Einer der grausigsten Momente der neuen Daredevil-Serie ist eine technische Meisterleistung

Die neunte Folge von Daredevil: Born Again schließt mit einer äußerst blutigen Szene ab - die Regisseure geben nun einen Einblick, wie diese aufgenommen wurde.

Das Daredevil-Staffelfinale hat nicht nur eine der blutigsten, sondern auch technisch beeindruckendsten Szenen im MCU geliefert. Das Daredevil-Staffelfinale hat nicht nur eine der blutigsten, sondern auch technisch beeindruckendsten Szenen im MCU geliefert.

Die Marvel-Serie »Daredevil: Born Again« hat mit ihrer neunten Episode eine der technisch beeindruckendsten und gleichzeitig brutalsten Szenen des Marvel Cinematic Universe (MCU) präsentiert.

Zusammen mit einem engagierten Spezialeffekte-Team und Schauspieler Vincent D'Onofrio haben die Regisseure Justin Benson und Aaron Moorhead eine bemerkenswerte Effektsequenz erschaffen. In Interviews mit Brandon Davis und (passenderweise) Bloody Disgusting gehen die beiden Daredevil-Showrunner darauf ein, wie diese Szene zustande kam.

Bevor wir auf die Technik der Daredevil-Szene eingehen, kommt an dieser Stelle die obligatorische Spoilerwarnung: Im Folgenden behandeln wir einen Teil der Handlung aus Folge 9 »Ab in die Hölle«.

Video starten 2:07 Daredevil ist zurück: Erster Trailer zu Born Again ist da und zeigt genau das, was Fans wollen

Daredevil: Polizeichef Gallo im Zentrum der grausamen Szene

Im Staffelfinale von »Daredevil: Born Again« kommt es zu einer brutalen Konfrontation zwischen Wilson Fisk (Vincenct D'Onofrio) und Polizeichef Phil Gallo (Michael Gaston), die darin endet, dass der Bürgermeister Gallos Kopf eigenhändig und buchstäblich zerquetscht.

Anstatt auf digitale Effekte zu setzen, entschied sich das Daredevil-Team für einen praktischeren Ansatz mit einem speziell angefertigten Dummy.

Das Spezialeffekte-Team scannte den Kopf von Gaston und erstellte auf Basis dieser Daten eine lebensechte Puppe. Im Gegensatz zu traditionellen Lebendabgüssen nutzten die Effektkünstler 3D-Scanning-Technologie.

Die technische Umsetzung des Kopf-Zerquetschens

Die Special-Makeup-Effects-Künstler Lisa Forst und Brandon Grether waren maßgeblich an der Erstellung des fotorealistischen Kopfes beteiligt.

»Wir haben seinen Kopf in mehreren Teilen 3D-gedruckt, alle Teile wieder zusammengesetzt, neu abgeformt und dann konnten wir aus dieser Form die endgültigen Abgüsse herstellen«, erklärt Grether den Prozess. Dieser lässt sich (abseits diverser Testläufe) in folgende Schritte aufteilen:

  • 3D-Scanning des Schauspielers in der benötigten Pose mitsamt digitaler Nachbearbeitung
  • 3D-Druck des Kopfes in mehreren Teilen
  • Zusammensetzung und Erstellung einer neuen Form
  • Entwicklung eines optimalen Bruchmusters für den finalen Effekt
  • Individuelle Einarbeitung von Haaren mit Nadeltechnik für Schnurrbart, Augenbrauen und Wimpern
  • Installation von Blutleitungen und 3D-gedruckten Düsen für organische Bluteffekte

»Wir fügten Haar für Haar einzeln mit einer Nadel in den Kopf ein; das wurde für den Schnurrbart, die Augenbrauen, die Wimpern und die Seiten seines Kopfes gemacht«, beschreibt Forst die Handarbeit. Um den Effekt noch realistischer zu gestalten, wurden sogar die Zähne des Schauspielers gescannt und originalgetreu nachgebildet.

Die Aufnahme der Daredevil-Szene

Für die finale Aufnahme waren indes zwei Takes nötig. »Bei der ersten Aufnahme ging nur die Art, wie das Blut spritzte, für uns schief. Es wurde ein wenig zu expressionistisch«, erklärte Moorhead.

Beim zweiten Versuch erhöhte das Team den Blutdruck in den Leitungen und füllte den Kopf vollständig mit Hirnmasse, sodass alles herausplatzen würde, wenn D'Onofrio ihn zerdrückte. Dieser war auch ansonsten in den Überlegungen zur Szene involviert und hatte wohl auch einen Heidenspaß daran:

[Die Szene] beschrieb das Zerquetschen eines Schädels, aber ich wollte nicht an etwas teilnehmen, was wir sonst in solchen Filmszenen sehen. Es geht immer um Daumen in den Augen und solche Dinge. Ich dachte einfach nur, dass es wichtig war, die unverhohlene, rohe Brutalität der Enthauptung aus der Originalserie zu erreichen.

Das ist D'Onofrio auch ziemlich gut gelungen - die Behauptung nehmen wir uns an dieser Stelle einfach mal heraus.

Selbst der Gallo-Schauspieler Michael Gaston nahm seinen spektakulären Serientod mit Humor: »Ich bin 21 Mal vor der Kamera gestorben, und das war das 20. Mal. [Dieser Tod] ist der farbenfrohste und dynamischste meiner Karriere«.

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