Die Asus ROG Ally X ist aktuell der beste Handheld, um PC-Spiele unterwegs zu spielen. Die wenigen Änderungen, die Asus dem Gerät im Vergleich zum Vorgänger spendiert hat, machen einen Riesenunterschied aus.
Nicht nur hat mich die Akkulaufzeit sehr beeindruckt, auch die Ergonomie, die Betriebslautstärke und die verbesserte Leistung konnten im Test überzeugen, weshalb ich sie bedenkenlos weiterempfehlen kann.
Und trotzdem: Die ROG Ally X macht eigentlich alles richtig, aber in einer Sache bleibt mein Favorit konkurrenzlos.
Lenovo Legion Go: Der Bildschirm macht den Unterschied
Die Größe: Der Bildschirm des Lenovo Legion Go ist für mich weiterhin ein konkurrenzloses Alleinstellungsmerkmal. Das liegt unter anderem an der Größe.
Die Diagonale beträgt 8,8 Zoll, was nicht nach viel mehr als 7 Zoll klingt, aber in der Realität einen wortwörtlich großen Unterschied macht. Nicht nur macht das Spielen damit mehr Spaß, weil Text und HUD-Elemente weniger winzig wirken, sondern auch die Bedienung von Windows ist deutlich angenehmer.
Auf der ROG Ally X ist die Bedienung von Windows weiterhin etwas umständlich. Sieben Zoll mag eine gute Größe für Smartphone-Betriebssysteme sein, aber für Windows 11 ist es dann doch eher grenzwertig.
Auf dem Lenovo Legion Go habe ich keine Probleme Windows zu bedienen. Deswegen verwende ich die Controller-optimierte Legion Space-App auch sehr selten und boote immer sofort auf die Desktop-Oberfläche.
Die hohe Auflösung: Auf dem fast 9-Zoll großen Display tummeln sich jede Menge Pixel. Die Auflösung beträgt 2.560 x 1.600 und das sorgt für gestochen scharfe Inhalte. Leider hat der Legion Go keine stärkere Hardware als der Asus ROG Ally X und somit lässt sich diese Auflösung nativ nur bei weniger anspruchsvollen Titeln nutzen.
Trotzdem sehe ich die hohe Auflösung als Plus. Über Upscaling lässt sich so gut wie jedes Spiel auf diese Auflösung hochskalieren – und bei nicht wenigen auch nativ nutzen.
Die hohe Bildschirmwiederholrate: Während die ROG Ally X mit ihrem Bildschirm respektable 120 Hz anzeigen kann, kommt der Legion Go auf etwas höhere 144 Hz. Dank Frame Generation-Features lässt sich diese hohe Bildschirmwiederholrate auch bei anspruchsvollen Titeln ausnutzen. Ich verwende hierfür gerne LSFG von Lossless Scaling.
Begrenze ich bei einem Spiel die FPS-Zahl auf 48 FPS, kann sie mit dem Tool auf genau 144 FPS verdreifacht werden. Dafür müssen allerdings visuelle Artefakte und Eingabeverzögerung in Kauf genommen werden.
Bei leichten Titeln sind dann native 144 FPS möglich. Auch die Bedienung von Windows oder beim Scrollen durch Webseiten macht sich die hohe Bildschirmwiederholrate positiv bemerkbar.
Farben und Helligkeit: Der Bildschirm des Lenovo Legion Go deckt den DCI-P3-Farbraum zu 97 Prozent ab, während die Asus ROG Ally X in diesem Aspekt nur auf 76,9 Prozent kommt. Rein subjektiv gefällt mir die Farbwiedergabe des Legion Go deutlich besser. Sie leuchten mehr und wirken lebendiger.
Die maximale Helligkeit beträgt bei beiden Handhelds 500 Nits, was meistens ausreicht. Nur an besonders sonnigen Tagen kann das etwas niedrig sein, wenn man draußen Spiele spielt.
Was mir sonst am Legion Go gefällt
Controller: Der Lenovo Legion Go hat bessere Joysticks mit Hall-Effekt-Technologie und glatten Antifriction-Ringen, die für eine weiche Bedienung sorgen. Außerdem kommt ein kreuzförmiges D-Pad zum Einsatz, das mir persönlich besser gefällt als ein tellerförmiges. Der rechte Controller hat obendrein ein Trackpad, das die Bedienung von Windows leichter macht und Türen für mausbasierte Spiele öffnet.
Bei Bedarf könnt ihr die Controller wie bei der Nintendo Switch abnehmen und getrennt vom Gerät verwenden. Der rechte kann mit einem Schalter sogar zu einer vertikalen Gaming-Maus umgewandelt werden.
Kickstand: Das große Display kann dank eines Kickstand auch einfach auf einem Tisch aufgestellt werden. So sind auch lokale Multiplayer-Sessions möglich, wie man sie von der Nintendo Switch kennt.
Zwei USB4-Anschlüsse: Zwar besitzt die Asus ROG Ally auch zwei USB-C-Anschlüsse, allerdings ist nur einer von ihnen mit USB4 ausgestattet. Der Lenovo Legion Go hat zwei Stück, die zudem auf oben und unten verteilt sind und nicht nebeneinander sitzen. So kann ich flexibel aussuchen, auf welcher Seite das Ladekabel eingesteckt werden soll.
