Die Taklamakan-Wüste im Nordwesten Chinas ist die zweitgrößte Sandwüste der Welt. Übersetzt bedeutet ihr Name ungefähr Wüste ohne Wiederkehr
und in der Geschichte der Menschheit war es meist ratsam, diesen Ort zu meiden.
Nicht unbedingt die Gegend, in der man mit erfolgreicher Fischzucht rechnen würde. Doch genau das setzt China dort seit einigen Jahren um, mit zunehmendem Erfolg (via Xataka).
- Entscheidend ist dabei der Untergrund der Wüste, der salzhaltiges und alkalisches Wasser mit chemisch ähnlichen Eigenschaften wie der Ozean enthält.
- Im Zusammenspiel mit Schmelzwasser aus dem Tianshan-Gebirge ist es den Wissenschaftlern so gelungen, künstliche maritime Bedingungen im Landesinneren zu schaffen.
- Dank genauer Kontrolle und Steuerung der Anlagen erweist sich das Projekt als sehr erfolgreich, mit Überlebensraten im Bereich von 99 Prozent.
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Im Dienste der Wissenschaft: Massenhaft schwarze Bälle werden in ein Wasserreservoir geschüttet
Eine raue Umwelt
Die Taklamakan-Wüste liegt im Nordwesten Chinas in der Region Xinjiang.
Am Tag steigen die Temperaturen auf Werte im Bereich von 50 Grad, während sie nachts in der Nähe des Gefrierpunkts liegen. Hinzu kommen sehr niedrige Niederschlagsmengen von unter 100 Litern pro Quadratmeter im Jahr selbst in den Randregionen und nur 10 Litern im Zentrum.
Zum Vergleich: München liegt ungefähr bei knapp unter 1.000 Litern pro Quadratmeter im Jahr.
Das Wasser in den Aquakulturteichen vor Ort hat dennoch eine stabile Temperatur im Bereich von 20 bis 30 Grad, dank des komplexen und stets genau überwachten und gesteuerten Systems.
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Das Zusammenspiel muss stimmen
- Zu den Grundpfeilern des Systems gehören undurchlässige Membranen, die dafür sorgen, dass das Wasser vom sandigen Untergrund isoliert wird.
- Hinzu kommen Pumpen, Belüftungsanlagen und biologische Filter, die den Sauerstoff- und Salzgehalt des Wassers stabil halten.
- Ebenfalls sehr wichtig: etwa 90 Prozent des Wassers werden wiederverwendet. Dabei sorgen über 500 Arten von Mikroorganismen dafür, dass Abfallstoffe zersetzt und natürliche Nährstoffe erzeugt werden, was die Abhängigkeit von industriellem Futter deutlich senkt.
Ein ganz anderes Wüstenprojekt Chinas zeigt, dass sich solche Regionen auf verschiedenen Wegen für den Menschen nutzbar machen lassen: China hat eine Wüste mit Sonnenkollektoren bedeckt und bestätigt, dass es das Ökosystem dort für immer verändern kann
.
Die Investitionen in die Fischzucht in der Taklamakan-Wüste System sind indes erheblich. Im ersten Jahrzehnt seit dem Start des Projekts lagen sie bereits im Bereich von über vier Milliarden Euro.
Doch die wirtschaftliche Rentabilität soll mit Blick auf die Zukunft gewährleistet sein. In den vergangenen drei Jahren lag die Aquakulturproduktion in der Region jeweils bei knapp unter 200.000 Tonnen.
Wie immer bei solchen Projekten gilt aber auch in diesem Fall, dass die Auswirkungen auf die Umwelt und die Menschen in der Region beachtet werden sollten und nicht immer im Vorfeld sicher abschätzbar sind.
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