Die besten Mainboards für AMD Ryzen mit B550-Chipsatz

Die neue Mainboard-Mittelklasse für AMDs Ryzen-CPUs ist auf dem Markt und attackiert die teuren X570-Boards. Wir zeigen euch die besten Boards mit AMD B550 Chipsatz.

von Dennis Ziesecke,
26.06.2020 12:49 Uhr

AMD macht mit B550 die Highend-Variante X570 beinahe überflüssig. AMD macht mit B550 die Highend-Variante X570 beinahe überflüssig.

Die neue Mittelklasse für AM4: AMD hat sich mit den B550-Mainboards viel Zeit gelassen, bislang gab es aus der 500er-Reihe nur die teuren und oft aktiv gekühlten X570-Platinen. Alternativ lassen sich zwar auch viele B450/X470-Mainboards und sogar einige B350/X370-Boards mit den Zen2-Prozessoren Ryzen 3000 bestücken, PCIe 4.0 beherrschen diese jedoch nicht.

PCIe 4.0 für die Mittelklasse mi Einschränkungen

Fast die gleiche Austattung wie X570: Mittelfristig wird B550 aber auch günstigere Einstiegsboards ermöglichen als X570. Schon zum Produktstart Ende Juni kamen einige B550-Mainboards mit luxuriöser Ausstattung, hochwertig gekühlten Spannungswandlern und hohen Preisen auf den Markt.

Der Nachteil von B550: Die größte Einschränkung gegenüber X570 ist die geringere Anzahl unterstützter PCIe 4.0 Lanes. B550 selbst bietet keine zusätzlichen PCIe 4.0-Verbindungen, leitet aber die in Zen2 vorhandenen an Grafikkarte und einen M.2-Steckplatz weiter. B450 und X470 beherrschen hingegen ausschließlich PCIe 3.0 und geben daher nicht die volle Funktionalität der CPU weiter.

Ein weiterer Vorteil gegenüber B450: Während der ältere Chipsatz nur zusätzliche PCIe 2.0-Lanes bereitstellt, sind es bei B550 nun welche mit PCIe 3.0. Da sich bislang mit jeder PCIe-Generation die Übertragungsrate verdoppelt hat, ermöglicht das besser ausgestattete Mainboards.

Sogar Thunderbolt 3: Bislang waren AMD-Platinen mit dem maßgeblich von Intel entwickelten Thunderbolt 3 nicht nur Mangelware, sondern eher schon Einhörner, mit B550 kommen nun mehr Platinen mit dem schnellen Übertragungsstandard auf den Markt. Zwar bietet der Chipsatz selbst kein Thunderbolt 3, dafür setzen die Boardhersteller aber Intels Titan Ridge Controller ein. Genug PCIe-Bandbreite steht dank der internen Verbesserungen von B550 ja zur Verfügung.

Inhaltsverzeichnis

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Preis-Leistungs-Tipp: Gigabyte B550 Gaming X

Gigabyte B550 Gaming X Das Gigabyte B550 Gaming X vereint einen anständigen Preis von 135 Euro mit einer guten Ausstattung, die den meisten Nutzern vollkommen ausreichen dürfte.*

Preis: ca. 135 Euro

Hat alles, was ein Mainboard braucht: Gigabyte verzichtet beim B550 Gaming X zwar auf einige Ausstattungsfeatures der gehobeneren Mainboardklasse, beispielsweise 2,5 GBit-LAN oder WiFi6, bietet aber ansonsten ein hochwertiges Mainboard. Der obere PCIe-Port beherrscht PCIe 4.0 mit 16 Lanes, der untere PCIe 3.0 mit 4 Lanes - das ist B550-Standard. Ebenfalls Standard ist die Anbindung des oberen M.2-Slots mit 4x PCIe 4.0 für rasante NVMe-SSDs, die zweite M.2-Schnittstelle spricht wahlweise SATA oder NVMe mit PCIe 3.0.

Das Gigabyte B550 Gaming X bietet eine Spannungsversorgung mit 10+2 Phasen sowie eine für die Preisklasse gute Kühlung der Spannungswandler. So ist auch der Einsatz der großen Ryzen-9-CPUs problemlos und sogar mit OC möglich. Nur zur Mittelklasse gehört indes der Onboardsound auf Basis des Realtek ALC887.

