Je länger ich mein erstes Falt-Handy benutze, desto seltener mache ich das damit, wozu es da ist: es aufklappen

Seit 4 Wochen nutze ich das Honor Magic V3 nun schon und mein Fazit hat sich gewandelt – und das überrascht mich selbst.

Nach einer Woche war ich vom Honor Magic V3 begeistert. Klappt es auch nach vier Wochen zwischen uns noch gut? Nach einer Woche war ich vom Honor Magic V3 begeistert. Klappt es auch nach vier Wochen zwischen uns noch gut?

Als ich das Honor Magic V3 auf der IFA zum ersten Mal in der Hand hatte, war ich euphorisch. Für einen Alltagstest durfte ich das Falt-Handy vier Wochen lang testen; mein Fazit nach einer Woche konntet ihr bereits lesen.

Jetzt stellt sich heraus: Ich klappe das Handy viel seltener auf, als ich zunächst dachte. Warum das für mich trotzdem kein Dealbreaker ist, erkläre ich euch gerne.

In diesem Artikel werde ich erst mein Fazit nach einer Woche neu bewerten und euch danach verraten, was mir in vier Wochen Nutzung noch aufgefallen ist.

Maxe Schwind
Maxe Schwind

Für Maxe ist das Handy vor allem eine Notwendigkeit. Fotos und Videos aufnehmen, Notizen machen, Karten checken und ab und an mal zocken, mehr braucht er nicht. Doch auch er freut sich über nagelneue und flotte Technik, weswegen er gerne seine ganzen Daten von einem Handy aufs andere migriert hat.

Ein Disclaimer vorweg: Ich bin absoluter Casual-Nutzer. Diese Kolumne spiegelt meine Erfahrung mit dem Honor Magic V3 im Alltag wider und ist kein ausführlicher Test. Mit dem Artikel hoffe ich, den Menschen zu helfen, die mit einem Falt-Handy liebäugeln und wissen wollen, wie es so ist.

Was hat sich in Woche vier geändert?

In meiner Review nach einer Woche sind mir vier Dinge positiv aufgefallen.

  • Tippen ist extrem viel einfacher
  • Lesen fühlt sich viel hochwertiger an
  • Spielen macht deutlich mehr Spaß
  • Mehr Freiheiten bei Hintergründen

All diese Vorteile hängen mit dem aufklappbaren Bildschirm zusammen – und die bleiben auch bestehen. Ich tippe meist bei ausgeklapptem Display, wenn ich einen längeren Artikel lese, klappe ich es auf, beim Spielen sowieso (und den Hintergrund habe ich bisher nicht gewechselt).

An den vier Negativpunkten hat sich seither allerdings einiges getan. Jeder Bullet-Point behandelt ein Kontra und wie ich nach vier Wochen darüber denke.

  • Inhalte werden nicht immer optimal dargestellt: Das stimmt noch immer, allerdings habe ich mich daran gewöhnt. Apps, die das große Format nicht unterstützen, lassen sich per App-Skalierung in den Einstellungen sogar dazu zwingen. Top.

In Instagram sind Bilder so groß skaliert, dass sie nicht auf den Bildschirm passen. In Instagram sind Bilder so groß skaliert, dass sie nicht auf den Bildschirm passen.

  • Zusammengeklappt wirkt das Handy schmal: Dem ist nicht mehr so. Das liegt zum einen daran, dass ich es nicht mehr ausnahmslos jedes Mal ausklappe, und zum anderen, dass das Honor Magic V3 in eingeklapptem Zustand immer noch die Maße eines gewöhnlichen Smartphones hat. Ich habe mich also daran gewöhnt.

Zugeklappt Hier seht ihr den Vergleich des Honor Magic V3 in zugeklapptem Zustand mit dem Samsung Galaxy S22 meiner Frau. (Bild: Maxe S., GameStar)

Aufgeklappt Hier seht ihr den Vergleich des Honor Magic V3 in zugeklapptem Zustand mit dem Samsung Galaxy S22 meiner Frau. (Bild: Maxe S., GameStar)

  • Das Aufklappen geht nicht gut von der Hand: Hier kommt ein unerwarteter Twist. Meinem Testgerät lag nicht der volle Lieferumfang bei, der normalerweise eine Hülle enthält (Kunstleder sowie ein zusätzlicher Rahmen für den Außenbildschirm). Mit der Hülle geht das Aufklappen deutlich besser von der Hand.
  • Scharniere stören beim Wischen: Das war lediglich eine Frage des Umgewöhnens. Die Scharniere sitzen in der Bildschirmmitte. Seit ich meine Gesten auf Android angepasst habe (die sind dann doch anders als auf iOS), habe ich keine Probleme mehr.

