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Seite 3: Die Technik-Fails des Jahres 2016 - Fake-News, Papiertüten-Patente & Co

Platz 6: Steam Machines

Steam Machines sind mit einem Angriff auf Microsoft und Konsolen gescheitert. Steam Machines sind mit einem Angriff auf Microsoft und Konsolen gescheitert.

Es war einmal vor langer Zeit ein tapferes Valve, das wollte Microsoft und Windows 8 mit seinen Steam Machines und der Linux-Variante SteamOS angreifen und nebenbei auch noch gegen Spiele-Konsolen im Wohnzimmer bestehen. Das war von Anfang ein Märchen und darf Ende 2016 nun getrost als Fail in diesen Artikel aufgenommen werden.

Die erfolgreichste Komponente der gesamten Steam-Machines-Planung ist sicher der Steam Controller. Nachdem Valve bestätigt hatte, dass davon in einem halben Jahr 500.000 Stück verkauft wurden, war klar, dass die Steam Machines deutlich unter dieser Stückzahl liegen müssen.

Denn jeder Steam Machine liegt zwar ein Controller bei, doch die Controller sind auch einzeln zu haben. Nachdem sowohl die Playstation 4 als auch die Xbox One schon am ersten Tag mehr als eine Million Mal gekauft wurden, ist der Angriff auf die Konsolen nicht mal im Ansatz gelungen.

Und die Attacke auf Microsoft? Aufgrund von Verzögerungen müssen die Steam Machines nicht mehr gegen das unbeliebte Windows 8 antreten, sondern gegen Windows 10 - und das ist ironischerweise gerade bei Steam besonders angesagt und wird von fast der Hälfte aller Nutzer eingesetzt.

Selbst Partner wie Alienware halten Steam Machines inzwischen für überflüssig und die wenigen verkauften Geräte werden zudem meistens mit Windows und nicht mit SteamOS ausgeliefert. Ganz tot sind die Steam Machines zwar noch nicht und vielleicht kann die Grafikschnittstelle Vulkan die bisherigen klaren Leistungsnachteile von SteamOS beheben - auf ein Happy End des Steam-Machines-Märchens sollte man wohl lieber nicht warten.

2013 hatten manche Gamer hohe Erwartungen an die Steam Machines (Bildquelle: Imgur) 2013 hatten manche Gamer hohe Erwartungen an die Steam Machines (Bildquelle: Imgur)

Platz 5: HPs Firmware-Falle

Bleiben wir beim Märchen-Vergleich, dann verhielt sich Hewlett-Packard in Sachen Drucker-Firmware und Fremdpatronen wie die böse Königin aus Schneewittchen. Der Hersteller hatte in Treiber- und Firmware-Updates heimlich eine Funktion integriert, die dafür sorgte, dass manche Drucker keine Tintenpatronen von Dritt-Herstellern mehr akzeptierten. Doch diese Funktion wurde weder in den Patch-Notes genannt, noch direkt nach der Installation aktiviert. Stattdessen hatte HP ein zum Teil monatelang entferntes Aktivierungsdatum eingebaut: den 13. September 2016.

An diesem Tag wurde der vergiftete Apfel aktiv und die betroffenen Modelle stellten schlagartig den Betrieb mit Fremdpatronen ein. Nachdem die ersten Medien über diese Firmware-Falle berichteten, zeigte sich HP auch noch uneinsichtig, gab die lange versteckte Funktion zu und erklärte, das Ablehnen der Fremdpatronen, die bis zum 12. September 2016 wunderbar funktioniert hatten, sei ein »Schutz von Innovation und geistigem Eigentum«, diene aber auch »der Sicherheit der Kunden«.

Den Imageschaden durch die Berichte und verärgerte Kunden scheinen die Verantwortlichen dabei wohl übersehen zu haben und legten sogar noch nach. Die Firmware-Updates würden nicht gegen geltendes Recht verstoßen und außerdem hätten die Kunden der Installation schließlich irgendwann irgendwie einmal zugestimmt. Allerdings wurden die Kunden vor der Installation nicht über die versteckte Firmware-Falle informiert und hatten so auch keinen Grund zur Ablehnung.

Nach einem offenen Brief der Bürgerrechtler der Electronic Frontier Foundation reagierte HP in Person des Chief Operating Officer Jon Flaxman dann doch noch auf die Beschwerden. Schon ein Kunde mit einer schlechten Erfahrung sei einer zu viel und daher werde man das »dynamische Sicherheitsfeature« wieder entfernen. Rund zwei Wochen später löste HP dieses Versprechen durch entsprechende Updates auch ein. HP will zwar auch künftig Fremdanbieter aussperren, wenn das Unternehmen das für nötig hält, aber zumindest vorab darüber informieren. Dann können Drucker-Käufer entscheiden, ob es hinter den sieben Bergen vielleicht nicht noch schönere Hersteller gibt.

Die HP-Drucker-Firmware-Falle war ein Imageschaden für den Hersteller. (Bildquelle: EFF) Die HP-Drucker-Firmware-Falle war ein Imageschaden für den Hersteller. (Bildquelle: EFF)

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