Battlefield 6 ist eins der meisterwarteten Spiele 2025 und verzeichnet schon am ersten Beta-Tag Rekordzahlen: Allein auf Steam stürzen sich über 300.000 Spieler in die Closed Beta. Und der Ansturm ist keine Überraschung. Schließlich kehrt Battlefield 6 endlich wieder zu alter Form zurück und orientiert sich an den Wurzeln der Serie – und das macht Fans sehr glücklich.
Vom 7. bis zum 10. August 2025 läuft die erste Beta-Phase. Die zweite folgt vom 14. bis zum 17. August. Die GameStar-Redaktion hat bereits in den Early Access reingespielt. Was uns schon in den wenigen Stunden begeistern konnte – und wo Entwickler Dice nochmal dringend vor Release nachbessern muss, verraten wir im Artikel.
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Battlefield 6: So gut hat sich die Shooter-Reihe seit Jahren nicht mehr angefühlt
»Auf dem besten Weg seit vielen Jahren«
Dimitry Halley: Ich habe weit über 200 Stunden in Battlefield 2042 verbracht und rechne es DICE hoch an, dass sie diese Bruchlandung über monatelange Patches zumindest halbwegs zurück auf Kurs gebracht haben. Dennoch: Battlefield 6 fühlt sich jetzt schon viel, viel runder an, als es der Vorgänger je getan hat. Vor allem verglichen mit dem desaströsen Release-Zustand – ich wache heute noch schreiend auf, weil ich von Schlauchbooten träume, die Häuserwände hochfahren.
Battlefield 6 ist »snappy« ab der ersten Sekunde. Die Waffen haben Wumms, ich muss taktisch überlegen, wann ich eine Shotgun einpacke, wann das Sturmgewehr, wann die Sniper. Die Maps sind vollgeparkt mit coolen Details, überall bröckelt der Putz, Häuserwände brechen in sich zusammen, die Schauplätze wirken wie eine echte Action-Kulisse und nicht wie sterile Kunst-Installationen. Hast du einen guten Panzerfahrer im Team, dann macht das gerade in Durchbruch wirklich einen Unterschied – genau so sollte es sein.
Gestern Abend habe ich den großen Fehler gemacht, mich nach Feierabend kurz ins Bett zu legen. Das darauffolgende Nickerchen hat mir zwei wertvolle Lebensstunden geraubt, die ich in Battlefield 6 hätte stecken können. Denn im Anschluss habe ich nichts anderes getan, als diese Beta zu zocken. Ich würde auch jetzt am liebsten nichts anderes tun, aber verratet das nicht meinem Chef.
Aber: Battlefield 6 ist natürlich noch nicht perfekt. Unter der Haube gibt es viel zu fixen, beispielsweise die Audio-Erkennung von gegnerischen Fußstapfern, aber auch die Maps könnten noch ein wenig Feinschliff vertragen. Irgendeine Map ist ja immer das Sniper-Schlaraffenland, aber ich würde mir wünschen, dass Liberation Peak bis zum Launch noch ein wenig überarbeitet wird. Trotzdem ist Battlefield mit dem neuen Teil auf dem besten Weg seit vielen, vielen Jahren.
»Pure Popcorn-Action!«
Natalie Schermann: Was für coole Popcorn-Action ist das denn?! Haben die Maps von Battlefield 2042 noch gewirkt wie sterile Krankenhausgänge, weiß ich in BF6 gar nicht, wo ich zuerst hinschauen soll! Die Maps strotzen nur so vor Details, kleinen Winkeln, hinter denen ich in Deckung gehen kann, labyrinthartigen Gängen, aus denen die Gegner gekrochen kommen – und das alles wirkt inmitten der wuchtigen Soundkulisse unglaublich atmosphärisch.
Taktisches Vorgehen ist Pflicht, denn stürme ich alleine los, werde ich direkt eingekesselt. Schafft es unser Team, unseren Panzer zu verteidigen und in Stand zu halten, räumen wir die Gegnerreihen mit Links auf. Und ständig explodieren rechts und links von mir Gebäudefassaden, die versteckte Gegner offenbaren – oder mir auch mal meine Deckung entreißen.
Battlefield 6 macht schon in der Open Beta einen sehr runden Eindruck: Das Gunplay ist wuchtig, die Maps bieten viele Möglichkeiten und als Gesamtpaket verpasst mir der Shooter einen richtigen Adrenalin-Kick.
