Ich habe das neue StreamDeck von Elgato ausprobiert und bin überrascht: Es könnte meinen Arbeitsalltag erheblich erleichtern

Hands-on: Das StreamDeck wird noch größer und vielfältiger. Ich habe es mir vorab angeschaut.

Elgato hat sein neues Produktportfolio bekannt gegeben. Das StreamDeck XL richtet sich dabei ganz klar an Power-User. (Bild: Patrick Schneider – GameStar Tech, Elgato) Elgato hat sein neues Produktportfolio bekannt gegeben. Das StreamDeck XL richtet sich dabei ganz klar an Power-User. (Bild: Patrick Schneider – GameStar Tech, Elgato)

Tafeln mit kleinen Buttons und Reglern, die für Streamer das Bild wechseln, witzige Effekte abspielen oder den Sound anpassen. Sogenannte StreamDecks, Loupedecks und Co. sind dabei längst nicht mehr für kleine und große Entertainer auf Twitch interessant.

Inzwischen sind die Geräte vielfältig anpassbar und bieten Plugins für Programme wie Photoshop. Per Knopfdruck lässt sich ein Bild exportieren, das Werkzeug wechseln oder das Material in einem Videoschnittprogramm zurecht schnippeln.

Dabei ist es möglich, eine Abfolge automatisierter Aktionen in einem kleinen Button zu vereinen – Stichwort Makros. Ich bin im Ersteindruck überrascht, wie schnell und einfach sich die Hardware in meinen Arbeitsablauf integrieren ließ. Die Möglichkeiten und Funktionen sind nämlich mannigfaltig.

Patrick Schneider
Patrick Schneider

Patrick nutzt heute Programme, die er vor 10 Jahren vermutlich nicht einmal mit der Kneifzange angefasst hätte. Er war schlicht mit anderen Hobbys beschäftigt. Heute sieht er Photoshop, Lightroom und Final Cut Pro öfter als Bronze-Newbies auf der Botlane in League of Legends. Unser ADC ist übrigens selbst nie über Silber hinaus gekommen.

StreamDeck + XL: Mehr Tasten, mehr Regler, mehr Kontrolle

Das StreamDeck + XL kombiniert die haptischen Drehregler mit der massiven Kapazität des XL-Modells:

  • 36 LCD-Makrotasten: Die Anzahl an Buttons möchte erstmal gefüllt werden. Ich habe diverse Makros für Photoshop, Lightroom und Final Cut Pro erstellt. Ein Knopf kopiert beispielsweise den Clip, springt eine Ebene nach oben und verankert diesen als Schnittbild fest mit der Hauptspur. Anstelle von Tastatur-Shortcuts werden zudem die Bilder und Videos jetzt über einen Button exportiert.
  • Sechs Multifunktions-Regler: Die Regler lassen sich auch für verschiedene Einsatzzwecke fernab der Audiosteuerung verwenden. Ich zoome damit bei Bildern rein beziehungsweise heraus und passe Helligkeit sowie Farbton an. Ganz rechts im Display wird mir das Wetter eingeblendet ... weil es nett ist.
  • Touch-Display: Das integrierte Display unterstützt Wischgesten, um auf weitere Aktionsseiten zuzugreifen – die ich vermutlich gar nicht benötige.

Das Gerät nimmt auf dem Schreibtisch einiges an Platz in Anspruch. Photoshop oder Final Cut Pro sind nur zwei Beispiele. Es lässt sich auf viele weitere Programme und Abläufe anwenden. (Bild: Patrick Schneider, GameStar Tech) Das Gerät nimmt auf dem Schreibtisch einiges an Platz in Anspruch. Photoshop oder Final Cut Pro sind nur zwei Beispiele. Es lässt sich auf viele weitere Programme und Abläufe anwenden. (Bild: Patrick Schneider, GameStar Tech)

Insgesamt sind auf vielen der Knöpfe meine am häufigsten verwendeten Shortcuts und Abläufe untergebracht. Bislang kratze ich aber noch an der Oberfläche. In den nächsten Tagen werde ich das Feld um komplexere Makros erweitern, auch abseits meiner typischen Anwendungen.

Die Einrichtung über die hauseigene App lief übrigens auf meinem Mac reibungslos. Über entsprechende Plugins steht eine breite Auswahl an vordefinierten Funktionen für die jeweiligen Programme bereit. Via Drag-and-Drop kann die Aktion auf einer der Tasten oder Regler gespeichert werden. Das ist alles selbsterklärend und ziemlich intuitiv.

App #1 Die Software versteht nicht nahezu von selbst. Man zieht entsprechende Aktionen auf das Board und passt sie nach den eigenen Vorstellungen an ...

App #2 ... darunter etwa die Abfolge mehrerer Aktionen. In diesem Beispiel wählt der Knopf im Schreibprogramm den gesamten Text aus und kopiert ihn in die Zwischenablage.

