Nach über 30 Jahren habe ich zu einer elektrischen Zahnbürste gewechselt: Meine 5 Erkenntnisse

Beim Putzen gibt es einige Unterschiede; ich teile mit euch, was mir aufgefallen ist.

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Der Zahnarzt hat mir also bewiesen: Meine Zähne sind dank einer elektrischen Zahnbürste tatsächlich nachhaltig sauberer. Da Elektronik im Spiel ist, gibt es allerdings eine Handvoll Dinge zu beachten.

5 Erkenntnisse zu elektrischen Zahnbürsten

1. Wenn elektrisch, dann Schall

Die beiden gängigsten Arten von elektrischen Zahnbürsten sind:

  • Oszillierend-rotierende Zahnbürsten mit meist runden Köpfen
  • Schallzahnbürsten mit meist länglichen Köpfen
  • Eine Mischung aus beidem.

Schallzahnbürsten erkennt man meist an ihrem länglichen Bürstenkopf. Die Laifen Wave besitzt zusätzlich einen oszillierenden Kopf. (Bild: Maxe S., GameStar) Schallzahnbürsten erkennt man meist an ihrem länglichen Bürstenkopf. Die Laifen Wave besitzt zusätzlich einen oszillierenden Kopf. (Bild: Maxe S., GameStar)

Einen wichtigen Tipp hat mein Zahnarzt auch diesmal wieder gegeben. Wenn man eine elektrische Zahnbürste nutzen möchte, sollte es eine mit Schalltechnik sein. Das sagen auch Krankenkassen, zum Beispiel die Techniker Krankenkasse.

Der Schall, der durch die pulsierenden Bewegungen des Bürstenkopfes entsteht, geht über die Borsten hinaus. Das hat den Vorteil, dass die Fluoride der Zahnpasta in die Zahnzwischenräume gerät, da, wo wir mit normalen Zahnbürsten nicht hinkommen (via Paroswiss).

Zahnseide ersetzt das freilich nicht, aber die Zahnpasta wirkt dennoch abrasiv und das an Stellen, an die man mit einer Handzahnbürste nicht erreicht.

Ich persönlich nutze die Laifen Wave. Für welche Marke ihr euch entscheidet, ist am Ende euch überlassen. Relativ bekannt und beliebt ist die Philips Sonicare (4,3 Sterne bei fast 16.000 Bewertungen auf Amazon).

Video starten 1:29 Laifen Wave Aluminium Unboxing

Der Nachteil an Schallzahnbürsten ist ihr Preis. Die günstigste, die ich finden konnte, ist Kunststoff-Variante der Laifen Wave für 60 Euro. Eine oszillierend-rotierende Zahnbürste wie die Oral-B Vitality Pro ruft bei Amazon lediglich 25 Euro auf.

2. Bei oszillierenden Köpfen aufpassen

Mein Zahnarzt hat empfohlen, zu Schall zu greifen. Wollt ihr dennoch mit einem oszillierenden Modell fahren, seid unbedingt vorsichtig.

Stiftung Warentest hat herausgefunden, dass es qualitativ große Unterschiede zwischen Modellen und Anwendung geben kann. Das liegt vor allem an zwei Merkmalen.

  • Die Anwendung bei oszillierenden Zahnbürsten verlangt, dass man den Bürstenkopf auf einen einzelnen Zahn drückt. Das kann für Zahnfleischrückgang sorgen (via n-tv).
  • Technisch betrachtet besteht diese Gefahr bei Schallzahnbürsten nicht, da die Schallwellen kaum Druck erfordern. Grund: rund 30.000 Schwingungen pro Minute.

3. Eine Begleitapp kann hilfreich sein

Nicht jede elektrische Zahnbürste hat sie, meine Laifen Wave schon: eine Begleitapp. Natürlich kann man über die Sinnigkeit einer App unken, für mich hat sie sich als extrem praktisch herausgestellt.

  • Mit bis zu drei Profilen stelle ich in 12 Stufen meine passenden Optionen ein. Alle unsere Gebisse sind unterschiedlich, weswegen das Schäden verringern kann.
  • Durch eine Putzdauer-Einstellung putze ich nicht mehr zu kurz (was ich notorisch von Hand immer gemacht habe). Die Zahnbürste hört halt einfach auf, wenn zweieinhalb Minuten vergangen sind.
  • Eine Zohnenwechselwarnung hilft mir dabei, alle Zähne gleichmäßig lang zu putzen, um nicht zu viel Schmelz abzutragen.