Pro:

  • sinnvolle Mittelklasse-Ausstattung
  • 2x M.2 davon 1x mit PCIe 4.0
  • Gute Spannungsversorgung mit 10+2 Phasen

Contra:

  • Nur Gigabit-LAN
  • kein integriertes WLAN
  • Soundchip solide Mittelklasse

Gigabyte B550 Gaming X bei Galaxus*

Einstiegsklasse: Gigabyte B550 DS3H

Gigabyte B550 DS3H Schon für unter 100 Euro gibt es das Gigabyte B550 DS3H, beispielsweise bei Alternate. Der aktuell günstigste Einstieg mit PCIe 4.0.*

Preis: ca. 95 Euro

Schmale Platine für kleines Geld: Das Micro-ATX-Format des Gigabyte B550 DS3H eignet sich gut für kleinere Rechner mit platzsparenden Gehäusen, bietet aber trotzdem eine gute Ausstattung zum niedrigen Preis. Für unter 100 Euro war PCIe 4.0 bislang eher nicht zu haben, X570-Boards sind teurer und Intel unterstützt den schnellen Standard noch gar nicht.

Viele Speicherslots: Ungeachtet des Preises bietet das B550 DS3H vier RAM-Steckplätze (das nur 10 Euro günstigere B550 S2H hat nur zwei davon) für bis zu 128 Gigabyte DDR4 sowie zwei M.2-Steckplätze (B550 S2H: 1x M.2). Alleine für die zusätzlichen Speicherslots würden wir den Aufpreis investieren. M.2 ist, ebenso wie der obere 16x PCIe-Steckplatz mit PCIe 4.0 angebunden. 2,5 Gigabit-LAN gibt es allerdings nicht, in dieser Preisklasse herrscht vorerst weiterhin Gigabit-LAN.

  • niedriger Preis
  • solide Brot-und-Butter-Platine für Ryzen 3, 5 und 7
  • auch für kleinere Gehäuse geeignet (mATX)

Contra:

  • nur Gigabit-LAN, kein WLAN
  • geringe Anschlussvielfalt

Gigabyte B550 DS3H bei Alternate*

Runde Ausstattung: Asus TUF Gaming B550-Plus

Asus TUF Gaming B550-Plus Das Asus TUF Gaming B550 Plus überzeugt mit sehr guter Ausstatung, hohen RAM-Taktraten und einem vertretbaren Preis von ca. 165 Euro.*

Preis: ca. 165 Euro

Allrounder mit guter Ausstattung: Bei Asus rangiert die TUF-Reihe preislich unter den Platinen des ROG Strix-Labels. Bei der Ausstattung müsst ihr zwar geringe Abstriche machen, den meisten Nutzern dürften diese aber kaum auffallen. So gibt Asus den DDR4-Speicher beim TUF Gaming B550-Plus für bis zu 4.800 MHz (per OC) frei, beim ROG Strix B550 Gaming sind es bis 5.100 MHz und mehr. Ebenfalls unterschiedlich ist die Aufteilung der PCIe-Lanes für die x16-Steckplätze, die beim TUF Gaming B550-Plus dem B550-Standard entspricht: der obere Slot ist mit PCIe 4.0 16x angebunden, der untere mit PCIe 3.0 4x. In Zeiten schwindender Bedeutung von Multi-GPU-Systemen wohl nur selten ein Problem.

Schnelles Netzwerk: Der Realtek-LAN-Chip beherrscht die Übertragung mit 2,5 Gigabit pro Sekunde, einen entsprechenden Switch und passende Gegenstellen vorausgesetzt. Zur Onboard-Oberklasse gehört der ALC1200-Soundchip. Selten im AMD-Lager: Das TUF Gaming B550-Plus verfügt über einen Header für einen Thunderbolt-Ausgang.

Wer einen Ryzen 9 einsetzen möchte, findet mit den DR.MOS Spannungswandlern im 8+2-Phasen-Design und guter Kühlung die passende Unterstützung, selbst mit Übertaktung drosselt euch die Spannungsversorgung nicht.