Wo ist der Haken? Elgato lässt sich das StreamDeck + XL ordentlich kosten. Das praktische Teil schlägt nämlich mit rund 350 Euro zu Buche. Neben einem entsprechenden Budget braucht das Deck mit 36 Tasten plus Regler viel Platz auf dem Schreibtisch. Logisch.

Wer bereits mit dem StreamDeck XL hantiert, wird sich das Upgrade vermutlich zweimal gut überlegen.

Die neue Wave-Generation: Audio mit Onboard-DSP

Neben dem neuen StreamDeck wird das Audio-Setup grundlegend erneuert. Alle neuen Geräte verfügen nun über den Wave FX Processor, der Effekte direkt auf der Hardware berechnet.

Die Klassiker erhalten zudem jeweils ein technisches Upgrade: Das Wave 3 MK.2 (USB-Mikrofon) und das Wave XLR (Audio-Interface) bieten jetzt:

  • Auto Gain Wizard: Das Gerät soll sich innerhalb von fünf Sekunden selbst einpegeln. Zudem soll ein intelligenter Schutz Clipping auf den Geräten »unmöglich machen«, also das Übersteuern des Mikrofons.
  • 80 dB Gain: Das XLR-Interface betreibt anspruchsvolle Mikrofone wie das Shure SM7B ohne zusätzliche Hardware-Booster.
  • RGB-Feedback: Ein neuer LED-Ring liefert Informationen über Status sowie Pegel.

Das neue XLR Dock profitiert ebenfalls von diesen Verbesserungen. Damit kann das bestehende StreamDeck+ in ein vollwertiges Audio-Interface aufgerüstet werden. Neben den zwei Revisionen und dem Dock kommt das Wave XLR Pro, das Dual-Setups unter einen Hut bringt.

Die Hardware unterstützt zwei XLR-Mikrofone parallel und bedient via Dual-USB-C zwei Rechner beziehungsweise Konsolen gleichzeitig. Es verzichtet auf physische Regler und lässt sich bei Bedarf über das StreamDeck steuern. Dies treibt wiederum die Hardware-Kosten für ein vollwertiges Setup in die Höhe.

Kostenpunkt:

  • Elgato Wave 3 MK.2: 170 Euro
  • Wave 3 XLR: 170 Euro
  • Wave XLR Pro: 350 Euro
  • XLR Dock MK.2: 130 Euro

Video starten 7:12 Der Fire TV Stick kann viel mehr! 8 wertvolle (Einsteiger-)Tipps zum Amazon-Streamer

Wave Link 3.0 ist ab sofort kostenlos und für jedes Mikrofon offen. Es besteht also kein Hardware-Zwang mehr und dient wahlweise als Schaltzentrale für XLR-Interfaces oder Mikrofone von Drittanbietern.

In der Software selbst könnt ihr bis zu fünf unabhängige Hardware-Mixes in einer neuen, horizontalen Ansicht verwalten. Wave Link 3.0 bringt außerdem eine VST3-Integration mit. Audio-Plugins können per Drag-and-Drop auf jeden Kanal gelegt werden.

Elgato öffnet seine Software für Drittanbieter. (Bild: Elgato) Elgato öffnet seine Software für Drittanbieter. (Bild: Elgato)

Fazit

In den nächsten Tagen und Wochen teste ich das neue StreamDeck noch ausgiebig in den Foto- und Videobearbeitungsprogrammen und schaue, wie sehr mir das Teil den Alltag langfristig erleichtert.

Es zeichnet sich aber bereits jetzt ab, dass ein solches Schreibtisch-Gadget enorm praktisch und hilfreich ist. Ein Knopf, der mir gleich mehrere Shortcuts und Aktionen abnimmt, bringt ordentlich Komfort und Spaß in den schnöden Arbeitsalltag.

Die schiere Anzahl an Knöpfen und Reglern schafft zudem Übersicht und Flexibilität, ohne durch weitere Seiten wischen zu müssen. Platzmangel gibt es hier nicht. Trotzdem möchte das Teil ausgereizt werden. Für meinen Fall wäre eine kleinere Option möglicherweise die bessere (und günstigere) Wahl. Das wird erst der Langzeittest zeigen.

Abseits vom Stream Deck ist die Ankündigung rund um Wave 3.0 sehr spannend. Insgesamt entfernt sich Elgato im Jahr 2026 vom klassischen Ein-Geräte-Konzept und setzt auf Modularität. Das Wave:3 MK.2 bleibt die Sorglos-Lösung für Einsteiger, während das Wave XLR Pro eine sehr spitze Nische bedient.

Wer zwei PCs und zwei Mikros gleichzeitig bändigen muss, findet hier eine potenziell leistungsstarke Zentrale – alle anderen freuen sich über die neue Software-Freiheit, die Elgato nun endlich gewährt.

zu den Kommentaren (4)

Kommentare(4)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.