E-Ink – was ist das eigentlich?
Elektronische Tinte oder elektronisches Papier verfolgt genau einen Zweck: Papier auf einem elektronischen Display möglichst originalgetreu darzustellen. Das Display eines E-Readers ist nicht selbstleuchtend und verbraucht in der Theorie auch keinen Strom, solange es nicht verändert wird. Das ist übrigens der Grund, warum der Akku eines E-Readers so lange hält: Er wird nur beansprucht, wenn ihr umblättert.
Die Technologie dahinter ist schnell erklärt: Das Display eines E-Readers besteht aus Kapseln, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. In dieser Flüssigkeit befinden sich schwarze und weiße Partikel. Die weißen Pigmente sind positiv geladen, die schwarzen negativ. Unter den Kapseln verlaufen Elektroden, die durch den Akku mit Strom versorgt werden und ihre Polarität ändern können.
Je nachdem, welche Ladung die Elektrode unter der Kapsel hat, werden die weißen oder schwarzen Partikel an die Oberfläche gebracht, sodass der Pixel entweder weiß oder schwarz erscheint. Auch Graustufen lassen sich so darstellen.
Komplizierter wird das System bei E-Ink-Displays mit Farbe. Es gibt zwei Methoden, Farbe darzustellen: Zum einen mit einem Farbfilter, der als zusätzliche Schicht über den Kapseln liegt, damit diese auch Farben darstellen können. Zum anderen gibt es die Möglichkeit, die Kapseln selbst mit farbigen Partikeln zu bestücken, die unterschiedlich groß sind und verschiedene Ladungen haben. Durch unterschiedlich starke Stromstöße wird so eine bestimmte Farbe nach oben transportiert.
Der Unterschied zwischen einem offenen und geschlossenen Ökosystem
Ein E-Reader mit einem geschlossenen Ökosystem bindet euch in der Regel an einen einzigen E-Book-Anbieter und zwingt euch so dazu, eure Bücher nur noch im hauseigenen Shop zu kaufen. Diese Geschlossenheit funktioniert über eingeschränkte Dateiformate, sodass nicht jede Art von E-Book vom Reader erkannt wird und angezeigt werden kann. Das größte Beispiel für ein geschlossenes System sind die Amazon Kindles, die nur mit dem Format kompatibel sind, das Amazon in seinem eigenen Kindle-Shop anbietet.
Offene Systeme wie bei Tolino, Pocketbook oder Boox, unterstützen unterschiedliche Formate und interessieren sich nicht dafür, wo ihr eure E-Books gekauft habt. Mit so einem Reader habt ihr also wesentlich mehr Freiheiten, als beim Kindle.
Ein weiterer Vorteil von offenen Ökosystemen: Onleihe. Die meisten Büchereien in Deutschland verfügen inzwischen neben ihrem physischen Bestand auch über ein digitales Sortiment, welches ihr euch direkt und ohne weitere Kosten auf euren E-Reader herunterladen könnt. Sobald die Frist abgelaufen ist, verschwindet das Buch wieder aus eurem Speicher. Alles, was ihr dafür braucht, ist eine gültige Büchereikarte eures Standortes.
Ghosting: Das lästigste Problem bei E-Readern
Wir haben ja bereits erklärt, dass die Bildschirme von E-Readern aus Kapseln bestehen, die mit Partikeln gefüllt sind. Das Problem bei dieser Technik ist, dass sich diese Partikel auch verhaken können und festhängen. Auf dem Display erscheint es dann so, als würde der Text der vorherigen Seite auf die aktuelle durchscheinen. Ein kurzer Refresh, bei dem der Bildschirm kurz ganz Schwarz wird, löst das Problem in der Regel schnell wieder. Manche Modelle haben sogar einen eingebauten Mechanismus, der automatisch nach einigen Seiten refresht.
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