In einer Welt, die sich nach dem neuesten und schnellsten technischen Gerät sehnt, hat sich bereits seit längerer Zeit ein Gegentrend etabliert, der ebenso vernünftig wie nachhaltig ist: der Kauf von Refurbished-Notebooks.
Vor noch nicht zu langer Zeit hat man entsprechende Geräte noch als minderwertige Gebrauchtware belächelt, mittlerweile hat sich der Markt für professionell wiederaufbereitete Laptops aber zu einer ernst zu nehmenden Alternative zum Neukauf entwickelt.
Doch was verbirgt sich eigentlich genau hinter dem Begriff Refurbished
und wann lohnt sich der Griff zu einem generalüberholten Gerät?
Was bedeutet eigentlich Refurbished?
Im Gegensatz zu einem einfachen Gebrauchtkauf von einer Privatperson durchlaufen Refurbished-Geräte einen professionellen und standardisierten Prozess der Wiederaufbereitung. Bei den Laptops handelt es sich in der Regel um Leasingrückläufer aus Unternehmen oder um Ausstellungsstücke.
Spezialisierte Händler, wie beispielsweise AfB, ESM-Computer oder Back Market, unterziehen diese Notebooks einer gründlichen Prüfung. Wenn dabei defekte Komponenten gefunden werden, erfolgt direkt ein Austausch, dazu werden Gehäuse und Tastatur gereinigt. Am Ende steht dann eine Neuinstallation des Betriebssystems.
Eine zertifizierte Datenlöschung sorgt dafür, dass keine Altlasten des Vorbesitzers zurückbleiben. Das Endergebnis ist ein Gerät, das vielleicht minimale optische Gebrauchsspuren aufweist, sich davon abgesehen aber technisch in einem einwandfreien Zustand befindet.
Vorteile
Der offensichtlichste und gleichzeitig größte Vorteil eines Refurbished-Notebooks liegt in seinem niedrigen Preis. Je nach Modell, Alter und Zustand könnt ihr hier mit Einsparungen von 30 bis 70 Prozent im Vergleich zum Neupreis rechnen. So habt ihr die Möglichkeit, auch hochwertige Business-Geräte von renommierten Herstellern wie Lenovo, Dell oder HP zu erwerben, die neu möglicherweise das Budget sprengen würden.
Solche Business-Laptops sind in der Regel für eine längere Lebensdauer konzipiert und bieten eine deutlich robustere Bauweise als die meisten Consumer-Modelle. Nicht zu vernachlässigen ist auch der Aspekt der Nachhaltigkeit. Die Produktion eines neuen Laptops verbraucht eine erhebliche Menge an Ressourcen und Energie.
Durch die Wiederaufbereitung gebrauchter Laptops können nicht nur wertvolle Rohstoffe eingespart, sondern auch der stetig wachsende Berg an Elektroschrott reduziert werden. Wer sich für ein Refurbished-Gerät entscheidet, trifft also nicht nur eine bewusste Entscheidung für seinen Geldbeutel, sondern auch für die Umwelt.
Mögliche Nachteile
Trotz der vielen Vorteile gibt es auch Aspekte, die ihr vor dem Kauf bedenken solltet. So sind Refurbished-Notebooks in der Regel mit älteren Prozessoren und Grafikchips ausgestattet. Für anspruchsvolle Spiele oder Nutzer, die auf rechenintensive Anwendungen wie Videoschnitt in 4K angewiesen sind, könnte ein Neugerät die bessere Wahl sein.
Für alltägliche Aufgaben wie Office-Anwendungen, Surfen im Internet und Streaming sind die Leistungsreserven von zwei bis drei Jahre alten Business-Geräten jedoch mehr als ausreichend.
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Ein weiterer Punkt ist der Akku: Da es sich um gebrauchte Geräte handelt, kann die Akkukapazität im Vergleich zu einem Neugerät deutlich verringert sein. Seriöse Händler garantieren jedoch eine bestimmte Mindestkapazität, und bei vielen Modellen lässt sich der Akku bei Bedarf unkompliziert austauschen.
Auch bei der Garantie gibt es Unterschiede. Während Neugeräte in der Regel mit einer zweijährigen Herstellergarantie kommen, bieten Refurbished-Händler meist eine Gewährleistung von 12 bis 24 Monaten. Einige Anbieter, wie beispielsweise AfB, bieten sogar Garantieerweiterungen auf bis zu drei Jahre an.
Worauf ihr beim Kauf achten solltet
Damit der Kauf eines Refurbished-Notebooks nicht zu einem Reinfall wird, solltet ihr unbedingt einige Punkte beachten:
- Seriöser Händler: Kauft nur bei etablierten Händlern, die transparente Informationen zum Zustand des Geräts, zur Garantie und zum Rückgaberecht bieten. Kundenrezensionen und Zertifizierungen können bei der Auswahl ebenfalls hilfreich sein.
- Zustandsbeschreibung: Achtet immer auf die Klassifizierung des optischen Zustands (z.B. A-Ware, B-Ware). A-Ware bezeichnet in der Regel Geräte in neuwertigem Zustand, während B-Ware sichtbare Gebrauchsspuren aufweisen kann, technisch aber einwandfrei ist.
- Technische Spezifikationen: Überlegt vor dem Kauf genau, welche Leistung ihr benötigt. Ein Intel Core i5-Prozessor der achten Generation, 8 GB RAM und eine SSD sind für die meisten Anwender auch heute noch eine solide Basis, zum Zocken sind diese Geräte allerdings nicht wirklich geeignet.
- Garantie- und Rückgaberecht: Informiert euch über die genauen Garantiebedingungen und die Dauer des Rückgaberechts. Ansonsten habt ihr beim Onlinekauf natürlich in den ersten 14 Tagen auch immer die Möglichkeit, von eurem Widerrufsrecht Gebrauch zu machen.
Fazit: Eine kluge Entscheidung für Geldbeutel und Umwelt
Wenn ihr euren Bedarf genau kennt, muss der Kauf eines Refurbished-Notebooks kein Kompromiss sein. Im Gegenteil, für viele Anwender sind die wiederaufbereiteten Geräte sogar die klügere Entscheidung.
Die Kombination aus einem attraktiven Preis, hoher Qualität durch professionelle Wiederaufbereitung und dem Beitrag zur Nachhaltigkeit können diese Geräte zu einer überzeugenden Alternative zum Neukauf machen. Dabei gilt, je mehr Gebrauchsspuren ihr akzeptieren könnt, desto mehr Geld könnt ihr auch sparen.
Wenn ihr nicht zwingend auf die allerneueste Technologie angewiesen seid und ein zuverlässiges Arbeitsgerät für den Alltag sucht, findet auf dem Refurbished-Markt eine echte Fundgrube an langlebigen Laptops.
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