Ein paar Kleinigkeiten stechen im Chaos des Gefechts dann aber doch noch negativ heraus: Oft weiß ich nicht, ob nun Freund oder Feind vor mir steht, weil das Spiel mich zu spät darüber informiert. Als Versorger würde ich mir auch noch etwas mehr Feedback vom Defibrillator wünschen, mit dem ich meine Kollegen wiederbeleben kann. Aktuell muss ich immer zweimal hinschauen, ob ich den Verletzten aufgestellt habe, und verliere dabei in entscheidenden Momenten kostbare Zeit.
»Der Fortschritt nach jeder Runde motiviert«
Tillmann Bier: Battlefield 6 könnte der erste Multiplayer-Shooter seit Jahren sein, in den ich wieder richtig viel Zeit stecke. Denn in den ersten Stunden in der Beta fühlt sich einfach (fast) alles richtig an.
Das fängt schon mit den Maps an, die wieder deutlich durchdachter als die riesigen Karten des Vorgängers wirken. Statt wie im Vorgänger nur um riesige Industriegebäude oder leere Wolkenkratzer zu wetteifern, setzt mir Battlefield 6 Altstädte und Bergdörfer vor. Ich sprinte durch verwinkelte Gassen und Wohnungen und finde fast überall Deckung, die aber auch wieder zu großen Teilen zerstört werden kann, um etwa einen Sniper auszuräuchern.
Auch das Schießen selbst macht Spaß: Gegner fallen nach angemessen vielen Treffern um, ich habe aber auch die Gelegenheit, bei feindlichem Beschuss noch schnell in Deckung zu hechten. Fahrzeuge können mit Infanterie-Unterstützung das halbe Gegnerteam erledigen, isoliert sind sie aber ein leichtes Ziel für feindliche Pioniere. Auch übermächtige Fluggeräte wie den Stealth-Helikopter aus 2042 gibt es bisher nicht (und es bleibt hoffentlich so).
Auch das Drumherum passt: Technische Macken sind mir bisher nur im Ladebildschirm aufgefallen und der Fortschritt nach jeder Runde motiviert. Durch regelmäßige Rangaufstiege schalte ich neue Waffen frei, während mir Waffen-XP (nicht Kills!) nach fast jedem Gefecht neue Modifikationen für mein Schießeisen bescheren. Generell gefallen mir die vielen Slots für Waffenmods, mit denen ich meine Ausrüstung ganz nach Belieben anpassen kann.
Lediglich bei der Optik haben es die Entwickler meiner Meinung nach etwas mit der Nostalgie übertrieben. Durch den Farbfilter im Stil von Battlefield 3 und 4 sieht das Spiel manchmal fast schon etwas alt aus. Die Uniformen der Soldaten wirken aktuell außerdem wie Platzhalter und dürften ruhig etwas detaillierter sein.
»Zerstörung verändert die Spieldynamik«
Aron Brockmann: Eine Sache vorweg: Ich liebe die Battlefield-Reihe. Sogar die letzten Teile. Ich habe mich so sehr auf das Neue gefreut, dass ich extra für die Beta meine Festplatten neu aufgesetzt habe, um Secure Boot aktivieren zu können. Mit entsprechend großer Vorfreude und Erwartung bin ich in die erste Runde Conquest gestartet und wurde nicht enttäuscht. Die Grafik und die Soundkulisse sind von der ersten Sekunde an bombastisch. Und die Karte hat eine angenehme Größe und ist voll mit Panzern und Infanterie.
Ein kleiner Blick auf die Map zeigt die vielen möglichen Routen zum Flanken. Ich mache mich gleich auf den Weg, den von den Feinden zuerst eingenommenen B-Punkt von hinten anzugreifen. Das klappt hervorragend und ich kann zwei Feinde erledigen.
Da ich aber noch keine schallgedämpften Waffen habe, fällt meine Aktion schnell auf und ich werde von einer Schrotflinte weggeholt. Aber Moment mal, war das ein Schuss? Auf die Entfernung? Dieser Eindruck bestätigt sich später, als ich selbst das erste Mal eine Schrotflinte ziehe. Diese scheinen auf Entfernung deutlich effektiver zu sein als in meinem persönlichen Favoriten der Reihe Battlefield 4.
Aber ich habe keine Zeit, mich mit Waffenbalance zu beschäftigen. Ein feindlicher Panzer dominiert das Spielgeschehen. Also schnell die Klasse gewechselt und den Raketenwerfer eingepackt. Der spielt sich einigermaßen wuchtig und hat auch einiges an Munition dabei. Zusammen mit ein paar Mitspielern ist der Panzer schnell wieder erledigt.