Pro:

  • gute Anschlussvielfalt
  • dabei trotzdem vergleichsweise günstig
  • hochwertige Spannungswandler und -kühlung
  • 2,5 GBit LAN

Contra:

  • kein WLAN integriert

Asus TUF Gaming B550 Plus bei Amazon*

Mit WLAN: MSI MAG B550M Mortar WiFi

MSI MAG B550M Mortar WiFI Mit flottem WLAN und 2,5-GBit-Netzwerk rundum auf Konnektivität ausgelegt, ist das MSI MAG B550M Mortar WiFi eine praktische Platine für leistungsfähige Wohnzimmer-PCs. Der Preis von ca 175 Euro ist angemessen.*

Preis: ca. 175 Euro

Kabellos und Highspeed-LAN: Im AMD-Lager gibt es mehr Features fürs Geld, unser Intel-Tipp für LGA1200 mit WiFi an Bord, muss auf 2,5 GBit-LAN verzichten, MSI bietet den schnellen Netzwerkstandard und gleichzeitig WiFi6, ehemals IEEE802.ax direkt auf dem Board. Die Micro-ATX-Platine eignet sich daher und auch durch ihre kompakten Abmessungen gut für multimediale Mini-Rechner.

Gute Spannungswandlerkühlung und Ausstattung: Dank einer durchdachten Kühllösung für die VRMs sowie 8+2+1-Phasen eignet sich das Mortar WiFi (ebenso wie der günstigere Ableger Mortar ohne WiFi) auch für die größeren Ryzen-Prozessoren und Übertaktungsversuche. Dazu passt auch der per OC-Profil auf bis zu 4.800 MHz taktbare Arbeitsspeicher, der in vier RAM-Slots Platz findet. B550-Standard sind der x16-Steckplatz und ein M.2 mit PCIe 4.0, zur Oberklasse gehört hingegen der Soundchip ALC1200 von Realtek.

Pro:

  • integrierted AX-WLAN und BT
  • 2,5 GBit-LAN
  • hochwertige Spannungswandler und - kühlung
  • guter Onboardsound

Contra:

  • nur durchschnittliche Anschlussvielfalt

MSI MAG B550M Mortar WiFi bei Saturn*

MSI MAG B550M Mortar bei Mediamarkt*

Oberklasse: ASRock B550 Extreme 4

ASRock B550 Extreme 4 Mit einer gelungenen Ausstattung sowie guter Spannungsversorgung punktet das ASRock B550 Extreme 4 in der Preisklasse um 200 Euro.*

Preis: ca. 210 Euro

Ohne Schwächen: ASRock beweist bei der Ausstattung des B550 Extreme 4 eine gute Hand und gönnt dem Extreme 4 viel Luxus ohne dabei preislich abzuheben. Zwar ist das ASRock-Topmodel B550 Taichi mit einer noch besseren Spannungsversorgung bestückt, im Gegenzug fällt dort aber auch der Preis deutlich höher aus.

Und meckern können wir trotzdem nicht, auch wenn das Taichi die hochwertigeren Komponenten nutzt, bietet auch das Extreme 4 ein Design mit 14 Phasen sowie große Kühlkörper für die Spannungswandler, so dass ihr euch um die passende Stromversorgung eurer CPU oder des Arbeitsspeichers keine Sorgen machen braucht. ASRock gibt den DDR4-RAM für bis zu 4.733 MHz frei, ein guter Wert für Fans flotter Speichermodule.

Gute Ausstattung: Ebenfalls vorhanden sind PCIe 4.0 für den oberen PCIe 16x-Slot und ein M.2-Laufwerk, 2,5-GBit-LAN und der ALC1200-Soundchip von Realtek. 2x USB 3.2 Typ-C sind ebenfalls vorhanden, einer davon mit 10 Gigabit/sek.

Pro:

  • überdurchschnittlich gute Spannungsversorgung
  • 2,5 GBit-LAN
  • hochwertiger Onboard-Sound

Contra:

  • nicht ganz günstig

ASRock B550 Extreme 4 bei Alternate*

Luxusbrett: Asus ROG Strix B550-E Gaming

Asus ROG Strix B550-E Gaming Asus ROG Strix B550 E Gaming: Wenn ihr euch mit dem Kauf beeilt, gibt es sogar noch 30 Euro Cashback von Asus, was den Preis von 260 auf 230 Euro fallen lässt.*

Preis: ca. 260 Euro

Alternative zu X570 ohne Chipsatzlüfter: Das Asus ROG Strix B550-E Gaming ist das teuerste aber auch am besten ausgestattete Asus-Mainboard für AMDs neuen Mittelklasse-Chipsatz - die Crosshair-Reihe bleibt X570 und anderen als Highend ausgezeichneten Chips vorenthalten. Die Schnittstellenvielfalt ist der Preisklasse angemessen, gleich zweimal USB 3.2 Gen2 mit 10 GBit/s und zwei USB 3.2 Gen1 mit 5 GBit/s sind vorhanden.

