Die Preise der kommenden Xbox-Handhelds wurden von einer spanischen Partnerseite von Asus geleakt: 600 und 900 Euro. Jetzt ist in den Fan-Communities eine große Diskussion über sie entbrannt und obwohl mich die Preise nicht überrascht haben, sehe ich einen klaren Übeltäter an der Diskussion: »This is an Xbox«.
»This is NOT an Xbox«
Die Verwirrung um den Preis der neuen Xbox-Handhelds zeigt, wie mächtig Worte sein können – und wie irreführend. Microsoft hat mit der Kampagne »This is an Xbox« eine klare Botschaft gesendet: Alles, was so aussieht, so heißt und so vermarktet wird, ist eine Xbox.
Doch technisch betrachtet ist die Asus ROG Xbox Ally (X) nichts anderes als ein Windows-PC im Handheld-Format. Sie spielt keine Xbox-Discs ab, sie läuft nicht auf dem Xbox-Betriebssystem und sie bietet kein vollständig nahtloses Konsolenerlebnis wie Series X oder S.
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Natürlich kann man mit Xbox-Cloud-Gaming oder Game-Pass-Spielen auf dem Gerät Xbox-Titel spielen. Aber wer glaubt, hier eine günstigere, portable Version der Series X zu bekommen, wird enttäuscht – vor allem bei einem Preis von bis zu 900 Euro.
In der Welt der PC-Handhelds ist der Preis angesichts der Ausstattung jedoch nicht völlig aus der Luft gegriffen. Sobald man die Geräte mit Konsolen vergleicht, wie es der Name »Xbox« eben nahelegt, verliert Microsoft die Preisdiskussion allerdings haushoch.
Die neuen Xbox-Handhelds sind keine Xbox-Konsolen – oder doch?
Die neuen Xbox-Handhelds werden von Microsoft und Asus also ganz klar als »Xbox« vermarktet – es steckt im Namen.
600 oder sogar 900 Euro für eine Xbox klingt sehr teuer, oder? Auf jeden Fall. Aber eigentlich sind es gar keine echten Xbox-Konsolen – so sehr Microsoft uns das auch verklickern will. Es sind Handheld-PCs, wie das Steam Deck, der Lenovo Legion Go oder die MSI Claw 8 AI+. Auf den Asus ROG Xbox Ally-Handhelds läuft nicht das Betriebssystem der Xbox-Series-Konsolen, sondern Windows.
Sind die geleakten Preise also zu hoch?
Die Asus ROG Xbox Ally soll 600 Euro kosten und wäre somit genauso teuer wie eine Xbox Series X. Anhand der bereits bekannten Hardware-Konfiguration können wir davon ausgehen, dass die Asus ROG Xbox Ally etwa gleich schnell wie das Steam Deck ist.
Ihr erhaltet also einen »Xbox-Handheld« mit deutlich weniger Leistung als die stationäre Xbox-Konsole für denselben Preis. In dieser Hinsicht ist die Asus ROG Xbox Ally kostenintensiv.
Doch wie sieht es aus, wenn wir sie mit dem Steam Deck OLED vergleichen? Beide sind etwa gleich schnell und für das Spielen von PC-Spielen entwickelt worden. Hier gibt es nur einen Preisunterschied von 30 Euro. In der Welt der PC-Handhelds wirkt das Preisschild für das Gebotene angemessen.
Die Asus ROG Xbox Ally X soll sogar 900 Euro kosten und wäre somit sogar teurer als die derzeit schnellste Konsole auf dem Markt: die PlayStation 5 Pro. Im Inneren steckt zwar der neue AMD AI Ryzen Z2 Extreme, der unter den Handhelds einer der schnellsten sein wird, aber weit hinter der Gaming-Leistung der PlayStation 5 Pro liegen wird. Auch in diesem Vergleich ist der Xbox-Handheld also sehr teuer.
Die Sichtweise ändert sich drastisch, wenn wir die Asus ROG Xbox Ally X mit anderen Handhelds vergleichen, die ähnlich ausgestattet sind: MSI Claw 8 AI+ und Asus ROG Ally X. Beide Handhelds besitzen ebenfalls große 80-Wh-Akkus, schnelle Displays mit VRR und für Handheld-Verhältnisse besonders performante Prozessoren. Die MSI Claw 8 AI+ kostet 1.000 Euro und die Asus ROG Ally X 900 Euro. Bei der Asus ROG Xbox Ally X fällt der Preis also nicht aus der Reihe, wenn man ihn den von vergleichbaren PC-Handhelds gegenüberstellt.
Die Kritik war vorherzusehen
Die Diskussion sollte man meiner Meinung nach nicht über den Preis des neuen Xbox-Handhelds von Asus führen, sondern über die Kommunikation und das Marketing von Microsoft. Durch die Bezeichnung »Xbox« werden Erwartungen geweckt, die das Produkt als Handheld-PC jetzt schon nicht erfüllt. Womöglich wäre es besser gewesen, das Gerät nicht als Teil der Xbox-Familie zu bezeichnen − oder man hätte voll auf die Marke eingezahlt. Ein nativer Xbox-Handheld mit dem Titel »Xbox Series M« klingt doch auch verlockend, oder?
Meine Kritik richtet sich also vor allem an die Kommunikation: Wenn man ein Gerät wie eine Xbox nennt, wird es auch wie eine Xbox beurteilt. Vielleicht hätte der Name »Asus ROG Ally 2« besser gepasst?
Und genau deshalb sollte jeder und jede wissen:
This is NOT an Xbox.
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