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Seite 5: Die Technik-Fails des Jahres 2016 - Fake-News, Papiertüten-Patente & Co

Platz 3: Facebook

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen Mark Zuckerberg und andere Facebook-Manager. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen Mark Zuckerberg und andere Facebook-Manager.

Das soziale Netzwerk sorgt eigentlich in jedem Jahr für einige Aufreger, meistens sind geht es dann um die Themen Datenschutz und Privatsphäre. Das war auch 2016 der Fall, nachdem Facebook entgegen aller vorherigen Versprechen nun doch Zugriff auf die Telefonnummern von Whatsapp-Nutzern erhalten sollte. Erst viele Beschwerden von EU-Datenschützern und auch angedrohte Klagen von Verbraucherschützern haben dazu geführt, dass Facebook zumindest in der EU vorerst auf die Weitergabe verzichtet.

2016 bot aber auch ganz andere Fettnäpfchen, die Facebook fast gezielt ansteuerte. So ermittelt die Staatsanwaltschaft München inzwischen wegen nicht oder nur extrem spät gelöschten Beitragen mit strafrechtlich relevanten Inhalten gegen Mark Zuckerberg, Geschäftsführerin Sheryl Sandberg und die beiden Manager Richard Allan und Eva-Maria Kirschsieper.

In einer Anzeige des Anwalts Chan-jo Jun wird Facebook und den Managern vorgeworfen, in 438 dokumentierten Fällen nicht gegen Holocaustleugnung, Drohungen mit Gewalt, Mordaufrufe, Unterstützung terroristischer Vereinigungen und andere Rechtsverstöße vorgegangen zu sein. Ganz nebenbei fand die BBC bei Facebook versteckte Pädophilen-Gruppen. Auf Beschwerden der BBC reagierte Facebook wie gewohnt nicht beziehungsweise erst dann, als die BBC darüber berichtete und die Vorwürfe an die Strafverfolgungsbehörden weitergab.

Baby-Igel und Fake-News

Schon Abraham Lincoln riet zur Vorsicht im Internet... or did he? (Bildquelle: Imgur) Schon Abraham Lincoln riet zur Vorsicht im Internet... or did he? (Bildquelle: Imgur)

Dagegen wirken Kleinigkeiten wie die Verkäufe von Drogen, Waffen und Baby-Igeln über den Facebook Marketplace fast unwichtig. Die größte Aufregung erzeugten dabei selbstverständlich ohnehin die armen Baby-Igel. Im November erklärte Facebook kurz nach der US-Wahl durch einen Software-Fehler plötzlich Millionen Nutzer inklusive Mark Zuckerberg für tot und blendete einen entsprechenden Gedenkbanner ein. Im Web wurde das je nach Fall mit Entsetzen oder eher amüsiert aufgenommen. Die Woche sei zwar mit dem Sieg von Donald Trump nicht toll gewesen, aber ein Massensterben doch etwas übertrieben.

Donald Trump spielt auch bei einem weiteren, sehr umstrittenen Punkt eine Rolle, denn Facebook wird immer schärfer für die Verbreitung von Fake-News kritisiert. Unbelegte Unterstellungen, erfundene Zitate und eindeutig falsche Behauptungen mit dem Ziel, Hillary Clinton zu schaden, seien im US-Wahlkampf massenweise geteilt worden, hätten so einen Einfluss auf die US-Wahl genommen und Donald Trump zum Sieg verholfen.

Übrigens befürchten deutsche Politiker das auch für die kommende Bundestagswahl 2017. Hierzulande wurde zuletzt ein frei erfundenes Zitat der Grünen-Politikerin Renate Künast in den Mund gelegt und bei Facebook als Bild Tausende Male verbreitet. Auf eine Beschwerde reagierte Facebook aber umgehend und... sorry, ein kleiner Scherz. Facebook reagierte natürlich erst einmal tagelang nicht, obwohl sich Künast als verifizierter Nutzer persönlich und über direktere Kanäle mit Facebook in Verbindung setzte. Das Fake-Zitat wurde in der Zwischenzeit Tausende Male geteilt. Es dürfte ein interessanter Wahlkampf 2017 werden.

CEO Mark Zuckerberg hatte zunächst einen Einfluss von Facebook auf die US-Wahl bestritten, dann aber doch angekündigt, dass man gegen Fake-News vorgehen wolle. Wie notwendig das ist, zeigte sich auch daran, dass neben dem Facebook-Beitrag von Zuckerberg zwei Werbeanzeigen für Webseiten eingeblendet wurden, die ausschließlich von Fake-News und täuschenden Clickbait-Überschriften leben - und Facebook für die Verbreitung bezahlen.

Zuckerbergs sagt Desinformation und Fake News den Kampf an - neben Werbung für Fake-News-Webseiten. (Bildquelle: 10 Zen Monkeys) Zuckerbergs sagt Desinformation und Fake News den Kampf an - neben Werbung für Fake-News-Webseiten. (Bildquelle: 10 Zen Monkeys)

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