Nachdem seit den PS2-Zeiten eigentlich niemand mehr ernsthaft versucht hat, Super Mario das Genre-Krönchen für gute Plattformer zu entreißen, kommt nun Astro Bot!
Der kleine Robo gab sein PlayStation-5-Debüt bereits 2020 zum Start der neuen Konsolengeneration in der aufwendigen Techdemo Astro’s Playroom, um die Neuerungen der Konsole vorzustellen. Jetzt erscheint sein erstes Vollpreis-Abenteuer für PS5. Ich habe es angespielt und verrate euch, ob es den Erwartungen gerecht wird oder ob Sonys Versuch scheitern könnte, den Mario-Charme auf die PlayStation zu holen.
Über 80 Level!
Astro Bot begibt sich auf eine Rettungsmission, die ihn durch sechs Galaxien und über 80 Level führt, um seine Crew wiederzufinden und gleichzeitig Teile für das kaputte PlayStation-Mutterschiff einzusammeln. Wie man schon im Trailer sehen konnte, dient der DualSense-Controller als kleines Raumschiff, mit dem ihr durch die Galaxien fliegt und einzelne Planeten (Level) ansteuert.
Dabei beginnen die Level meist mit einem Landeanflug, der euch nicht nur einen Ausblick auf das Thema des Levels gibt, sondern euch auf dem Weg zum eigentlichen Startpunkt schon die ersten Sammelgegenstände aufnehmen lässt.
Bereits das erste Demolevel zieht mich mit seiner farbenfrohen Gestaltung in seinen Bann. Team Asobi erweckt nicht nur Astro mit viel Charme und witzigen Charakterzügen zum Leben, sondern auch die Umgebungen sind liebevoll mit Pflanzen, Tieren und Anspielungen auf PlayStation-Klassiker gefüllt.
Laut den Entwicklern setzt man sich zum Ziel, die vielen kleinen Objekte interaktiv zu gestalten. So reagieren Gras, Wasser, Pflanzen und die Tierwelt auf den Bot. Astro kann etwa auf einer Sonnenliege Platz nehmen und sogar einschlafen, während ihm die Sonnenbrille runterrutscht. Diese Liebe zum Detail entdecke ich in den gespielten Level an allen Ecken und bin immer wieder darüber erstaunt.
Astro versucht sich im Matsch nicht allzu dreckig zu machen, indem er langsam und auf den Zehenspitzen läuft. Allerdings gelingt ihm das nur bedingt, und er hinterlässt nach dem Verlassen des Beckens dennoch matschige Fußabdrücke.
Wie spielt sich Astro Bot denn nun?
Begleitet wird jede Aktion und jeder Untergrund von passenden Vibrationen im Controller, die mir als Spieler deren Beschaffenheit vermitteln. Damit spüre ich deutlich Unterschiede zwischen weichem Grasboden, klirrendem Glas oder stumpfen Metall, während auch Interaktionen wie das neue Schwingen und Boxen oder das bekannte Ziehen an Kabelsträngen unterschiedlichstes Controller-Feedback auslöst.
Die Level strotzen dabei vor Gameplay-Mechaniken, die mehr als nur das genre-typische Springen von Plattform zu Plattform oder das Umhauen von Gegnern beinhalten. Immer wieder lassen sich Spezialfähigkeiten wie Barkster, der Hunde-Rucksack, in Kisten finden, die neue Interaktionsmöglichkeiten eröffnen.
Mit Barkster kann man einen kurzzeitigen Raketenboost zünden, der Astro durch Wände und über größere Abgründe befördert. An anderer Stelle kann ich mit einem weiteren Kistenfund Astro Bot aufblasen und nach oben steigen lassen oder ihm Frosch-Handschuhe zum Boxen verpassen. Jedoch sind die Fähigkeiten nur auf bestimmte Level oder Spielabschnitte begrenzt und lassen sich nicht in andere Welten mitnehmen.
Für die Sammler unter euch gibt es auch gute Nachrichten: Ihr seid zwar auf einer Rettungsmission, um die anderen Bots einzusammeln, aber ihr könnt auch teils gut versteckte Bonus-Charakteren finden, die von Figuren der langjährigen PlayStation-Geschichte inspiriert sind. Ich bin Kratos, Atreus, Ratchet, Rivet und auch altbekannte Maskottchen begegnet, die vor allem auf der ersten PlayStation unterwegs waren – alle im niedlichen Bot-Design.
Trotz seiner permanent wechselnden Mechaniken soll Astro Bot nicht zu schwer ausfallen. Ich konnte die Level mit Leichtigkeit bewältigen, musste aber stets aufmerksam bleiben, um mich immer wieder auf eine neue Spielmechanik einzustellen.
Wer eine Herausforderung sucht, soll ebenfalls nicht enttäuscht werden. Einmal muss man als Bot-Sammler gut aufpassen, um wirklich alle Bots zu finden, die sich gut verstecken. Daneben gibt es 20 Challenge-Levels. Zwei durfte ich bereits spielen und mein Astro ist viele Tode gestorben.
Mit etwas Übung lassen sich die Level in weniger als einer Minute absolvieren, aber jedes hat seinen eigenen Twist, sodass man noch beim letzten Sprung versagen kann und dann wieder zum Levelanfang versetzt wird. In den normalen Leveln finden sich im Gegensatz dazu immer wieder Checkpoints, wobei gefundene Bots und Teile erhalten bleiben.
Die Challenges können frustrierend sein, wenn man nicht das perfekte Timing abpasst und einfach darauf losrennt und springt. An den beiden Leveln hing ich fast 15 Minuten, bevor ich sie gemeistert und mich zufrieden zurückgelehnt habe. Ich war fertig und gleichzeitig traurig, dass ich noch bis zum 6. September 2024 warten muss, um das Abenteuer weiterzuspielen und die vielen Geheimnisse und Anspielungen entdecken zu können.
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