Beyerdynamic hat ein Wireless-Headset für unter 100 Euro gebaut, doch setzt für mich, trotz toller Features, die falschen Prioritäten

Trotz toller Verarbeitung und Low-Latency: Von Beyerdynamics' kabellosem Gaming-Headset für Einsteiger habe ich mir deutlich mehr erhofft.

Ich habe das MMX 100 von Beyerdynamic voller Erwartung ausprobiert – doch konnte nicht überzeugt werden. (Bildquelle: GameStar Tech) Ich habe das MMX 100 von Beyerdynamic voller Erwartung ausprobiert – doch konnte nicht überzeugt werden. (Bildquelle: GameStar Tech)

Auf der diesjährigen IFA hatte ich einen Termin bei Beyerdynamic, um mir die neuen Gaming-Kopfhörer anzusehen. Dazu gehören das MMX 130 sowie das MMX 100.

Beide sind neue Modelle und teilen sich mit ihren kabelgebundenen Vorgängern lediglich den Namen. Der Fokus der Geräte liegt klar auf Videospielen, wobei sich vor allem das MMX 100 an Einsteiger und Hobbyspieler richtet.

Und während mich das kompakte Design, das geringe Gewicht und einige der technischen Specs des für unter 100 Euro erhältlichen MMX 100 direkt begeistert haben, entpuppt sich ausgerechnet der Klang als größtes Manko des Kopfhörers.

Transparenzhinweis: Dieser Artikel erschien ursprünglich am 16. September 2026. Wir haben nachträglich Anpassungen vorgenommen, um den Vergleich zwischen den einzelnen Beyerdynamic-Modellen und die Eigenständigkeit der neuen Wireless-Serie klarer einzuordnen.

Video starten 0:38 Das Beyerdynamic MMX 150 Wireless verspricht High-End-Audio ohne den High-End-Preis

Hohe Erwartungen nach der IFA 

Auf der Technikmesse in Berlin wurden mir die neuen MMX 130 vorgestellt, die ich auch direkt in einer Runde Mario Kart World auf der Switch 2 ausprobieren konnte. Auch wenn die Audioqualität nicht absolut überwältigend war, hat mich das Headset überzeugt und beim Ausprobieren richtig Spaß gemacht.

Das MMX 100, wegen dem ich eigentlich vor Ort war, konnte ich dort allerdings nicht testen. Stattdessen habe ich das Headset im Anschluss zugeschickt bekommen. 

Durch meine positiven Eindrücke vom MMX 130 habe ich recht hohe Erwartungen an das MMX 100 gehabt. Als das Gerät bei mir ankam, konnte ich es deshalb kaum erwarten, das Gaming-Headset in der Praxis auszuprobieren – allerdings wurde ich schneller überrascht als gedacht.

Das MMX 100 gibt es in verschiedenen Farben – etwa in Arctic White. (Bildquelle: GameStar Tech) Das MMX 100 gibt es in verschiedenen Farben – etwa in Arctic White. (Bildquelle: GameStar Tech)

Für 99 Euro gehört es zu den günstigen Modellen der Marke

Die Verarbeitung des Headsets ist gewohnt hochwertig – genau so, wie ich es von Beyerdynamic kenne und schätze. Zudem bietet der Kopfhörer einige Features für ein bequemes Tragegefühl und einen einfachen Transport, darunter etwa dreh- und einklappbare Gelenke.

Damit es im Gaming-Alltag flexibel einsetzbar ist, bietet das Wireless-Headset verschiedene Verbindungsmöglichkeiten: Ihr könnt es über Bluetooth, per USB-C (auch mittels USB-C-auf-Klinke-Kabel) oder über den mitgelieferten Low-Latency-Dongle koppeln.

Letzteres ist beim Spielen besonders wichtig, da es in vielen Titeln auf eine absolut verzögerungsfreie Audioausgabe ankommt. Und das meistert der Kopfhörer wirklich sehr gut.

Egal ob in Battle Royales oder taktischen Shootern – am Ende entscheidet oft der Bruchteil einer Sekunde, wer den Gegner zuerst gehört hat.

Das Headset sitzt bequem und lässt sich rasterweise verstellen. (Bildquelle: GameStar Tech) Das Headset sitzt bequem und lässt sich rasterweise verstellen. (Bildquelle: GameStar Tech)

Um die Latenz auf Herz und Nieren zu prüfen, habe ich zunächst eine Runde Fortnite gespielt und die Kopfhörer danach in Hunt Showdown auf die Probe gestellt. Gerade Letzteres gehört für mich zu den Spielen, bei denen eine minimale Verzögerung essenziell ist.

