In der Dunkelheit der fernen Zukunft gibt es nicht nur Krieg – es gibt auch ein gigantisches, geradezu absurdes bürokratisches Chaos. Während Milliarden von Soldaten in Warhammer 40.000 jeden Tag ihr Leben für den Imperator lassen, hat die Menschheit klammheimlich etwas völlig Banales aus den Augen verloren: ihren eigenen Kalender.
Wenn ihr bislang fest davon überzeugt wart, genau zu wissen, in welchem Jahrtausend die gnadenlosen Schlachten des Tabletop-Hits eigentlich stattfinden, müssen wir euch leider enttäuschen. Die Realität ist ein chronologischer Albtraum, der selbst frisch erwachte Halbgötter an den Rand der Verzweiflung treibt.
Guilliman und der Kampf gegen die galaktische Bürokratie
Als der Primarch Roboute Guilliman aus seinem zehntausendjährigen Stasisschlaf erwacht, findet er ein Imperium in Trümmern vor. Einer seiner ersten logischen Schritte als neuer Herrscher: Er will eine verlässliche Geschichtsschreibung und einen funktionierenden Kalender etablieren, um überhaupt wieder einen Überblick über alles Verpaste zu bekommen.
Doch wie der bekannte Lore-Experte Luetin09 in seinem Video zeigt, stößt der Primarch der Ultramarines dabei schnell an seine Grenzen.
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Die imperiale Geschichtsschreibung gleicht einem wilden Mix aus Klatsch, Hörensagen und blinder Folklore. Ganze Epochen wurden von radikalen Inquisitoren verbrannt, um unbequeme Wahrheiten zu vertuschen oder ketzerische Gedanken auszulöschen. Guilliman muss entsetzt feststellen, dass verlässliche Aufzeichnungen fast vollständig verloren sind.
Wenn Kalender zum Kriegsgrund werden
Der Versuch, das exakte imperiale Datum zu ermitteln, führt zu einem bizarren internen Konflikt, der in der Lore als Chronostreit bezeichnet wird.
Im Zentrum dieses Wahnsinns steht der Ordo Chronos, jene Abteilung der Inquisition, die eigentlich für die Überwachung und Standardisierung der Zeitrechnung zuständig ist. Anstatt das Problem jedoch sachlich zu lösen, bekriegen sich die verschiedenen Fraktionen dieser Behörde regelrecht über die korrekte Datierung.
Das Imperium selbst weiß also bis heute nicht verlässlich, ob es sich nun im späten 41. oder vielleicht schon längst im 42. Jahrtausend befindet. Das Kalendersystem ist durch jahrtausendelangen dogmatischen Fanatismus und fehlerhafte Revisionen völlig zerschossen, und die Inquisition leistet sogar aktiven Widerstand gegen Guillimans Reformversuche.
Der Warp macht die Zeitmessung endgültig unmöglich
Ein weiteres gigantisches Problem für jede Form von verlässlicher Chronologie ist der Warp – denn dieser schert sich rein gar nicht um physikalische Gesetze. Wie im Video erklärt wird, macht spätestens die Existenz des Großen Risses, der sich nun quer durch die Galaxis zieht, die Zeitmessung zu einer reinen Raterei.
Der Warpraum überlappt an unzähligen Stellen mit dem Realraum und verzerrt die Zeit auf planetarer und galaktischer Ebene drastisch. Wenn Flotten durch das Imaterium reisen, vergeht die Zeit für die Besatzung völlig anders als für den Rest der Galaxis.
Manchmal kommen Schiffe Jahre zu spät an, manchmal erreichen sie ihr Ziel, bevor sie überhaupt losgeflogen sind. Da wundert es wirklich kaum, dass am Ende des Tages die gesamte Menschheit komplett den Faden verloren hat.
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