Doomscrolling: 4 Tipps, mit denen ihr Instagram und Co. zu einem schöneren Ort macht

Manchmal wirkt die Welt auf Social Media wie ein sehr düsterer Ort. Wir haben für euch 3 Tipps für einen positiveren Feed.

Eine verstörende Nachricht folgt auf die nächste: Doomscrolling kann zu einer psychischen Belastung werden. (Bildquelle: Stock Unit, Adobe Stock) Eine verstörende Nachricht folgt auf die nächste: Doomscrolling kann zu einer psychischen Belastung werden. (Bildquelle: Stock Unit, Adobe Stock)

Schlechte Nachrichten verkaufen sich häufig besonders gut – auch auf Social Media. Und gerade in der Welt der endlosen Feeds und persönlich angepassten Algorithmen kann das zu Doomscrolling führen: Ihr scrollt und scrollt durch Katastrophenberichte und währenddessen wirkt die ganze Welt ein wenig schlechter.

Unsere Kollegin Mary Marx hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und dabei einige Möglichkeiten gefunden, wie man sich vor dem Scrollen in den Abgrund schützen kann.

Wir haben vier davon für euch zusammengefasst.

Marylin Marx
Marylin Marx

Mary leitet das Community-Management für GameStar, GamePro und MeinMMO. Sie kümmert sich um die Weiterleitung von User-Feedback, ihre fantastischen Moderatorinnen und Moderatoren und gibt Einschätzungen zu schwierigen Themen, die redaktionell behandelt werden sollen. Hin und wieder hält sie auch externe Vorträge zum Thema Community-Management und Hatespeech.

Was ist Doomscrolling?

Vielleicht kennt ihr diese Situation: Ihr liegt abends im Bett und scrollt endlos durch euren Social-Media-Feed, nur um eine schlechte Nachricht nach der anderen zu lesen. Genau das beschreibt das Phänomen Doomscrolling.

  • Es ist das exzessive Konsumieren negativer Nachrichten im Internet.
  • Wir scrollen unbewusst, getrieben von dem Wunsch, uns vor Gefahren zu schützen – auch wenn diese gar nicht existieren.
  • Anstatt uns besser zu fühlen, setzen wir uns immer mehr Negativität aus.

Doomscrolling kann süchtig machen und sich negativ auf unsere Psyche auswirken. Eine Studie aus dem Sommer letzten Jahres etwa hat herausgefunden, dass ungehemmte Konsum schlechter Nachrichten mit Existenzängsten korreliert.

Doch es gibt eine gute Nachricht: Ihr seid dem nicht hilflos ausgeliefert. Mit den richtigen Strategien könnt ihr die Kontrolle zurückgewinnen.

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Vom Doomscrolling zum Glee-Freshing: 4 Tipps für einen positiveren Feed

Eure Neigung zum Doomscrolling zu bekämpfen, heißt nicht nur, Accounts zu entfolgen und Content zu verbannen: Es bedeutet euren Feed aktiv für euch und euer Wohlbefinden zu gestalten.

1. Verpasst eurem Algorithmus ab und an frischen Wind

Der Algorithmus, der bestimmt, was ihr in eurem Feed seht, passt sich eurem Verhalten an. Es kann euch durchaus passieren, dass ihr euch für ein paar Minuten mit einem negativen Thema beschäftigt, und schon nagelt euch der Algorithmus darauf fest und konfrontiert euch ständig damit.

Manche Social-Media-Plattformen haben genau hierfür eine Funktion, mit der ihr solche angestaubten Themen aus eurem Feed bekommt:

  • Instagram: Setzt eure Content-Präferenzen zurück (englisch: »Reset suggested content«) und/oder versetzt vorgeschlagene Inhalte in eine 30-Tage-Pause.
  • TikTok: Ähnlich zum Reset bei Instagram findet ihr auch auf TikTok in den Einstellungen unter Inhalts-Präferenzen einen Zurücksetzen-Button.
  • X/Twitter: Hier könnt ihr zwar euren Feed nicht zurücksetzen, dafür aber in den Einstellungen unter »Datenschutz und Sicherheit« und dann unter »Inhalte, die du siehst« im Interessen-Tab etwas aufräumen. Hier hat sich meistens jede Menge Mist angesammelt, von dem X fälschlicherweise denkt, es interessiert euch.

Mary vergleicht diesen Tipp mit einem Frühjahresputz für euren Feed. Danach solltet ihr aber aktiv versuchen, nicht wieder in dieselbe Doomscrolling-Falle zu tappen. Mehr dazu in Tipp 3.

Auf XTwitter lohnt sich ein Blick in die Einstellungen. Hier könnte ihr durchaus überrascht werden, was die Plattform so für eure Interessen hält. Auf X/Twitter lohnt sich ein Blick in die Einstellungen. Hier könnte ihr durchaus überrascht werden, was die Plattform so für eure Interessen hält.

2. Schaltet bestimmte Themen vorübergehend ab

Wenn ihr merkt, dass euch bestimmte Themen zu viel werden, müsst ihr deswegen nicht Social Media generell meiden. Auf Instagram und TikTok könnt ihr neben Accounts auch Themen vorübergehend oder ganz stumm schalten:

  • Instagram: Im Bereich »Content Preferences« (zu erreichen über das Burger/Drei-Strich-Menü) könnt ihr einstellen, ob ihr sensible oder politische Inhalte sehen wollt und könnt Schlüsselwörter auf eine Liste setzen. Dann werden Postings mit diesen Wörtern für euch ausgeblendet.
  • TikTok: Auch bei TikTok könnt ihr eine Liste mit Hashtags und Wörtern erstellen, die dann nicht mehr in eurem Feed auftauchen. Ebenso könnt ihr einen geschützten Modus einschalten, der sensible Inhalte limitiert, oder im Themenbereich Regler einstellen, damit ihr zu bestimmten Inhalten mehr oder weniger Videos bekommt.
  • X/Twitter: Auch bei X könnt ihr Wörter auf eine schwarze Liste setzen und bei »Sucheinstellungen« sensible Inhalte ausblenden.