Was die ROG Ally X besser macht
Abgesehen von den Dingen, die ich oben genannt habe, macht die ROG Ally X vieles besser als der Lenovo Legion Go.
Die Akkulaufzeit: Der Akku der ROG Ally X hat eine sehr große Kapazität von 80 Wh. Der Lenovo Legion Go hat 49,2 Wh. In der Praxis macht das einen sehr großen Unterschied. Die Asus ROG Ally X eignet sich sehr gut dafür, um unterwegs PC-Spiele zu spielen. Der Lenovo Legion Go ist eher eine Konsole, die am besten permanent mit der Steckdose verbunden bleibt – ansonsten ist nach maximal zwei Stunden bei anspruchsvollen Titeln Schluss.
Die Ergonomie: Der Lenovo Legion Go hat zwar zwei sehr dicke abgerundete Griffe, aber dafür besitzt er vorne ein recht kantiges Design, das auf Dauer etwas unangenehm sein kann. Darüber hinaus gibt es vier sehr große zusätzliche Tasten, die leicht unbeabsichtigt betätigt werden können.
Die Asus ROG Ally X liegt hingegen nahezu perfekt in meinen Händen. Die Griffe sind vorne und hinten schön abgerundet und die zwei zusätzlichen Tasten sind leicht erreichbar, aber an einer Position, die sicherstellt, dass ihr sie nicht versehentlich drückt.
Das Gewicht: Der Lenovo Legion Go ist nicht nur sehr groß, sondern auch sehr schwer. Die 854 Gramm machen sich nach einer Weile durchaus bemerkbar. Um mit dem Gerät lange komfortabel zu spielen, muss ich meine Ellbogen irgendwo abstützen können. Die Asus ROG Ally X wiegt nur 678 Gramm, was das Spielen deutlich angenehmer macht.
Lüfterlautstärke: Der Lenovo Legion Go ist selbst bei niedrigeren Lüfter-Drehzahlen sehr gut hörbar. Das liegt aber nicht an der eigentlichen Lautstärke, sondern an dem recht unangenehmen hochfrequenten Geräusch. Bei besonders schnellen Drehzahlen hört sich der Lüfter fast an wie ein altes CD-DVD-Laufwerk. Die Asus ROG Ally X stört dabei deutlich weniger und ist leiser.
Die Leistung: Ich bin nicht enttäuscht von der Leistung des Lenovo Legion Go, aber der Asus ROG Ally X ist besser. Sie besitzen beide zwar denselben Ryzen Z1 Extreme-Prozessor, aber das Asus-Gerät hat 8 GByte mehr Arbeitsspeicher und einen Full-HD-Bildschirm, der weniger anspruchsvoll ist.
Hier sind die Spiele, die ich mit der Asus ROG Ally X getestet habe:
Elden Ring
- 30 W
- 25 W
- 15 W
- 0
- 10
- 20
- 30
- 40
- 50
Erweiterbarer Speicher: Die Asus ROG Ally X kann mit weit verbreiteten NVMe M.2 2280-SSDs aufgerüstet werden, die oft günstig zu erhalten sind. Der Lenovo Legion Go verwendet kleinere NVMe M.2 2242-SSDs, die weniger weit verbreitet und oft teurer sind. Beide lassen sich mit microSD-Karten erweitern.
Lautsprecher: Die Lautsprecher der Asus ROG Ally X sind deutlich besser als die des Lenovo Legion Go. Sie klingen voller, kräftiger, klarer und sind nach vorne gerichtet. Die des Legion Go klingen dünn, unklar und sind nach oben gerichtet. Außerdem können sie manchmal störend knistern.
Meine Empfehlung
Der größte Vorteil der Asus ROG Ally X ist meiner Meinung nach die lange Akkulaufzeit. Wenn ihr einen Windows-Handheld für unterwegs sucht, dann ist sie aktuell die beste Wahl. Spielt ihr hingegen gerne auf der Couch oder im Bett, wo die Steckdose nicht weit entfernt ist, verliert dieser Vorteil an Gewichtung.
Kauft euch die Asus ROG Ally X, wenn …
- … ihr PC-Spiele unterwegs spielen wollt.
- … euch gute Lautsprecher wichtig sind.
- … wenn der Handheld kompakt und leicht sein soll.
Kauft euch den Lenovo Legion Go, wenn …
- … ihr hauptsächlich zu Hause damit spielen wollt.
- … wenn ihr das Gerät auch als gewöhnlichen Windows-PC verwenden wollt.
- … wenn euch das hohe Gewicht nicht stört.
Für mich persönlich ist die Wahl ganz klar. Ich spiele eigentlich nur zu Hause auf der Couch, weshalb ich auf die lange Akkulaufzeit des Asus ROG Ally X verzichten kann. Lieber bleibe ich dann beim Lenovo Legion Go mit dem fantastischen Bildschirm.
Würde ich heute meine Entscheidung treffen müssen, wäre da auch die Preisfrage. Noch ist die ROG Ally x mit 900 Euro ziemlich teuer. Der Legion Go ist inzwischen für unter 700 Euro erhältlich.



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