Die Laifen-App bietet einige Optionen, um das Verhalten der Zahnbürste an meine Zähne anzupassen. (Bild: Maxe S., GameStar) Die Laifen-App bietet einige Optionen, um das Verhalten der Zahnbürste an meine Zähne anzupassen. (Bild: Maxe S., GameStar)

4. Weniger Druck auf die Zähne ausüben und nicht schrubben

Bei Handzahnbürsten muss man einen gewissen Druck auf die Beißer ausüben, um Speisereste und Zahnbelag ordentlich abzuschrubben. Das fällt bei elektrischen Zahnbürsten weg.

  • Bei Zahnbürsten ohne Schall müsst ihr weniger aufdrücken.
  • Bei Schallzahnbürsten müsst ihr fast gar nicht aufdrücken.

Manche elektrischen Zahnbürsten besitzen einen Drucksensor; eine schnelle Suche bei Amazon spuckt vor allem Oral-B- und Philips-Modelle aus. Solltet ihr also von Natur fest aufdrücken, solltet ihr das vor dem Kauf beachten.

Auch Schrubben ist ein No-Go. Damit schadet man Zähnen und Zahnfleisch. Im Falle meiner Schallzahnbürste »fahre« ich nur noch über die Zähne.

Drückt ihr zu fest bei elektrischen Zahnbürsten auf oder schrubbt, dann reibt ihr den Zahnschmelz ab und macht eure Zähne angreifbarer für Karies und Co.

5. Zahnpasta schäumt nicht mehr so sehr

Ich hatte es schon bemerkt und mein Zahnarzt hat es noch einmal bestätigt: Zahnpasta schäumt deutlich weniger bei elektrischen Zahnbürsten.

Das hängt auch damit zusammen, dass man weniger aufdrückt und nicht schrubbt. Das mag zunächst seltsam wirken, aber gerade bei Schallzahnbürsten ist das weitestgehend egal, da der Schall Zahnpasta und Speichel bis in die Zahnzwischenräume bringt.

Fazit

Seit über sechs Monaten putze ich nun elektrisch und nicht mehr von Hand. Was ich zunächst nur vermutet habe, konnte mein Zahnarzt mithilfe von Bildern bestätigen.

Meine Zähne sind sauberer. Nicht nur gefühlt, sondern auch tatsächlich.

Elektrische Zahnbürste ist allerdings nicht gleich elektrische Zahnbürste. Sowohl bei der Technik als auch beim Putzverhalten gibt es einiges zu beachten.

  • Mein Doc rät Schallzahnbürsten, da sie weniger Gefahr bergen, Zähne und Zahnfleisch zu schädigen.
  • Oszillierende Zahnbürsten sind günstiger, die Wahrscheinlichkeit der Falschnutzung ist allerdings höher als bei Schallzahnbürsten.
  • Begleitapps helfen, die elektrische Zahnbürste an die eigenen Zähne und das Putzverhalten anzupassen.
  • Bei elektrischen Zahnbürsten muss man teilweise deutlich weniger Druck ausüben als bei Handzahnbürsten.
  • Die Zahnpasta schäumt nicht mehr so sehr wie früher.

Zugegeben: Ich hatte noch nie große Probleme mit meinen Zähnen. Ein Umstieg hat sich für mich gelohnt und ich sehe mich auch bis auf Weiteres nicht zu Handzahnbürsten zurückkehren. 

Liebäugelt ihr mit einer elektrischen Zahnbürste, habt ihr jetzt einige meiner Erfahrungswerte zur Verfügung. Fragt im Zweifel euren Zahnarzt oder eure Zahnärztin, wenn ihr umsteigen wollt.

Ich habe mich als Neuling an weitere neue und teure Technik gewagt.

Eine Anekdote aus dem Behandlungszimmer muss ich euch noch erzählen. Seit elf Jahren gehe ich in die gleiche Zahnarztpraxis, mittlerweile haben die Söhne den Vater beerbt. Das heißt: Mein Zahnarzt ist etwa in meinem Alter.

Das führt immer wieder zu lustigen Anekdoten und Gesprächen, wenn ich erzähle, dass ich bei GameStar arbeite. Meinen Zahnarzt hat das dazu verleitet, in Erinnerungen zu schwelgen, als er Mitte der 2000er Jahre Gears of War in der ESL gespielt hat.

Erfolgreich war er nicht, sagte er, aber Spaß gemacht hat es – auch wenn er sich zuweilen die Nächte um die Ohren geschlagen hat und als Teenager am nächsten Tag in die Schule musste.

Zum Glück hat es mit dem E-Sport bei ihm nicht geklappt, sonst könnte ich mich mit meinem Doc nicht über Videospiele austauschen.

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