Mit diesen Funktionen könnt ihr euren Feed temporär oder auch dauerhaft gestalten – und euch selbst beobachten, wie sich manch ein Filter auf euer Wohlbefinden auswirkt.

Über das Drei-Strich-Menü oben rechts kommt ihr zu euren Content-Präferenzen. Hier könnt ihr euren Feed mit eigenen Einstellungen aktiv verändern. Über das Drei-Strich-Menü oben rechts kommt ihr zu euren Content-Präferenzen. Hier könnt ihr euren Feed mit eigenen Einstellungen aktiv verändern.

3. Macht euren Feed aktiv zu einem glücklichen Ort

Ihr könnt aber nicht einfach nur negative Inhalte von euch fernhalten. Mary empfiehlt: Macht aus Doomscrolling Gleefreshing.

Das bedeutet: Such aktiv nach positiven Inhalten, die positive Gefühle in euch auslösen.

  • Instagram hat dafür eine eigene Funktion, die Favoriten: Favorisiert Accounts, die euch nicht mit Negativ-Nachrichten überfluten. Mary schlägt etwa die von Freunden und Verwandten vor – oder auch ganz klassisch Tiervideos und andere entspannende Inhalte.
  • Bei TikTok ist die Favoriten-Funktion eher dafür da, für euch selbst Inhalte für später zu speichern. Hier könnt ihr durch Liken oder aktives Suchen nach Inhalten, die euch interessieren, relativ schnell euren Algorithmus trainieren.
    Pro-Tipp: Aktiviert den STEM-Feed, wenn ihr vor allem Interesse an wissenschaftlichen Themen habt. Dieser Feed läuft parallel zu eurer For You Page und zeigt nur Inhalte zu Wissenschaft, Technologie, Ingenieurswesen und Mathe.
  • Auf X/Twitter ist das Ganze etwas schwieriger, weil hier auch gerne mal komplett themenfremde Inhalte in eurem Feed landen.
    Marys Empfehlung: Meidet eher die »Für Dich«-Sparte und arbeitet mehr mit den Kanälen, denen ihr folgt.

4. Versteht, wie Social Media funktioniert

Soziale Medien funktionieren nach einem relativ simplen Prinzip: dem sogenannten Engagement. Das heißt: Ihr bekommt mehr von dem ausgespielt, mit dem ihr interagiert. Interaktion kann aber nicht nur ein Kommentar sein. Oftmals merken sich die Plattformen bereits, wie lange ihr auf einem Inhalt bleibt.

Das führt wie eingangs erwähnt auch dazu, dass ihr beim Doomscrolling immer mehr negativen Content ausgespielt bekommt. Dieses System könnt ihr aber auch für euch nutzen:

  • Interagiert mit positiven Inhalten. Liket, favorisiert oder kommentiert auch positive Inhalte. Jeder positive Kommentar macht außerdem die Online-Welt grundsätzlich ein klein wenig schöner.
  • Nutzt die Suchfunktion, um euren Feed zu trainieren. Sucht doch mal nach »Hundebabys« oder »die besten Fantasy-Bücher« und scrollt/klickt euch dann durch einige Suchergebnisse. Der Algorithmus nimmt euer Interesse wahr.
  • Versucht, euch nicht zu sehr mit negativen Dingen aufzuhalten. Denn wir haben gelernt: Interaktion und lange Verweildauer (etwa durch das Lesen von Kommentaren) bedeuten für die Plattform Interesse.

Fazit: Es gibt Funktionen, die euch aktiv gegen Doomscrolling helfen

Gerade auf Social Media wirkt die Welt manchmal wie ein sehr düsterer Ort – oft auch düsterer als sie eigentlich ist. Ihr tut niemandem und vor allem nicht euch selbst einen Gefallen damit, wenn ihr euch stundenlang mit negativen Nachrichten quält.

Wenn ihr aktiv etwas gegen euer Doomscrolling-Verhalten tut, dann bedeutet das nicht, die negativen Aspekte der Welt zugunsten einer realitätsfernen rosaroten Brille auszublenden:

  1. Soziale Medien bilden nicht die Realität ab: Die Apps auf euren Handys sind selbst darauf ausgelegt, euch vor allem möglichst lange auf der App zu halten und passen sich eurem Verhalten an. Ihr könnt den Mechanismus aktiv für euch nutzen.
  2. Soziale Medien verwenden selbst Filter: Sehr viele Inhalte, die tagtäglich auf TikTok, Instagram und Co. hochgeladen werden, kommen nie in eure Feeds, weil sie nicht den Content-Richtlinien der jeweiligen Plattformen entsprechen. Mit einigen Einstellungen könnt ihr denselben Mechanismus für euch nutzen.

Und am Ende gibt es auch eine Menge schöne, positive und inspirierende Inhalte in den sozialen Medien, die nur darauf warten, in eure Feeds gespült zu werden. Wenn ihr die aktiv sucht und präferiert, wird sich euer Feed anpassen – und vielleicht auch euren Blick auf die Welt ein wenig zum Positiven verändern.

Was meint ihr dazu? Habt ihr vielleicht noch weitere Tipps, wie ihr eure Social-Media-Feeds aktiv beeinflusst? Schreibt uns eure Ideen und Erfahrungen in die Kommentare!

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