Die Zerstörung, die er durch die Karte gezogen hat, ist allerdings beeindruckend. Wo der Eroberungspunkt vorher noch von mehreren guten Sniperstellen umgeben war, sind nun eingestürzte Wände. Die Zerstörung verändert die Spieldynamik der Karte enorm und war für mich bisher die größte Stärke der Beta.
Selbst auf niedrigen Details noch ein Augenschmaus
Jan Stahnke: Ich habe zuletzt Battlefield gespielt, als Battlefield 3 noch die neueste Iteration der Reihe war. Es ist also schon eine Weile her, dass ich mich ins Chaos des Schlachtfelds gestürzt habe – doch mein erster Eindruck vom neuen Teil war überraschend positiv.
Die Maps sehen klasse aus, die Soundkulisse macht schon aus der Ferne Lust auf die Schlacht, das Gameplay fühlt sich hervorragend an, und auch Grafik sowie Performance können sich sehen lassen.
Apropos Performance: Ich habe mir vor allem die technischen Aspekte des Spiels angeschaut. Besonders gut gefällt mir der vergleichsweise geringe Anspruch an die Hardware: Mit einer Nvidia RTX 4060 OC konnte ich allein über die normalen Grafikoptionen knapp 60 FPS erreichen – ohne die Grafik komplett herunterdrehen zu müssen. Weder DLSS noch Frame Generation waren dafür nötig. Mit Upscaling lässt sich also auch auf älteren Grafikkarten noch einiges herausholen.
Erfreulich ist außerdem, dass Battlefield 6 selbst in den niedrigsten Einstellungen noch gut aussieht. Ich empfehle euch allerdings, die Texturqualität unbedingt auf eine höhere Stufe zu stellen – sie hat kaum Einfluss auf die Hardware, verbessert das Bild aber deutlich. Die Menüführung ist hingegen etwas fragwürdig: Sie wirkt verworren und wenig benutzerfreundlich, unter anderem, weil sich einige Untermenüs leicht übersehen lassen.
Dazu kommen Bugs wie endlose Ladebildschirme oder stark ausgelastete CPUs im Hauptmenü. Viele dieser Probleme lassen sich aktuell mit wenigen Handgriffen umgehen oder sind nur temporär. Ich hoffe dennoch, dass sie bis zum Release behoben werden – denn dann wäre Battlefield 6 aus technischer Sicht eine runde Sache. Insgesamt bin ich allerdings schon sehr zufrieden.
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Battlefield 6 geht in die offene Beta: Was euch erwartet, seht ihr im Trailer
»Fühle mich direkt wieder zuhause«
Julius Busch: Es hat genau fünf Sekunden im ersten Match gedauert, bis ich mich bei Battlefield 6 direkt wieder zuhause gefühlt habe. Massenschlachten, zerstörbare Umgebung, gewaltiges Sounddesign: Die DNA von Battlefield 3 und 4 trieft aus jeder Pore! Bis jetzt fühlt es sich so an, als hätten die Entwickler den jahrelangen Fanwunsch »zurück zu den Wurzeln« wirklich verstanden und umgesetzt.
Ein paar Beta-Krankheiten gibt es zu beanstanden. Das Waffenhandling fühlt sich für meinen Geschmack im Vergleich zur Konkurrenz noch ein wenig schwammig an und teilweise hatte ich das Gefühl, dass die Treffererkennung im Netcode noch nicht hundertprozentig auf den Punkt ist. Das sind Dinge, die bis zum Release hoffentlich noch angepasst werden.
Allgemein stellt sich natürlich die Frage, wie sich das sehr klassische Battlefield 6 auf dem Markt der modernen Shooter langfristig behaupten kann. Denn wirkliche Neuerungen im Vergleich zum offensichtlichen Vorbild Battlefield 4 sind rar gesät. Das Spielgefühl von damals haben die Entwickler perfekt eingefangen, aber: Reicht das heutzutage noch aus?
Die ersten Zahlen und Stimmen aus der Beta zeichnen auf jeden Fall erstmal ein sehr positives Bild. Langfristig muss EA aber auch beweisen, dass sie auf dem Niveau kontinuierlich Inhalte nachliefern können. Und auch, dass uns zum Release nicht doch noch irgendein perfides Monetarisierungsmodell mit Nicki Minaj- und Snoop-Dogg-Skins in die Parade fährt – denn von einem potentiellen Ingame-Shop haben wir in der Beta natürlich noch nichts gesehen.
Ich bin trotzdem so gehyped wie schon ewig nicht mehr auf ein neues Battlefield und glaube, dass dieses Spiel das Potenzial hat, den alten Squad nochmal zusammenzubringen. In diesem Sinne, ich sehe euch auf dem Schlachtfeld!
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