Zweimal PCIE 16x mit PCIe 4.0: Werden zwei x16-Steckkarte verbaut, schaltet das Board nicht wie bei B550-Boards oft üblich nur bei der obersten Karte PCIe 4.0 frei, sondern bei beiden. Da auch Asus nicht hexen kann, stehen dafür nicht mehr Lanes zur Vergügung als bei anderen Boards - Asus nutzt daher nur jeweils 8 PCIe-Lanes. Geschwindigkeitsvorteile gegenüber PCIe 3.0 x16 gibt es damit nicht - aber dafür die Möglichkeit PCIe 4.0 im SLI oder Crossfire einzusetzen, was B550 unterstützt. Verbaut ihr nur eine Grafikkarte, läuft der obere Steckplatz wie gewohnt mit PCIe 4.0 x16.

Fokus auf Spannungswandler: Asus stattet das ROG Strix B550-E Gaming mit einer hochwertigen Spannungsversorgung mit DRMOS-Spannungswandlern und einem 14+2-Phasendesign aus. Euer Ryzen 9 fühlt sich also genauso wohl wie kleinere CPUs. Und auch bei der Konnektivität gibt es gewohnte Oberklasse mit WiFi6 und 2,5-GBit-LAN.

Pro:

  • sehr gute Spannungsversorgung
  • 2,5 GBit-LAN und WiFi
  • gute Anschlussvielfalt
  • hochwertiger Onboard-Sound

Contra:

  • teuer
  • maximaler Speichertakt nur Durchschnitt

Asus ROG Strix B550-E Gaming bei Amazon*

Fit für Ryzen 4000, begrenzt nach unten

Einfaches Upgrade: Wenn Ende 2020 die nächste Ryzen-Generation in Form der Ryzen 4000 CPUs auf den Markt kommt, werden Besitzer eines B550-Mainboards problemlos upgraden können - dank passender UEFI-Updates. Am Sockel ändert sich nichts. Angesichts der bereits jetzt schon durch die Gerüchteküche geisternden Performancesprünge der kommenden CPUs ist B550 daher eine gute Wahl für die Zukunft, zumal auch die Ausstattung der hier vorgestellten Boards überzeugen kann.

Ohne Ryzen 3000 kein Bild: B550 lässt sich nur mit Zen2 und darauf folgenden CPUs bestücken. Beliebte CPUs wie der Ryzen 5 2600 oder ein Ryzen 7 1800 passen zwar in den Sockel, werden vom UEFI aber nicht unterstützt. Grund dafür ist laut AMD der begrenzte Speicherplatz im UEFI, der den Support so vieler unterschiedlicher CPUs nicht fassen können soll. Das klingt ein wenig nach vorgeschobenen Argumenten, so dass wir auf engagierte Mainboardhersteller hoffen, die diese Einschränkung eventuell noch aufheben werden, indem sie kreativer mit dem verfügbaren Platz umgehen. Aktuell gilt aber: Ohne Ryzen 3000 bleibt der Monitor dunkel, wenn in eurem PC ein B550-Mainboard steckt.

Daraus ergibt sich außerdem, dass die Grafikausgänge der Mainboards bislang noch ungenutzt bleiben: APUs mit Zen2-Architektur gibt es bislang noch keine auf dem Markt.

Warum noch X570

Starke Konkurrenz zu X570: Den teureren und oft aktiv gekühlten X570-Boards macht B550 das Leben schwer. Zwar bietet X570 mehr PCIe 4.0-Lanes, wer diese aber nicht benötigt, findet bei B550 oft die besseren (und dazu öfter auch lautlosen) Alternativen. Grafikkarten profitieren bislang nur sehr wenig von der verdoppelten PCIe-Bandbreite, einzig wenn der Grafik-RAM nicht ausreicht und lassen sich Vorteile beobachten - in Zeiten von 6-8 Gigabyte als VRAM-Standard ist das allerdings ein eher theoretischer Vorteil.

NVMe-SSDs profitieren stärker, einen wirklich spürbaren Unterschied machen die gesteigerten Übertragungsraten der noch recht teuren PCIe4-SSDs aber auch nur selten. Das mag sich ändern, wenn PS5 und XBox One Series X mit ihren Highspeed-SSDs die Game-Engines prägen, ein M.2-Laufwerk mit PCIe4-Anbindung bietet aber auch B550 in jedem Fall.

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