Im Grunde sind alle negativen Aspekte der ersten Woche negiert. Klingt gut, oder? Aber sind stattdessen neue hinzugekommen?

Video starten 0:32 Honor Magic V3 vs. Samsung Galaxy Z Fold5

Neue Vor- und Nachteile nach vier Wochen

Es zahlt sich aus, Geräte länger als eine Woche zu nutzen, um sie wirklich im Alltag auf alles abklopfen zu können.

Nachstehend erkläre ich euch Dinge, die mir während der vier Wochen aufgefallen sind. Die sind nicht alle ausnahmslos negativ oder positiv, sondern gefärbt durch meine persönliche Einschätzung.

Der Akku hält weder kürzer noch länger

Die Aussage ist erst mal weder gut noch schlecht, sondern hängt auch von eurem Nutzungsverhalten ab. Im Honor Magic V3 steckt eine Batterie mit 5.150 mAh, das liegt im Rahmen und auf Höhe anderer Flaggschiff-Handys.

Die gute Nachricht: In aufgeklapptem Zustand verbraucht das Handy nicht mehr Strom als in zugeklapptem Zustand.

Die schlechte Nachricht: Übermäßig lang hält der Akku nicht. Für Heavy-User, die stundenlang Surfen, viele Fotos machen oder exzessiv Videos schauen, ist das Handy also nicht unbedingt geeignet.

Wer viele Videos auf dem Handy schaut, dem geht auch schneller der Saft aus. Wer viele Videos auf dem Handy schaut, dem geht auch schneller der Saft aus.

Bei normaler Nutzung komme ich allerdings problemlos durch den Tag. Spätestens am nächsten Tag mittags muss das Handy aber an den Strom. Für mich ist das kein Beinbruch, andere könnte das aber stören.

Bild in Bild ist extrem praktisch

Ich möchte fast soweit gehen und sagen, dass sich die Bedienung fast wie an einem Monitor anfühlt (aber ich nutze auch einen TV als Monitor, euch könnte es womöglich anders gehen).

Bild in Bild macht im Prinzip genau das, was der Name verspricht: Durch den großen Bildschirm kann ich mehrere Fenster öffnen, bis zu drei auf einmal.

Was mich begeistert ist, wie granular das funktioniert. Aber seht selbst:

Fullscreen (Icon) Ihr könnt euch für Schnellzugriff bis zu zwei Fenster als Icons am Rand ablegen. Alternativ lässt sich jederzeit auch eine Seitenleiste öffen.

Fullscreen (kl. Fenster) Wollt ihr im Blick behalten, was passiert, könnt ihr euch eine zusätzliche App als Fensterchen auf dem Display ablegen. Das lässt sich überallhin schieben.

Fullscreen (gr. Fenster) Wenn ihr geschwind zwischen zwei Apps wechseln wollt oder müsst, bietet sich ein großes Fenster an. Ja, das Pop-Fenster lässt sich in diesem Zustand bedienen und ihr könnt darin scrollen, schreiben oder surfen.

Beidseitige Nutzung Multitasking-Profis dürfen beide Bildschirmseiten auch unabhängig voneinander verwenden.

Über die Seitenleiste kann ich mir in jeder App eine zweite öffnen. Entweder nutze ich sie direkt nebeneinander oder eine über die gesamte Fläche des Bildschirms und die andere klein daneben (und ja: im Fenster selbst kann ich dann immer noch navigieren) – oder direkt beide gleichwertig nebeneinander.

Besser geht’s im Grunde nicht, weil das große Display dadurch kein reines Gimmick ist, sondern sich wirklich damit arbeiten lässt.

Screenshots lassen sich übrigens mit sogenannten Knuckle Gestures machen. Das ist ein Feature, das ich ebenfalls extrem praktisch finde:

Video starten 0:15 Screenshot per Knuckle Gesture am Honor Magic V3

MagicOS ist kein Flaschenhals

Honor nutzt sein hauseigenes Betriebssystem namens MagicOS. Ein bisschen Bammel hatte ich schon, dass mir das Leben unnötig schwer gemacht wird, da es sich um einen chinesischen Hersteller handelt.

Ja, Honor hat seine eigenen Apps und auch einen eigenen App-Store, aber ich bin nicht gezwungen, diese zu nutzen.

