Fast alle von uns tun es, obwohl wir es vermeiden sollten: Forscher raten vom Daumen in WhatsApp und Co. ab

Zum Welt-Emoji-Tag werfen wir einen Blick auf eines der beliebtesten Piktogramme. Die stumme Reaktion kann nämlich missverständlich aufgenommen werden.

Ihr reagiert öfter mal mit dem Daumen auf Nachrichten? Das könnte zu ungeahnten Problemen führen. Ihr reagiert öfter mal mit dem Daumen auf Nachrichten? Das könnte zu ungeahnten Problemen führen.

Emojis gehören im digitalen Zeitalter einfach dazu – und zwar so sehr, dass man sie auf iPhones sogar selbst erstellen kann. Man sollte meinen, dass solche Piktogramme die eigene Stimmung in einem digitalen Gespräch unmissverständlich klarmachen.

Dem ist nicht so. Nochmal anders sieht es aus, wenn wir lediglich auf Nachrichten in WhatsApp und anderen Messengers reagieren.

Im Zuge des gestrigen Welt-Emoji-Tages legen wir unseren Fokus in diesem Artikel auf ein besonderes Bildchen: dem Daumen.

Was der Daumen bedeuten kann

Die brasilianische Nachrichtenseite UAI hat sich dem angenommen. So schreibt sie, dass die Reaktion mit einem Daumen-Emoji auf eine Nachricht und das damit verbundene Schweigen mehrere Implikationen haben kann.

  • Konfliktvermeidung
  • Desinteresse
  • Unangenehmen Themen ausweichen
  • Emotionale Distanz wahren
  • Den Gesprächspartner zum Nachdenken anregen.

Eine Abhandlung der Cambridge University unterstreicht diese Aussagen.

Nothing Phone (3)
Nothing Phone (3)
Das neue Oberklasse-Modell kommt mit einer runden Gesamtaustattung inklusive sehr gutem Kamerasystem, ordentlicher Leistung und dem neuen Glyph-Matrix-Display, welches das klassische Glyph-Interface ablöst. Wer ein Premium-Handy sucht, kommt hier auf seine Kosten.
Nothing Phone (2)
Nothing Phone (2)
Das Vorjahresmodell bietet eine solide Ausstattung und punktet unter anderem mit den ikonischen Glyph-LED-Streifen, einer guten Hauptkamera und langen Akkulaufzeit. Im Gegensatz zum aktuellen Top-Modell ist es mittlerweile deutlich günstiger erhältlich.

Gerade beim Empfänger kann das unterschiedlich aufgefasst werden. Im Einzelnen kommt es auf den Kontext des Gesprächs an.

  • Es kann zu Verunsicherung führen, da das Gespräch abrupt endet.
  • Es kann für emotionale Distanz sorgen, weil man sich durch den Daumen abgespeist fühlen kann.
  • Es kann ebenfalls für stille Zustimmung stehen, wenn es vorher einen Streit oder eine Diskussion gab.

Ein Generationenunterschied

Eine wichtige Rolle spielt auch das Alter. Je nachdem, welcher Generation man angehört, werden die Emojis anders interpretiert. Das musste eine britische Journalistin und Autorin am eigenen Leib erfahren (via iNews).

So schreibt sie im Artikel oben, dass der Daumen-hoch-Emoji von Gen Z als besonders passiv-aggressiv angesehen wird. Die besagte Journalistin hatte den Daumen lediglich als Bestätigung aufgefasst.

Die Nachrichtenseite El País zeichnet ein ähnliches Bild und zitiert einen Linguisten.

Wenn man dieses Emoji am Ende einer Nachricht verwendet, wirkt es etwas unverblümt, weil es anzeigt, dass das Gespräch beendet ist. Deshalb denken manche Leute, dass ihre Verwendung passiv-aggressiv ist. Das war nicht immer so, denn früher wurde es mit absoluter Aufrichtigkeit verwendet.

Darüber hinaus fügt der Experte hinzu, dass das, was gerade mit dem Daumen-hoch-Emoji in der Vergangenheit bereits mit dem lachenden Emoji (😀) passiert ist. Das wurde teilweise (und wird immer noch) mit einem sarkastischen Unterton aufgenommen.

Video starten 16:33 Was ist alles auf meinem Handy installiert? Tech Like Vera zeigt uns ihr iPhone 16 Pro Max

In einem Blogeintrag unterstützt die Agentur Mondo diese Aussage. Gerade im Arbeitsumfeld, wo Stress herrscht und Menschen verschiedenen Alters aufeinandertreffen, können falsch interpretierte, digitale Reaktionen für Zündstoff sorgen.

hrKatha, eine beliebte Plattform für Human Resources in Asien, geht in einem Artikel sogar noch einen Schritt weiter. Dort beschreiben diverse Führungskräfte die digitale Kommunikation als »Minenfeld für Generationenkonflikte«.

In einer nicht-repräsentativen Umfrage von 2022 hat die britische Mail Online herausgefunden, welche zehn Emojis angeblich nur »alte Leute« (alt aus Sicht der Gen Z) benutzen.

  1. Daumen hoch 👍
  2. Rotes Herz ❤️
  3. OK-Hand 👌
  4. Haken ✔
  5. Kackhäufchen 💩
  6. Lautes Weinen😭
  7. Affe, der seine Augen bedeckt 🙈
  8. Klatschende Hände 👏
  9. Kussabdruck 💋
  10. Grimassen schneidendes Gesicht 😬

Das könnt ihr tun, anstatt den Daumen zu verwenden

Das Thema ist psychologisch betrachtet sehr vielschichtig. Neben dem bereits genannten Alter, kommen noch weitere Faktoren zur Interpretation von Emojis hinzu, so El País in einem anderen Artikel.

  • Geschlecht
  • Kultureller Einfluss
  • Wie gut man die Person gegenüber kennt
  • Das System, über das man kommuniziert
  • Das Aussehen der Emojis selbst

Von links nach rechts seht ihr jeweils das gleiche Emoji auf iOS, Android und Windows. (Bildquelle: Microsoft, Android, Apple) Von links nach rechts seht ihr jeweils das gleiche Emoji auf iOS, Android und Windows. (Bildquelle: Microsoft, Android, Apple)

Die einfachste Methode bleibt daher immer: Eine Antwort tippen, anstatt nur zu reagieren. Besser noch, mit Worten das zu übertragen, was man wirklich sagen möchte.

Als Tipp in den diversen Quellen dieses Artikels wird auch immer genannt, von Angesicht zu Angesicht zu sprechen, wenn es die Möglichkeit gibt. Reale Interaktion räumt oftmals unnötige Zwischentöne aus.

Dass die jüngere Generation nur im Internet stattfindet, entsteht meist aus einem Vorurteil heraus. Etwa die Hälfte der Gen Z etwa wünscht sich eine Welt ohne Internet.

Zu den Gründen gehören die Schnelllebigkeit, viele Informationen auf einmal und auch die sozialen Netzwerke, die immer wieder für Frust und Depressionen sorgen. Wie bei Emojis ist es auf Instagram, TikTok und Co. ein Kinderspiel, sich gegenseitig misszuverstehen – und das kostet uns alle mehr Kraft als nötig.

Welches Emoji nutzt ihr denn am liebsten? Schreibt es gerne in die Kommentare.

zu den Kommentaren (61)

Kommentare(60)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.