Beim Spielen konnte ich keinerlei störende Verzögerungen feststellen – von der geringen Latenz bin ich absolut überzeugt. Klar ist aber auch, dass gerade Profi-Spieler nach wie vor lieber zu kabelgebundener Technik greifen, um auch das letzte Fünkchen Latenz zu eliminieren.

So positiv das alles klingt: Der Kopfhörer hat ein entscheidendes Problem, das mich am Ende doch lieber zu einer Alternative greifen lässt: und das ist der Klang.

Der Sound könnte deutlich besser sein

Da sich das Headset in erster Linie an Gelegenheitsspieler und Einsteiger richtet, habe ich von vornherein keine klanglichen Wunderwerke erwartet. Durch meine Erfahrungen mit dem MMX 130 hatte ich aber zumindest einen gewissen Mindestanspruch im Kopf.

Diesen erfüllt das MMX 100 leider nicht ganz. Dazu eines vorweg: Das MMX 100 Wireless ist trotz des Namens kein direkter, kabelloser Nachfolger des früheren MMX 100, sondern eine von Grund auf neue Eigenentwicklung mit einer eigenen Architektur und Ausrichtung.

Dennoch lässt sich ein klanglicher Vergleich im Praxistest natürlich kaum vermeiden – und hier schneidet die neue kabellose Variante für meine Ohren spürbar schwächer ab als der kabelgebundene Namensvetter von damals.

Während die kabellose Ausführung einen Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz abdeckt, bot das Wired MMX 100 noch 5 Hz bis 30 kHz. Allein aus den nackten Zahlen zum Übertragungsbereich lässt sich zwar kein direkter Qualitätsunterschied ableiten, da sie nichts über die tatsächliche Abstimmung aussagen. Doch in der Praxis war der Unterschied für mich unüberhörbar.

Die Mitten klingen durchaus solide, der Bass hingegen wirkt etwas dumpf und den Höhen fehlt es spürbar an Spritzigkeit. Insgesamt verläuft sich das Klangbild stark in den Mitten – wie sehr das auffällt, hängt jedoch stark vom jeweiligen Spiel oder Medium ab.

Beyerdynamic liefert eine hauseigene App, um den Klang mit einem Equalizer nach Belieben anzupassen – für mich ergab sich dadurch leider keine nennenswerte Besserung. Meine wahrgenommenen Defizite bei der Dynamik konnte auch die Software-Justierung nicht ausbügeln. Für das persönliche Feintuning bieten sich derartige Apps aber durchaus an und können das Hörerlebnis deutlich verbessern.

Herausragend
Audeze Maxwell 2
Award-Gewinner
Audeze Maxwell 2
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Dieses Gaming-Headset liefert den aktuell detailliertesten Klang, den man bei kabellosen Geräten bekommen kann.
  • Krasse Akkulaufzeit
  • Bester Klang im Wireless-Bereich
  • Multikonnektivität
  • Gutes, abnehmbares Mikrofon mit Geräuschunterdrückung
  • Schwer und warm
400 €362 €
Herausragend
Beyerdynamic MMX 330 Pro
Natürlicher Klang
Beyerdynamic MMX 330 Pro
Es gibt einen neuen Sheriff in der Stadt
Das offene Headset wurde von uns getestet und ausgezeichnet. MMX 300 Pro heißt die geschlossene Variante.
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299 €
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Logitech Astro A50 X
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Mit Station
Dieses Gaming-Headset ist mit den meisten Plattformen kompatibel und unfassbar bequem. Die Ladeschale wertet das Gesamtpaket weiter auf.
  • Für zig Plattformen
  • Sehr bequem
  • Bluetooth und Lightspeed
  • Mit Playsync und Dual-Audio-Funktion
  • Super Tonqualität
  • Dual-Audio schwächelt manchmal
  • Mikro könnte für den hohen Preis besser sein
330 €270 €

Meine Erfahrung beim Spielen

Bei Fortnite ist mir der flache Sound besonders schnell aufgefallen, sodass schon bei den Emotes in der Lobby die Tracks nicht so rund und sauber klangen, wie ich es gewohnt bin – insgesamt sogar eher etwas matschig.

