

Video starten 11:59 Schlaftracker versus Schlaflabor - Wie genau sind Apple Watch und Co.?

Hinzukam noch eine andere Sache: Selbst nach mehreren Jahren mit der Apple Watch fragte meine Mutter mich immer mal wieder, ob ich los muss, weil ich beim Kaffeetrinken auf meine Uhr schaute. „Nein, Mutter, ich habe nur eine Nachricht bekommen“.

Irgendwie hat auch das etwas in mir ausgelöst – es ist eben unhöflich, auf die Uhr zu schauen, wenn ich zu Besuch bin oder welchen habe. Doch wenn es vibriert, muss ich eben nachschauen.

Der Schritt zurück – und warum er mir guttut

Ich möchte die Apple Watch nicht schlechtreden. Sie ist eine großartige Smartwatch und viele Menschen lieben sie. Sie hilft beim Training, bei der Gesundheitsüberwachung und bei der Organisation des Alltags.

Aber für mich? Die Motivation war irgendwann weg. Die Uhr demotivierte mich sogar.

Also tat ich das einzig Richtige für mich: Ich kaufte mir Anfang 2022 eine neue G-Shock und trage sie bis heute täglich. Sie kann im Vergleich zur Apple Watch so gut wie nichts und wisst ihr was? Ich finde das fantastisch! Meiner Mutter kann ich volle Aufmerksamkeit schenken und bewegt habe ich mich auch vor Smartwatch-Zeiten ohne die Bewegungsringe. 

Technologie ja – aber nicht überall

Ich verweigere mich nicht der Technik. Mein Saugroboter ist super, mein Smart Lock ebenfalls. Aber irgendwie bin ich in dem Alter, in dem ich selektiere, was mir wirklich einen Vorteil bringt, und auch das Thema Nachhaltigkeit spielt für mich eine Rolle.

Der Akku meiner Apple Watch Series 4 hat noch eine Kapazität von 78 Prozent und die Uhr bringt mich gerade so durch den Tag, wenn ich sie dann doch mal wieder trage. Die Knopfzelle in meiner G-Shock hingegen hält mehrere Jahre und lässt sich für wenige Euro austauschen.

Meine Apple Watch Series 2 und auch meine ersten AirPods sind inzwischen Elektroschrott, mein Aiwa Walkman von 1995 spielt hingegen noch immer mein Lieblingstape ab. DAS nenne ich nachhaltig!

Und doch – ein kleiner Funken glimmt noch

Aber: Ich muss zugeben, dass mich die Ankündigung neuer Apple Watches noch immer kriegt, zuletzt die von der Apple Watch Ultra. Eine Sirene? Satellitenkommunikation? Tauchen kann ich damit? Alles Dinge, die ich nie brauche, doch irgendwie haben will. Also, wer weiß, vielleicht drücke ich irgendwann doch wieder den Bestellknopf. 

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht und seid von einer Smartwatch zurück zu einer klassischen Armbanduhr? Was waren eure Beweggründe? Teilt mir eure Meinung gerne in den Kommentaren mit.

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