Auch nach zwanzig Jahren sorgen die Dialoge von The Elder Scrolls 4: Oblivion noch für viel Gelächter. Video-Zusammenschnitte mit den absurdesten Charaktermomenten und NPC-Gesprächen sammeln tausende Aufrufe, und manche Zitate wurden längst in Meme-Form verewigt.
Das liegt vor allem an der Vertonung, die sowohl auf Englisch (also dem Original) als auch auf Deutsch einfach mächtig seltsam klingt. Mal abgesehen davon, dass gefühlt sieben Stimmen existieren, die sich ständig wiederholen: Es gibt tatsächlich einen bestimmten Grund dafür, dass die Sprecherinnen und Sprecher meistens völlig gefühllos klingen oder aber wild von einer Emotion in die nächste springen. Der Rest ist einfach die wundersame Programmierung des Rollenspiels.
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Die Entwickler haben damals nämlich einen doofen, aber im Rückblick auch sehr lustigen Fehler begangen. Darüber sprach der Audio Director Mark Lampert mal in einem Interview mit /noclip.
Schuld ist ein Schnitzer bei der Sortierung
Die Sprecherinnen und Sprecher bekamen ihre Zeilen nämlich nicht nach Quest oder auch nur Gespräch geordnet. Sondern alphabetisch sortiert. Was bedeutet: Sie hatten keine Anhaltspunkte, in welchem Kontext die jeweiligen Worte gesprochen werden und welche Emotionen darin mitschwingen sollten.
Lampert nimmt die Voice Actors ausdrücklich in Schutz:
Es ist ein Wunder, dass die nicht wahnsinnig geworden sind, weil es beginnt mit A-Sätzen, und wartet erst, bis man zu den Hallos und den His kommt. Es sind Seiten voller 'Hallo, wie geht’s?’ ‘Hi.’ ‘Hallo.’ ‘Hallo.’ ‘Hi.’
Die Darsteller mussten also raten, wie eine Zeile wohl klingen sollte. Und da ergibt es natürlich Sinn, eine möglichst emotionslose Variante einzusprechen, die hoffentlich zumindest halbwegs passt.
Warum alphabetisch? Lampert lässt durchblicken, dass man damals bei Bethesda einfach keine bessere Methode zur Hand gehabt habe. Gerade in großen Open-World-Spielen mit vielen Varianten bei Quests und Gesprächen ist die Vertonung auch in der Gegenwart noch eine komplexe Riesenaufgabe. Nur kriegen es die meisten großen Studios heutzutage deutlich professioneller hin.
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Kingdom Come: Deliverance ließ sich stark von Oblivion inspirieren, bewältigte aber die Herausforderung einer guten Vertonung
Ob bei der deutschen Lokalisierung auch so vorgegangen wurde, wissen wir nicht – es ist aber anzunehmen, Bethesda wird sich kaum die Arbeit gemacht haben, diese Dokumente erstmal komplett auszusortieren, und auch in der deutschen Vertonung sind diese teils seltsamen Sprünge klar zu hören.
Zum Glück sind die meisten Fans geneigt, diese Eigenart des Spiels zu ignorieren, zu verzeihen oder mit verklärtem Lächeln zu feiern. Es ist ja irgendwo auch ein Alleinstellungsmerkmal. Was sich auch daran zeigt, dass für das Oblivion Remaster einige der Originalstimmen zurückgeholt wurden, um neue Zeilen einzusprechen. Zumindest im Englischen. Für eine deutsche Vertonung müsst ihr modden. Oder doch das Original spielen.

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