50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

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Dungeons & Dragons: Die längste Kampagne aller Zeiten begann 1982 - und läuft auch heute noch weiter

Viele D&D-Kampagnen dauern Jahre, weil die Gruppen sich ohnehin nur alle paar Wochen mal gesammelt bekommen. Aber nur eine schafft es ins Guinness Buch der Weltrekorde.

Erfolgreiche D+D-Kampagnen dauern ja gerne mal ein paar Jahre, aber The Game von Robert Wardhaugh schlägt dem Fass den Boden weg. (Bildquelle: Amazon) Erfolgreiche D&D-Kampagnen dauern ja gerne mal ein paar Jahre, aber The Game von Robert Wardhaugh schlägt dem Fass den Boden weg. (Bildquelle: Amazon)

Eigentlich ist Robert Wardhaugh Geschichtsprofessor an der University of Western Ontario in Kanada – aber nebenbei betreibt er auch die längste D&D-Kampagne der Welt. Vor sage und schreibe 44 Jahren probierte er gemeinsam mit einem damaligen Schulkumpel dieses ominöse Dungeons & Dragons aus und begann 1982 ein vergleichsweise kompaktes Spiel: Er selbst fungierte als Dungeon Master, sein Freund stellte sich als junger Krieger Titanius Baldwinov der Herausforderung.

44 Jahre später besteht seine Kampagne aus rund 60 aktiven Spielerinnen und Spielern. Schätzungsweise 500 Spielercharaktere sind über die Jahre gekommen und gegangen, die ingame erzählte Geschichte spannt über 400 Jahre, dokumentierte Aufstieg und Fall von Imperien. Kurzum: Robert Wardhaughs D&D-Kampagne ist weit über das eigentliche Spiel hinaus ein faszinierendes Projekt.

Eine Rekordkampagne

Mittlerweile steht »The Game«, wie Wardhaugh sein Projekt nennt, im Guinness Buch der Weltrekorde in der Kategorie »Longest running D&D campaign (homebrew)«. Anfangs spielte er zusammen mit seinen Leuten noch erste und zweite Edition, passte das Regelwerk nach Release von AD&D aber immer weiter seinen eigenen Bedürfnissen an.

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Und die Regeln sind nicht das Einzige, was angepasst werden musste. 1982 spielte die Truppe in trauter Zwei-, Drei- und Viersamkeit noch überall dort, wo halt Platz für das Regelbuch samt Charakterbögen war. Über die Jahre wuchs der Umfang aber stetig an: Wardhaugh bunkert mittlerweile über 30.000 handbemalte Miniaturen in seinem Keller. Drachen, Ritter, römische Legionäre, Chimären, Elfen, Zwerge – sein Portfolio denkt quasi sämtliche Fantasy-Szenerien ab.

Über 30.000 Miniaturen

Die Spielwelt bildet eine Fantasy-Variation unserer eigenen Historie ab, ein bisschen wie Warhammer Fantasy. Wenn die Spielerinnen und Spieler also nach England reisen, dann besuchen sie das arthurianische Avalon – und Wardhaugh stellt nicht nur die Figuren, sondern ganze Landschaftsversatzstücke, Häuser, Bäume, Naturlandschaften. Vor ein paar Jahren erschien eine kleine YouTube-Doku bei Wired, die das Ausmaß sehr schön illustriert:

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Wardhaughs Keller ist deshalb mittlerweile entsprechend gigantisch. Laut Bericht des Guinness Book of World Records hat er sein aktuelles Haus in London, Ontario explizit danach ausgewählt, dass genügend Platz für Familie und D&D bleibt. Der Keller besteht nicht nur aus dem eigentlichen Spielraum, sondern hat auch eine kleine Werkstatt für Mal- und Bastelarbeiten, außerdem ein Lager für all die Requisiten.

Dass diese Kampagne seit 1982 überdauert, scheint an Wardhaughs organisatorischem Geschick zu liegen: Nicht alle aktiven Spielerinnen und Spieler müssen an jeder Session teilnehmen, stattdessen existieren quasi diverse Erzählstränge parallel, die nach jeder Session auch protokolliert und in einem Netzwerk geteilt werden. Mittlerweile müssen die Leute auch nicht mehr zwangsläufig nach Ontario reisen, sondern können sich auch online hinzuschalten.

Wardhaugh führt akribisch Buch über die Geschehnisse in seiner eigenen Welt, die weit über den Horizont einer einzigen Spielfigur hinaus existiert. Nur er selbst darf Figuren übers Brett bewegen, umgekehrt bietet er seinem Publikum aber maximale Freiheit an, sich für alle möglichen Routen und Abenteuer zu entscheiden. Mit 30.000 Miniaturen und Requisiten lässt sich schließlich nahezu jedes Setting darstellen.

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