Die Einbindung in die Google-Dienste funktioniert reibungslos. Hier wird nichts versteckt und auch keine Steine in den Weg gelegt. Wenn ihr mit Android vertraut seid, fühlt ihr euch auf MagicOS zuhause.

Das Falt-Handy ist auch nur ein Smartphone

Versteht mich nicht falsch: Der auffaltbare Bildschirm ist hervorragend. Auch wenn ich die Phrase ungerne bemühe, aber er ist ein Gamechanger.

Und trotzdem klappe ich das Falt-Handy deutlich weniger auf. In meinem Fazit-nach-1-Woche-Artikel erzählte ich von einer Freundin, die ihr Samsung Galaxy Z Fold6 nur noch zum Spielen oder Schauen von Videos aufklappt – soweit bin ich nun auch fast.

Anfangs habe ich das Honor Magic V3 sofort aufgeklappt, wenn ich es in die Hand genommen habe. 

Jetzt klappe ich es nur noch auf, wenn ich weiß, dass ich es länger in der Hand habe.

  • Spiele spielen
  • Längere Artikel lesen
  • Videos schauen
  • Fotos machen (wegen des besseren Grips)
Anker 736 Charger (Nano II)
Anker 736 Charger (Nano II)
100 Watt
Das Anker 736 Charger (Nano II) bietet 100 Watt Gesamtleistung. An Bord sind zwei USB-C- sowie eine USB-A-Schnittstelle.
Ugreen Nexode
Ugreen Nexode
200 Watt
Mit 200 Watt bietet das Ugreen Nexode genügend Leistung für mehrere Geräte. Diese können über die drei USB-C- sowie die zusätzliche USB-A-Buchse geladen werden.
Anker Prime
Anker Prime
200 Watt
Das Anker Prime-Ladegerät eignet sich aufgrund seiner Bauweise gut für den Schreibtisch. Es bietet eine maximale Leistung von 200 Watt und verfügt über diverse USB-Ausgänge.

Unterm Strich ist das Honor Magic V3 damit auch »nur« ein normales Handy mit Extrasteps. In den Kommentaren zum »Ask Me Anything«-Artikel zum Falt-Handy fragte mich Willy0815, ob ich eine Aufklappquote habe. Meine Schätzung: In nur 50 Prozent der Nutzung falte ich das Phone auf.

Aber ich sag euch was: Die Option, einen größeren Bildschirm zu haben, wenn ich ihn brauche oder möchte, ist für mich dennoch unersetzlich. Ich besitze nämlich kein Tablet mehr, genau aus dem Grund, weil ich es zu selten verwendet habe. Ein Falt-Handy erfüllt für mich beide Aufgaben: als Smartphone und Tablet, wenn ich es denn möchte.

Fazit: Das Honor Magic V3 nach vier Wochen

Maxe Schwind

Meine abschließenden Worte nach dem einwöchigen Fazit waren:

Einfach so rundheraus ein faltbares Handy kaufen, hätte ich nicht gemacht. [...] Nach einer Woche in Benutzung muss ich allerdings sagen: Ich könnte schwach werden.

Und ich bin schwach geworden, denn nach Ablauf des Testzeitraums habe ich mir das Honor Magic V3 tatsächlich gekauft und kehre Apple damit nach neun Jahren wirklich den Rücken.

In dieser Kolumne habt ihr gelesen, dass die Vorteile für mich nach einer Woche bestehen blieben und die Nachteile mit längerer Nutzung für mich schwanden. Ja, der Akku ist nicht protzig, für meine Verhältnisse ausreichend.

Den Klappbildschirm nutze ich geschätzt nur 50 Prozent aller Zeit. Ich betrachte diesen nicht als Kernfunktion, sondern als starkes Feature, das ich nutze, wenn ich es brauche, etwa beim Schreiben, Spielen oder Lesen.

Für mich ist das Falt-Handy die Heirat zwischen Smartphone und Tablet. In meinen Augen ist das das Beste aus beiden Welten. Wenn ihr eine gegensätzliche Meinung lesen wollt: Mein Kollege Marinus sieht Falt-Handys skeptisch.

Ich schrieb eben, dass ich nach neun Jahren von iOS auf Android umgestiegen bin. Wie reibungslos oder schmerzhaft dieser Umstieg war, werde ich in einem eigenen Artikel abhandeln. Und auch hier wurde ich einmal mehr überrascht.

Brennen euch noch Fragen zu Falt-Handys unter den Nägeln? Dann schreibt sie in die Kommentare, ich beantworte sie gern.

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