Instagram, Facebook, TikTok und Co.: Wie eure Wut im Netz zu Geld wird - jedoch nicht für euch

Eure Wut wird gegen euch genutzt. Glücklicherweise könnt ihr recht leicht dagegen vorgehen

Geld machen, indem man andere Menschen verärgert? Das ist momentan bittere Realität. (Bild: Adobe Stock VanHope) Geld machen, indem man andere Menschen verärgert? Das ist momentan bittere Realität. (Bild: Adobe Stock VanHope)

Wenn ihr auf einer beliebigen Social-Media-Plattform unterwegs seid, ist euch mit hoher Wahrscheinlichkeit schon etwas begegnet, das euch ein wenig geärgert hat. Kein Wunder bei so vielen Meinungen und seltsamen Dingen im Internet. 

Es gibt allerdings einige Menschen, die es darauf abgesehen haben, euch wütend zu machen. Warum? Weil sie damit Geld verdienen. Doch dieser Trend ist nicht nur bei einigen Content-Creators beliebt, sondern auch bei KI-Accounts.

Rage Bait: So finanziert ihr versehentlich KI-Accounts und mehr

Was ist Rage Bait? Rage ist englisch und steht für Wut oder Zorn. Bait steht wiederum für Köder. Mit Rage Bait sind also meist Inhalte gemeint, die andere Nutzer absichtlich wütend machen sollen, um sie zu Reaktionen zu bewegen.

Genauer gesagt Reaktionen auf ihre Inhalte. Denn je mehr andere Menschen unter dem Video kommentieren oder es anderen Menschen schicken, desto eher wird der entsprechende Inhalt weiteren Menschen angezeigt.

Dazu kommt, dass euch ebenfalls mehr Inhalte dieser Art und von den entsprechenden Creators angezeigt werden. Je mehr ihr also auf Rage Bait reagiert, desto mehr seht ihr davon.

Einige der Menschen und ihre Rage-Bait-Inhalte sind nicht einmal echt und werden durch generative KIs wie OpenAIs Sora und ganz besonders Googles VEO 3 von überwiegend unbekannten Nutzern erstellt. 

Wie sieht Rage Bait genau aus? Diese Art von Content kommt in allen möglichen Formen und Farben und wird selbst von beliebten Content Creators genutzt. Dabei wird oft mit überzogenen Aussagen oder irreführenden Darstellungen gearbeitet. 

Es gibt allerdings noch mehr Trick. Hier ein paar Beispiele:

  • Polarisierende Aussagen wie: Nur dumme Leute kaufen noch PC-Spiele!
  • Absichtliches Fehlverhalten: Zum Beispiel zerstört jemand absichtlich ein wertvolles Gerät.
  • Gespielte Dummheit: Warum zeigt der Spiegel auch, was er nicht sieht? (Beispiel im Video unten verlinkt)
  • Clickbait mit Empörungspotenzial: Etwa falsche Informationen über Politiker oder bekannte Personen.
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Wie verdienen Menschen ihr Geld damit? Social-Media-Plattformen zahlen Nutzern ab einer gewissen Menge an Klicks einen Betrag, der davon abhängt, wie oft und wie lange sich der Inhalt angeschaut wird. Auch die Zielgruppe und das Content-Format sind ausschlaggebend.

Wie viel Geld verdienen diese Accounts? Es ist schwierig, das mit Sicherheit zu sagen, doch je nach Plattform scheinen eine Million Klicks zwischen 500 und 1.000 US-Dollar einzubringen. Manche behaupten sogar, dass Instagram bis zu 10.000 Euro pro Millionen Klicks auszahlt, wenn es besonders erfolgreiche Creator sind.

Wie kann ich verhindern, diesem Trend auf den Leim zu gehen? Wir empfehlen zwei Schritte. Der Erste ist zwar nur für die KI-Rage-Bait-Videos gut, doch es ist ein Anfang: Macht euch mit KI-Videos und –Bildern vertraut und lernt sie zu erkennen.

Video starten 20:10 Profit zu jedem Preis? Warum das Internet stirbt und alle nur zuschauen

Das schöne ist, dass das bisher noch relativ leicht ist. Es gibt allerdings auch einige Videos, bei denen man wirklich kaum erkennen kann, ob es echt ist oder nicht. Wir lassen euch dahingehend natürlich nicht alleine. Wir haben bereits ein paar Artikel für euch veröffentlicht, die sich damit beschäftigen:

Der zweite Schritt ist wohl der einfachste und paradoxerweise auch der schwierigste: Spielt den Rage Baitern nicht in die Karten. Heißt: Reagiert nicht auf Videos, die euch wütend machen.

Es mag simpel klingen, doch am Ende des Tages ist ein ruhiger Geisteszustand wohl die beste Waffe gegen Rage Bait.

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