Das Schwarze Auge gehört zu den wichtigsten Rollenspielen im deutschsprachigen Raum und findet bereits seit über 40 Jahren großen Anklang bei seinen Fans. Doch oftmals wird dem Rollenspiel auch vorgeworfen (gerade bei den älteren Abenteuern), mehr Roman als Spiel zu sein.
Glücklicherweise ist das kein Problem, wenn man sich tatsächlich einen DSA-Roman zu Gemüte führt. Und davon gibt es eine Menge. Doch zu den besten dieser Bücher zählt zweifellos Das Zerbrochene Rad. Der Zweiteiler, bestehend aus den Büchern Dämmerung und Nacht, wird immer wieder genannt, wenn es um Romane in Aventurien geht, die man unbedingt gelesen haben sollte.
Lange waren die Bücher nur aus zweiter Hand verfügbar – bis jetzt! Vor kurzem wurden beide Romane zusammen mit dem Drachenmondverlag völlig neu aufgelegt und quasi grundlegend restauriert. Ihr könnt die Bücher jetzt also wieder problemlos erhalten:
- Als Softcover: Beide Bücher gibt es als günstige Taschenbücher und kosten dann jeweils 20 Euro.
- Als Schmuckausgabe: Die als Schmuckausgabe bezeichnete Version ist ein Hardcover mit Silberfolienveredelung und Lesebändchen. Sie kostet 33 Euro.
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Das Schwarze Auge: Schicksalsklinge HD - Test-Video zum 3D-Remake
Darum lohnt sich Das Zerbrochene Rad
Es gibt viele DSA-Romane, und die Qualität dieser Bücher schwankt wirklich enorm. Auch bei Das Zerbrochene Rad gibt es sicherlich einiges zu kritisieren. So liest sich die Reihe stellenweise trotz sprachlicher Kunstfertigkeit etwas schwerfällig und neigt zum Schwafeln. Etwa, wenn der Einstieg einer scheinbar epischen Fantasy-Geschichte darin besteht, minutiös dem Alltag eines Dachs-Weibchens zu folgen – auch wenn das tatsächlich am Ende irgendwie Sinn ergibt.
Trotzdem waren die Romane recht stilprägend für Das Schwarze Auge und haben vor allem auch deshalb eine derart große Strahlkraft, da sie von Ulrich Kiesow verfasst wurden. Zwar hatte DSA mehr als nur einen Gründervater, der leider viel zu früh verstorbene Kiesow war unter ihnen aber die treibende kreative Kraft.
Kiesow ist der bestimmende Stil der Fantasywelt zu verdanken, die oft geerdet, realitätsnah und trotzdem märchenhaft, episch und insgesamt recht vielfältig sein kann. Das Zerbrochene Rad im Speziellen fühlte sich nie nach Fantasy-Standardkost an, obwohl natürlich auch DSA im großen See der Highfantasy fischt.
Doch die atmosphärische, getragene Geschichte stellt eben die oft vielschichtigen Charaktere in den Fokus und verortet ihre persönlichen Werdegänge inmitten des größten Konfliktes, der Aventurien jemals heimgesucht hat. Hier erleben wir die Borbaradkriege im Bornland und beobachten die bestimmenden Akteure beider Seiten – aber eben auch jene, die dabei unter die Räder geraten.
Für seichte Gemüter ist das übrigens nichts, da der Roman recht explizit werden kann – ohne sich geschmacklos anzufühlen.
Das Zerbrochene Rad kann sich eignen, um erstmals in diese Fantasywelt einzutauchen – aber ist nicht der beste Einstiegspunkt überhaupt. Da gibt es sicherlich leichtere Kost. Wer DSA aber kennt, sollte zumindest darüber nachdenken, den Romanen eine Chance zu geben.
Man bekommt eine gute Übersicht, über die Welt und ihre Bewohner. Aber erfährt auch viel über ihre Geschichte und vor allem über die Borbaradkrise, die Aventurien bis heute prägt.
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