Man nehme die grenzenlose Freiheit und lebendige Spielwelt der Elder-Scrolls-Spiele und kombiniere sie mit dem düsteren Fantasy-Universum von Game of Thrones. Ein Rollenspiel im GoT-Universum aus der Hand des amerikanischen Studios Bethesda würde bei vielen Genre-Fans wohl zurecht Freudentaumel auslösen.
Denn Spiele mit der Game-of-Thrones-Lizenz gab es in den vergangenen Jahren zwar einige, ein wirklich vernünftiges Rollenspiel war allerdings nicht darunter. Und welches Studio wäre für solch ein Unterfangen der geeignetste Wunschkandidat, wenn nicht die Macher der legendären Fantasy-RPGs Morrowind, Oblivion und Skyrim.
Tatsächlich wäre es fast einmal so weit gekommen - wenn Bethesda nicht andere Pläne gehabt hätte.
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Skyrim-Dilemma: Der Verfall von Bethesda
Wir wurden tatsächlich gefragt
Wie Studiochef Todd Howard selbst 2011 in einem Interview bestätigte, hatte sein Studio 2008 ein Angebot der Vertreter von George R.R. Martin auf dem Tisch, ein Rollenspiel basierend auf dessen düsterer Fantasy-Welt zu machen. Das Studio steckte damals in den letzten Zügen der Arbeiten an Fallout 3. Die Marke Game of Thrones war zu diesem Zeitpunkt noch ein reines Literatur-Phänomen; die TV-Serie existierte noch nicht.
Tatsächlich sei das Team von Bethesda von dem Vorschlag begeistert gewesen; intern klang die Idee verlockend. Viele Mitglieder des Teams waren damals bereits Fans der Buchvorlage, beide Seiten sahen in Bethesdas Open-World-Formel einen passenden Ansatz für Westeros. Schlussendlich entschied sich das Bethesda aber gegen die Game-of-Thrones Lizenz, denn das Team hatte damals eine ganz eigene Vision von einem Rollenspiel mit Drachen und einem Setting im hohen Norden:
Skyrim.
Der fünfte Teil der Elder-Scrolls-Saga war damals bereits in der Konzeptphase. Vermutlich fiel den Verantwortlichen bei Bethesda auf, dass die beiden Projekte sich zu ähnlich waren. Zudem hätte sich Bethesda bei der GoT-Lizenz strikt an Martins Lore-Vorgaben halten zu müssen, laut Todd Howard hätte das kreative Einschränkungen bedeutet. Das Angebot für ein GoT-Rollenspiel lehnte Bethesda daher ab.
Wir wollten damals lieber unsere eigene Welt erschaffen. Das ist, worin wir unsere Zeit investieren wollten. [...] Es war aber wirklich ein verlockendes Angebot
, erklärte der Studiochef 2011 gegenüber EGMnow.
Tatsächlich lag Bethesda mit seiner Entscheidung goldrichtig. Denn Skyrim entwickelte sich schon kurz nach Release zum Mega-Hit. Bis heute wird das Spiel von einer großen Community gepflegt und durch Mods am Leben gehalten. Ironischerweise erschien 2011 auch die erste Staffel der HBO-Serie zu Game of Thrones - auch die wurde zu einem gigantischen Erfolg und zog seitdem bereits mehrere Spin-offs nach sich. Im Rückblick scheint 2011 einfach ein gutes Jahr für Drachen und raue Fantasy-Setting gewesen zu sein ...
Was passierte mit der Game-of-Thrones-Lizenz?
Nach Bethesdas Absage sicherte sich das kleine französische Studio Cyanide die Westeros-Lizenz. Das daraus resultierende Rollenspiel von 2012 fiel bei Presse und Spielern jedoch weitgehend durch. Im Test, den ihr in der obigen Linkbox nachlesen könnt, lobten wir zwar die Story; technisch war das Spiel jedoch völlig veraltet und kam daher über eine Wertung von 66 nicht hinaus.
Was denkt ihr über das verpasste Game-of-Thrones-RPG von Bethesda? Hättet ihr ein Rollenspiel der Skyrim-Macher im Eis-und-Feuer-Universum gerne gespielt? Oder hättet ihr lieber ein anderes Studio dafür auserkoren? Schreibt es uns in die Kommentare!

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