Basslastige Effekte gehen in den Mitten unter, sodass Schüsse und Explosionen stellenweise wie ein fast schon übersteuernder Einheitsbrei wirken.

Ein ähnliches Bild hatte ich an der Switch: Bei Mario Kart World hatte ich durch den flachen Klang der Item- und Charakter-Sounds schnell genug.

Deutlich besser schnitt das Headset hingegen bei Call of Duty: Modern Warfare, Hunt Showdown und Alien Isolation ab. Hier kommt das detaillierte Sounddesign der Spiele ordentlich zur Geltung, auch wenn die Tiefen erneut etwas gedämpft rüberkommen. 

Für mich zeigt sich dadurch, dass das große Problem in den Höhen liegt, die am Ende nicht so rüberkommen, wie ich es mir erhofft habe. Das zeigt sich besonders beim Musikhören. Hi-Hats klingen alles andere als rund und Gitarrensolos wirken mitunter stark komprimiert.

Die MMX 100 lassen sich drehen und falten, um besser transportiert zu werden. (Bildquelle: GameStar Tech) Die MMX 100 lassen sich drehen und falten, um besser transportiert zu werden. (Bildquelle: GameStar Tech)

Das Mikrofon hält nicht in jeder Situation, was es verspricht

Beyerdynamic wirbt bei dem MMX100 mit einem guten Mikrofonklang, der sich im Vergleich zu den Gaming-Headsets der Marke aus älterer Generation deutlich verbessert hat. Das stimmt allerdings nur auf dem Papier.

Der mögliche Frequenzbereich von 20 Hz bis 24 kHz kann nämlich nur im Kabelmodus des Geräts verwendet werden. Im Wireless-Modus werden die Frequenzen bereits ab 8 kHz abgeschnitten – also bei einem Drittel der Werbeangabe.

Da mir eine gute Audioqualität beim Reden mit meinen Freunden wichtig ist, macht diese Einschränkung den Wireless-Modus für mich etwas hinfällig. Auch wenn die Mikroqualität beim kabellosen Betrieb im unteren Bereich liegt und keineswegs unerträglich ist.

Anders als erwartet, aber kein kompletter Reinfall

Das Gerät ist bei weitem nicht das schlechteste, was ihr auf dem Markt bekommt. Dennoch habe ich mir für den Preis von rund 100 Euro deutlich mehr erhofft. Eben auch, weil das MMX 130, das meine Erwartungen gesetzt hat, für einen Aufpreis von »lediglich« 30 Euro erhältlich ist.

Der Vergleich ist allerdings auch nicht so einfach zu ziehen, da beide Geräte zwar für den Gaming-Bereich entwickelt wurden, dabei aber zwei völlig unterschiedliche akustische Ansätze verfolgen. Während das von mir ausprobierte MMX 100 Wireless als geschlossenes Headset auf Isolation ausgelegt ist, nutzt das MMX 130 Wireless eine Open-Back-Bauweise für eine breitere, räumlichere Bühne.

Nichtsdestotrotz gefiel mir das Klangbild bei dem MMX 130 mit offener Abstimmung im direkten Vergleich subjektiv einfach deutlich besser.

Im Bereich des MMX 100 bekommt man zudem stellenweise stärkere Alternativen – etwa von Sony oder HyperX. Auch das AVENTHO Y von Beyerdynamic hat mich beim Spielen klanglich spürbar mehr überzeugt, selbst wenn man dort auf den Low-Latency-Modus verzichten muss.

Da ich das kabelgebundene MMX 100 aus 2021 kenne und schätze, enttäuscht mich die Klangqualität des kabellosen MMX 100 aus 2026 sehr. Beide Geräte haben in ihrem Aufbau zwar kaum etwas gemeinsam – der identische Name bringt für mich aber eine Erwartungshaltung mit sich, die der kabellose Kopfhörer nicht erfüllen kann.

Wenn ihr auf der Suche nach einem flexiblen Gaming-Headset unter 100 Euro seid und klangliche Höchstleistungen für euch zweitrangig sind, könntet ihr mit dem Beyerdynamic MMX 100 durchaus glücklich werden – erst recht, weil die Verarbeitung gewohnt erstklassig ist und der Tragekomfort auch bei langen Sessions überzeugt.

In allen anderen Fällen würde ich euch jedoch raten, nach Alternativen Ausschau zu halten. Oder eben zum etwas teureren MMX 130 mit Open-Back-Bauweise zu greifen.


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