Schluss mit Papierkrieg, Aktenordnern und monatelangem Warten auf einen Termin: Der Traum vom Amt in der Hosentasche soll in Deutschland endlich Realität werden.
Um die Digitalisierung der Verwaltung zu beschleunigen, hat der Bund ein neues technologisches Großprojekt auf den Weg gebracht: Die heimischen Unternehmen SAP und Deutsche Telekom wurden offiziell beauftragt, eine zentrale »Deutschland-App« zu entwickeln, berichtet das Handelsblatt.
Die neue Anwendung für Smartphones soll künftig dazu dienen, Bürgern und Bürgerinnen einen direkten, einheitlichen und serviceorientierten Zugang zu sämtlichen wichtigen Verwaltungsleistungen zu bieten.
50:56
Digitale Helfer im Klinikalltag: Chancen und Risiken von KI im Gesundheitswesen
KI soll zentrale Rolle spielen
Dem Bericht des Handelsblatts zufolge soll es sich bei der Anwendung um eine KI-basierte Verwaltungsplattform der Bundesregierung handeln, über die Bürger Termine buchen, Anträge stellen, Informationen abrufen oder ihre Identität verifizieren können.
Hauptziel der App sei es »die Verwaltung effizienter, schneller und serviceorientierter zu gestalten«, »mit weniger Bürokratie, kürzeren Bearbeitungszeiten und einem nahtlosen One-Stop-Shop«.
Die App soll dabei einen großen Funktionsumfang bieten. So sollen neben Kindergeldanträgen auch Unternehmensgründungen oder die Ummeldung des Wohnsitzes unterstützt werden.
Übersicht der wesentlichen Funktionen:
- Behördengänge bequem vom Sofa aus: Klassische Anwendungsfälle wie das Beantragen von Kindergeld sollen abgedeckt werden.
- Zentrales Termin-Management: Termine sollen direkt über die App gebucht werden können. Zudem können Bürger sie einsehen und verwalten.
- Digitaler Ausweis: Die sichere Identifikation soll direkt über die App mittels der elektronischen Ausweisfunktion des Personalausweises funktionieren.
- Erinnerungsfunktion: Die App soll an ablaufende Fristen und anstehende Behördentermine erinnern können.
- Dokumententresor: Wichtige Dokumente und Nachweise sollen zentral hinterlegt werden können.
- Direkter Kontakt: Bürger sollen über die App direkt mit der zuständigen Behörde in Kontakt treten können. Dies soll ohne Warteschleifen funktionieren.
KI soll die Bürger und Bürgerinnen darüber hinaus proaktiv unterstützen. So sollen KI-Agenten Bürger durch komplexe Anträge führen können oder bestimmte Prozesse automatisieren.
SAP und die Deutsche Telekom teilen sich die Aufgaben dabei wie folgt auf: Während SAP für die technische Umsetzung der APP, das Datenmanagement und die KI-Steuerung zuständig ist, übernimmt die Telekom-Tochter T-Systems die Infrastruktur in der Cloud.
Mehr zum Thema: 1993 hat Microsoft mit Encarta das Wissen digitalisiert – am Ende wurde die Software selbst von der Digitalisierung überholt
Bereits im April soll ein erster Prototyp vorliegen, der in bestimmten Regionen, unter anderem Hamburg, Nürnberg und Dresden getestet werden soll. Schrittweise soll dann die Einführung in ganz Deutschland erfolgen.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.