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Seite 6: Die Technik-Fails des Jahres 2016 - Fake-News, Papiertüten-Patente & Co

Platz 2: Oculus VR

Der Preis für das Oculus Rift sorgte für einiges Entsetzen. (Bildquelle: Imgur) Der Preis für das Oculus Rift sorgte für einiges Entsetzen. (Bildquelle: Imgur)

Platz 2 gehört in gewisser Weise auch Facebook, so wie eben Oculus VR. Allerdings liegen viele Probleme von Oculus nicht unbedingt an Facebook und verdienen daher einen ganz eigenen Platz auf dem Treppchen. Schon im Januar 2016 schockte Oculus VR die wartende VR-Community mit der Ankündigung, dass das Virtual-Reality-Headset Oculus Rift in den USA 599 US-Dollar plus Steuern und in Deutschland 741 Euro inklusive Mehrwertsteuer und Versand kosten würde.

Nach Aussagen zu Preisen zwischen 200 und 400 US-Dollar sorgte der neue Preis fast für Entsetzen und viele Beschwerden. Begründet wurde der hohe Preis damit, dass das Oculus Rift wesentlich besser sei als zunächst geplant und die Entscheidung für Qualität statt Kostenoptimierung gefallen sei.

Preisschock und Verschiebung

Immerhin hatten die an einem Oculus Rift interessierten Spieler dann viel Zeit, für den Kauf des VR-Headsets zu sparen, denn schon nach kurzer Zeit erhielten Vorbesteller statt einem Termin Ende März 2016 nur noch Termine im Juli 2016 angezeigt. Noch mehr Zeit räumte Oculus den Vorbestellern dann kurz darauf ein, als die versprochenen Lieferdaten wegen eines »unerwarteten Komponentenmangels« gleich einmal um rund zwei Monate verschoben wurden.

Bei den Preisen für VR-Headsets wie die Rift machen manche große Augen. Bildquelle: Imgur Bei den Preisen für VR-Headsets wie die Rift machen manche große Augen. Bildquelle: Imgur

Wenigstens verzichtete Oculus VR deswegen auf die Versandkosten bei existierenden Vorbestellungen, so dass der Preis in Deutschland auf 699 Euro sank - allerdings mussten Neubesteller zu diesem Zeitpunkt schon mit vier Monaten Wartezeit rechnen und weiter den Versand bezahlen. Es sollte allerdings erwähnt werden, dass der Hauptkonkurrent von Oculus in Form der HTC Vive in Sachen Preis nicht viel besser da steht (die Vive kostet inklusive Controllern 899 Euro, die Rift im Paket mit den neuen Touch Controllern und einem Xbox One-Gamepad 798 Dollar).

Der hohe Preis, die Verschiebung und viele frühere Aussagen wurden Palmer Luckey, dem Gründer von Oculus, im Web vorgeworfen. Überhaupt war 2016 kein gutes Jahr für Luckey, der sich nicht immer professionell verhielt und seinen Kritikern vorwarf, einfach nur Unternehmen »anzuscheißen«.

Später im Jahr stolperte er dann über Vorwürfe, er hätte eine Gruppe finanziell unterstützt, die Anti-Hillary-Clinton-Memes mit teils üblem Niveau erstellt und teilweise sogar auf Anzeigetafeln in den USA veröffentlicht hat. Seit diesem Zeitpunkt und nach Boykott-Androhungen durch Entwickler und Spieler hat sich Luckey komplett aus der Öffentlichkeitsarbeit von Oculus VR zurückgezogen.

Zu den weiteren Problemen von Oculus VR gehören die exklusiv im Oculus-Store veröffentlichten Titel, die von findigen Nutzern auch auf der HTC Vive lauffähig gemacht worden waren. Das versuchte Oculus VR zunächst durch ein Update zu unterbinden. Doch nachdem eine Gegenmaßnahme der Community dann das gesamte Oculus-DRM aushebelte, reagierte Oculus und machte die inoffizielle Nutzung der HTC Vive wieder möglich.

Klage von Zenimax

Die vielleicht größte dunkle Wolke, die über Oculus VR schwebt. dürfte die Klage von Zenimax sein, die Palmer Luckey und John Carmack den Diebstahl von geistigen Eigentum, Code und Tools vorwerfen. Was zunächst für viele Betrachter wie ein Versuch aussah, nach der Übernahme von Oculus durch Facebook vielleicht ein paar Milliönchen zu ergattern, wirkt nach letzten Meldungen nun doch ganz anders.

Auf einer Festplatte von John Carmack seien von einem forensischen Experten, den das Gericht beauftragt hatte, Beweise für die Behauptungen von Zenimax gefunden worden. Außerdem würden die Funde auch Falschaussagen unter Eid belegen. Öffentliche Details und damit eine offizielle Bestätiging dafür gibt es aber noch nicht. Der Prozess dürfte 2017 also noch interessant werden. Immerhin endete 2016 mit einem Lichtblick: den durchaus gelungenen Oculus-Touch-Controllern.

Oculus Touch ausprobiert - Fazit-Video mit Gameplay aus drei Spielen 17:07 Oculus Touch ausprobiert - Fazit-Video mit Gameplay aus drei Spielen

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