Blickt man in meine Reisetasche, dann sieht man da zum einen Apples 35-Watt-Netzteil (Dual USB-C). Für das sprechen die zwei USB-C-Ports, das kompakte Design sowie die Möglichkeit, den Stecker wechseln zu können.
Direkt neben dem Apple-Netzteil findet man aber auch noch ein 67-Watt-Wandladegerät. Warum? Weil ich einen Stecker für unterwegs brauche, der wenig Platz braucht, über mehrere Anschlüsse verfügt und im Idealfall auch noch mein MacBook unterwegs aufladen kann.
Dabei fällt im direkten Vergleich auf: Zweiterer bietet fast doppelt so viel Watt, ist aber deutlich kleiner als mein Apple-Stecker. Wie das? Die Antwort ist GaN
.
Was ist GaN?
GaN steht für Galliumnitrid. Das kristalline Material ersetzt mehr und mehr das bekannte Silizium. Denn das Halbleitermaterial erfreut sich seit einigen Jahren großer Beliebtheit unter Herstellern von Ladegeräten.
Interessanterweise sind es nicht die Smartphone-Anbieter, die solche Netzteile herstellen, sondern die Zubehörhersteller, wie Anker, Belkin, Ugreen und andere.
Wieso spielt GaN eine so große Rolle?
Silizium war viele Jahre die Standardkomponente für Netzteile, stieß jedoch an seine Grenzen. Die GaN-Technologie bügelt viele Schwächen von Silizium aus.
In Netzteilen mit Galliumnitrid sind zum Beispiel etwas weniger zusätzliche Komponenten notwendig. Außerdem bieten die Netzteile eine höhere Effizienz, weshalb es sich damit schneller lädt.
Ein positiver Nebeneffekt der höheren Effizienz und damit verbundenen geringeren Wärmeentwicklung: Die Komponenten noch enger zusammenrücken.
Wer in Physik aufgepasst hat, weiß auch, dass die Wärme als Nebenprodukt entsteht und man dadurch auch auf die Effizienz schließen kann. In dem Fall bedeutet die geringere Wärmeentwicklung einen effizienteren Stromfluss, wodurch insgesamt weniger Energie benötigt wird. Dadurch könnt ihr laut verschiedenen Quellen bis zu 20 Prozent Strom sparen.
Gibt es Nachteile bei GaN? Netzteile mit GaN-Technologie in der Regel auch teurer sind als reguläre Modelle. Allerdings drängen bereits mehr und mehr No Name
-Hersteller auf den Markt, sodass günstige GaN-Netzteile auch schon ab 10 bis 15 Euro zu haben sind. Für manch anderen ein möglicher Nachteil: Die Netzteile sind trotz ihrer geringen Größe erstaunlich kompakt und schwer.
Für mich ist die Kosten-Nutzen-Rechnung dennoch eindeutig. Auf der einen Seite bekomme ich bei GaN je nach Priorisierung des Herstellers ein kleineres Netzteil, ein stärkeres Netzteil und/oder eines, das weniger warm wird. Den immer kleiner werdenden Preisnachteil gegenüber Silizium wiegt das meiner Ansicht nach allemal auf.
Der Hersteller des Netzteils ist dabei für mich zweitrangig. Aber die drei Buchstaben GaN wird in Zukunft jedes Netzteil, das ich mir kaufe, tragen.

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